Fußball-EM

Aktivist stürzt fast in die Fans Gleitschirmflieger schockiert vor DFB-Anpfiff

Der deutsche Auftakt in die Fußball-EM steht unmittelbar bevor, da sorgt ein Mann, der buchstäblich vom Himmel fällt, für Aufregung. Mit einem "Greenpeace"-Gleitschirm landet er auf dem Rasen, nachdem er Zuschauer gefährdet. Die Aktion ist so nicht geplant, entschuldigt sich die Umweltorganisation.

Ein Motorgleitschirmflieger hat das Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM gestört. Der Mann landete unmittelbar vor dem Anpfiff der Begegnung mit Weltmeister Frankreich auf dem Rasen der Münchner Arena.

Seine Landung verlief aber ganz offensichtlich nicht so, wie sie geplant war. Der Mann, auf dessen gelben Gleitschirm ein Schriftzug der Umweltorganisation Greenpeace zu lesen war, verhedderte sich beim Landeanflug in den Kabeln der Spidercam, die am Dach des Stadions gespannt ist.

Eine Konstruktion, die seit längerem in Stadien im Einsatz ist - von den Verursachern des Protests aber ganz offenbar nicht bedacht wurde. Eine fahrlässige Aktion. Der Aktivist taumelte unkontrolliert in Richtung Zuschauer. Und bekam gerade noch die Kurve, bevor er in die Zuschauer auf der Tribüne gefallen wäre.

Oder war die Aktion eigentlich ganz anders geplant und nur aus dem Ruder gelaufen? So sagt es ein Greenpeace-Sprecher der ARD-Sportschau: "Der Pilot wollte gar nicht ins Stadion. Er wusste, dass es zu gefährlich ist." Der Mann sei womöglich vom Wind überrascht worden. Laut Sprecher sei geplant gewesen, dass der Pilot einen großen Latexball fallen lässt, auf dem eine Botschaft steht.

So aber wie es nun passierte, hätte es übel enden können. Am Endete landete der Mann auf dem Rasen. Die Nationalspieler Antonio Rüdiger und Mats Hummels, die in unmittelbarer Nähe Aufstellung genommen hatten, eilten zu dem Mann, der dann von zwei Sicherheitsleuten aus dem Stadioninnenraum geführt wurde. Der Anpfiff verzögerte sich deshalb nicht.

Aktion gegen Volkswagen

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22 Spieler auf dem Platz - und ein Gleitschirmflieger.

(Foto: imago images/Moritz Müller)

Doch der Störenfried beschädigte laut ARD-Sportschau bei seiner Landung technische Ausrüstung. Schlimmer noch: Er verletzte zudem eine Beleuchterin, die von Sanitätern versorgt werden musste. Von zwei verletzten Männern ist bei der UEFA und der Münchner Polizei die Rede: "Wir haben nach dem jetzigen Stand zwei verletzte Männer, die zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden sind", sagte ein Polizeisprecher. Die UEFA bezeichnete die Aktion als "rücksichtslos" und "gefährlich". Jens Grittner, Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sagte nach dem Spiel: "Wir verurteilen die Aktion, derjenige hat nicht nur sich und andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, der Vorgang wird von den Behörden und der UEFA geprüft. Das hätte weitaus schlimmer ausgehen können."

Greenpeace meldete sich kurz nach der Aktion zu Wort - und bekannte sich bei Twitter zur Aktion. Demnach war der Protest gegen Volkswagen gerichtet. "Kick out Oil" stand über dem Greenpeace-Logo auf dem Schirm. Der Automobilkonzern soll der Organisation zufolge seinen "Verkauf von klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos" stoppen. VW kritisierte den Protest scharf: "Mit der heutigen Protestaktion hat Greenpeace Leib und Leben unbeteiligter Zuschauer und Fans eines Fußballspiels in Gefahr gebracht", hieß es in einem Statement. Das sei nicht akzeptabel. Volkswagen sei offen für den kritischen und konstruktiven Dialog in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit und bekenne sich klar zum Pariser Klimaabkommen bis 2050.

Da hatte sich Greenpeace bereits entschuldigt: "Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten." Greenpeace-Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei. "Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen".

Quelle: ntv.de, ara

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