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Pandemie zwingt zum Umdenken Super-Bowl-Champion will lieber Arzt sein

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Laurent Duvernay-Tardif hat eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen.

(Foto: imago images/Icon SMI)

Als erster NFL-Profi wird Laurent Duvernay-Tardif wegen der Coronavirus-Pandemie nicht zur neuen Saison antreten. Der 29-Jährige verfügt über ein abgeschlossenes Medizinstudium. In seiner Heimat hatte er sich zuletzt um Corona-Patienten in einem Krankenhaus gekümmert.

Super-Bowl-Sieger Laurent Duvernay-Tardif steht den Kansas City Chiefs in der kommenden Saison der NFL nicht zur Verfügung. Der "Offensive Lineman", der inmitten der Corona-Krise als Mediziner gearbeitet hat, teilte mit, dass er von seinem Recht Gebrauch macht, für dieses Jahr aus seinem Vertrag auszusteigen. Die Erfahrungen im direkten Umgang mit dem Virus hätten ihn zu diesem Schritt bewogen.

"Ich habe einen anderen Blick auf diese Pandemie bekommen und gesehen, welcher Belastung die Menschen und das Gesundheitssystem ausgesetzt sind. Ich kann mir nicht erlauben, dieses Virus in der Gesellschaft zu verbreiten, nur weil ich den Sport treiben möchte, den ich liebe", schrieb er bei Twitter: "Wenn ich ein Risiko eingehe, dann weil ich mich um Patienten kümmere." Dies sei "eine der schwierigsten Entscheidungen meines Lebens, aber ich muss meiner Überzeugung folgen und das machen, was ich persönlich für richtig halte."

Der 29-Jährige, der seit 2018 seinen Abschluss in Medizin besitzt, verzichtet damit auf viel Geld. Eigentlich hätte er in dieser Saison 2,75 Millionen Dollar erhalten. Nun sind es "nur" noch 150.000 Dollar. Möglich macht diesen Schritt eine Klausel, die zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA geschlossen wurde. Duvernay-Tardif, der Anfang Februar an der Seite von Star-Quarterback Patrick Mahomes den Super Bowl gewonnen hatte, ist der erste Spieler, der diese "Opt-out-Option" nutzt.

Smith kehrt tatsächlich zurück

Ein anderer NFL-Star kehrt derweil nach seiner Horrorverletzung zur neuen Saison zurück: Quarterback Alex Smith hat nach zweijähriger Verletzungspause grünes Licht von den Ärzten erhalten und kann - unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen - wieder Football spielen. Zu Wochenbeginn wird er im Trainingszentrum des Washington Football Teams erwartet.

Im November 2018 hatte der 36-Jährige beim Spiel gegen die Houston Texans mehrere Frakturen im Schien- und im Wadenbein erlitten - im Nachgang traten schwere Komplikationen auf. Smith musste zeitweise um sein Leben bangen und wurde 17-mal operiert.

Dass die Ärzte nun die Freigabe erteilten, löste bei Smith große Erleichterung aus. "Ich wusste nicht, ob ich diese Worte jemals von den Ärzten hören würde. Zu hören, dass ich aus medizinischer Sicht alles machen kann, ist ein bisschen verrückt."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid