Formel1

Die Formel-1-Lehren von Monaco Ricciardo glänzt, Vettel verpasst Aufholjagd

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Ätsch-bätsch, die anderen waren langsamer: Daniel Ricciardo siegt in Monaco.

(Foto: imago/HochZwei)

Daniel Ricciardo bietet beim Formel-1-Rennen von Monaco eine imposante Vorstellung. Sebastian Vettel pirscht sich zwar an Dauerrivale Lewis Hamilton ran, verpasst aber eine große Aufholjagd. Und Crash-Kid Max Verstappen sorgt wieder einmal für Groll.

Ricciardo empfiehlt sich für größere Teams: Ein (fast) perfektes Wochenende für den Australier Daniel Ricciardo. Schnellster in allen Trainings, Pole Position, Start-Ziel-Sieg. Und das beim 250. Rennen seines Teams Red Bull. Einzig die schnellste Rennrunde machte ihm sein Teamkollege Max Verstappen abspenstig - und vereitelte damit Ricciardos ersten "Grand Slam". Der Australier kann es verschmerzen. Er erlebte seine Wiedergutmachung für 2016, als ihn an selber Stelle nach Pole Position ein Patzer seiner Boxencrew um den Sieg brachte. Diesmal genoss Ricciardo den Sprung in den Pool im schwimmenden Team-Tempel am Jachthafen. Trotz Hindernissen: Dabei standen ihm am Ende nur sechs von acht Gängen zur Verfügung, zudem fehlte ihm Motorleistung. Schuld hatte das sogenannte MGU-K, ein Antriebsbauteil zur Rückgewinnung von Bremsenergie. "Das war echt kein gutes Gefühl", räumte Ricciardo ein. "Er war der coolste Typ da draußen", lobte Teamchef Christian Horner. Jetzt sollte der Brite allerdings schnell den auslaufenden Vertrag seines Top-Fahrers verlängern, sonst könnten Ferrari oder Mercedes bei dem 28-Jährigen zuschlagen.

Vettel verpasst große Aufholchance: An Daniel Ricciardo war für Sebastian Vettel kein Vorbeikommen. "Ich konnte einfach nicht entscheidend genug an Daniel heranfahren, auch trotz seiner Probleme", resümierte Vettel. Immerhin hielt der deutsche Ferrari-Star WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton auf Distanz und verkürzte seinen Rückstand auf 14 Zähler - allerdings sicherlich nicht so deutlich wie erhofft. Denn Monaco liegt Mercedes nicht - und im vergangenen Jahr hatte Vettel im Fürstentum satte 19 Punkte mehr gesammelt als Hamilton. Daher dürften die Silberpfeile diesmal mit dem Ergebnis gut leben können. Hamilton war aber froh, dass es vorbei war. "Das war das langweiligste Rennen meines Lebens", befand der Brite, dessen Wagen mit dem langen Radstand im engen Monaco nicht gut zurechtkommt.

Verstappen baut Crash-Serie aus: Der Niederländer erlebte in Monaco die wohl größte Bruchlandung seines Lebens. Vom Speed her wäre der Sieg möglich gewesen, doch ein dummer Fehler im letzten freien Training führte in einen kapitalen Unfall, der ihn um alle Chancen brachte. Die Red-Bull-Teamführung und zahlreiche Experten schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, der 20-Jährige gilt bei allem Talent zunehmend als beratungsresistent. Zweifel kommen auf, ob er tatsächlich das Zeug zum Weltmeister hat. Immerhin: Vom letzten Startplatz kämpfte Verstappen sich bis auf Rang neun vor - auf einer Strecke, auf der man eigentlich nicht überholen kann. Aber um ganz vorne zu landen, muss man seine Klasse eben von Freitag bis Sonntag zeigen.

Ein Heimrennen kann frustrieren: Der Monegasse Charles Leclerc fuhr sein erstes Formel-1-Heimrennen. 72 Runden hielt sich der Sauber-Mann zumindest in Reichweite zu einem Punkterang. Doch dann krachte der 20-Jährige auf Platz zwölf liegend ins Heck von Brendon Hartley im Toro Rosso. "Ich habe alles versucht, das noch zu verhindern. Die Bremsen haben aber versagt", klagte Leclerc, der im Fürstentum als erster Lokalmatador seit Olivier Beretta 1994 ins Rennen ging. "Das ist einfach nur schade." Wohl wahr. Denn Leclerc hatte im unterlegenen Sauber zuletzt mit Platz sechs in Baku und Platz zehn in Barcelona nachhaltig für sich werben können.

Das Spektakel fand abseits der Strecke statt: In Monaco kann alles passieren. Heißt es. Auf dem engen Formel-1-Stadtkurs war dies diesmal nicht der Fall. Alleine die Frage, ob und wie die sensiblen Reifen halten, sorgte für Spannung. Sonst war der sechste Grand Prix dieser Saison von sehr überschaubarer Spannung. Da war das Drumherum schon aufregender. Hollywood-Größe Hugh Grant samt Ehefrau Anna Eberstein, NBA-Star Dwyane Wade samt Schauspieler-Gattin Gabrielle Union und NFL-Legende Tom Brady sorgten für Glamour im Fahrerlager.

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Quelle: n-tv.de, ara/dpa/sid

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