Formel1

Formel-1-Lehren aus Imola Ein Weltmeister leidet schwer, zwei jubeln

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Sebastian Vettel liegt vor Lewis Hamilton: Ein Bild, an das sich der Mercedes-Pilot Hamilton nicht gewöhnen will.

(Foto: picture alliance / empics)

Der Grand Prix der Emilia Romagna sorgt an Ecken für Frust: Ferrari leidet beim Heimspiel, Mercedes verzweifelt am Auto und Mick Schumacher verliert schon wieder. Sebastian Vettel dagegen darf mal wieder jubeln, auch wenn der vierfache Weltmeister meilenweit vom Podium entfernt ist.

Max Verstappen ist wieder richtig da. Der Wagen hat gehalten. Die Leistung des Formel-1-Titelverteidigers in Imola zeigt klar: Die WM wird alles andere als ein Selbstläufer für Ferrari. Zumal die Scuderia, zumal vor allem Charles Leclerc schwächelte. Was für den WM-Spitzenreiter sprach: Er nahm die Schuld auf sich. Aber auch woanders wurde Klartext nach dem Großen Preis der Emilia Romagna gesprochen. Mit Sebastian Vettel und Lewis Hamilton fahren zwei Weltmeister, die zusammen elf Titel gewannen, auch in dieser Saison hinterher. Während Hamilton Frust schiebt, jubelt Vettel über seinen achten Rang.

Es geht immer auch um die Nerven

Die Sorgen bei Red Bull waren groß nach zwei Defekten unterschiedlicher Natur in zwei von drei Rennen. Schon vor dem vierten Grand Prix des Jahres hieß es, die Fehler seien gefunden und die Probleme gelöst. So war es auch. Und es zeigte sich, dass der Wagen wieder schnell und Verstappen da ist, wenn es gilt. Er leistete sich keine Fehler, fuhr ebenso kontrolliert und souverän. Anders als Leclerc. Er kam zum Heimrennen von Ferrari als Topfavorit und musste sich geschlagen geben. Auch weil er die Nerven verlor. Sein Abflug kurz vor Schluss war unnötig. Er wäre vielleicht an Sergio Perez auf Rang zwei im zweiten Red Bull noch vorbeigekommen, nicht aber an Verstappen. Leclerc riskierte zuviel.

Hamilton im schwersten Tief seit Jahren

Es sei nicht das Tief des Briten, betonte Teamchef Toto Wolff. Vier Rennen ohne Sieg, vier Rennen mit nur einem Podestplatz. Dritter war er beim Auftakt in Bahrain geworden. 28 Punkte holte er insgesamt. Siebter in der WM ist er. "Ich muss ihn hier auch beschützen. Es ist nicht sein Tief", sagte Wolff: "Es ist das Leistungstief des Autos." In Imola kämpfte Hamilton vergeblich, wurde von seinem WM-Bezwinger des vergangenen Jahres nach zwei Dritteln gar überrundet. "Es ist definitiv nicht einfach", räumte der siebenmalige Weltmeister ein.

Das Problem ist das starke Hüpfen des Wagens; dadurch bekommt das Team das sogenannte Setup nicht optimal hin und dadurch bleibt Leistungspotenzial ungenutzt. "Wenn wir es schaffen, dass Auto einigermaßen gerade auf die Bahn zu stellen, fahren wir vorne mit", sagte Wolff und bekräftigte Richtung Hamilton: "Der Kerl ist der beste Fahrer in der Welt, er hat einfach nicht die Maschine und die Ausrüstung, das zu zeigen."

Vettels Maßstäbe haben sich verändert

Er freute sich, er freute sich richtig. Dieser achte Rang fühle sich an wie ein Sieg. Vettel und Aston Martin wechselten zum richtigen Zeitpunkt die Reifen, Vettel machte keine Fehler. "Ich hätte nicht besser fahren können", sagte der 34 Jahre alte viermalige Weltmeister. Der Stimmungsaufheller kam nach dem tristen Auftritt des 53-maligen Grand-Prix-Gewinners in Melbourne mit dem Aus im Rennen gerade richtig. "Das Auto gehört da normalerweise nicht hin. Aber wir hatten die Chance, und wir haben sie genutzt."

Mick Schumacher tut sich schwer

Der Konkurrent im eigenen Team war wieder besser. Kevin Magnussen, der deutlich erfahrenere Däne holte einen Punkt, den 15. insgesamt. Magnussen ist WM-Zehnter. Mick Schumacher holte noch gar keinen Punkt. Er wartet weiter auf seinen ersten Zähler in der Motorsport-Königsklasse. Zwei Dreher raubten alle Hoffnungen, nachdem der 23-Jährige im Haas von Platz zehn gestartet war. Es gebe zwar ein bisschen was Positives vom Rennwochenende, "aber im Moment ist es eher sehr ärgerlich", sagte er.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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