Irre Torflut in 2. Liga

Heidenheim eskaliert nach Slapstick-Eigentor komplett

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Friedrich Müller ist Dresdens Pechvogel. (Foto: IMAGO/Michael Weber)
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29.08.2026 | 15:12 Uhr
Tore satt gibt es am Samstag des 3. Spieltages der 2. Fußball-Bundesliga: In bislang drei Spielen fallen 22 Treffer. Zwei besonders bemerkenswerte lassen den schwer gerupften Absteiger Heidenheim aufatmen.

1.FC Heidenheim - Dynamo Dresden 5:3 (0:1)

Der 1. FC Heidenheim hat in der 2. Fußball-Bundesliga einen Befreiungsschlag geschafft und Dynamo Dresden in einem wilden Duell mit 5:3 (0:1) besiegt. Die Gäste gingen zweimal in Führung - sogar in Unterzahl. Nach einem kuriosen Eigentor der Dresdner drehten die Heidenheimer die Partie aber noch und holten nach zwei Pflichtspielniederlagen wieder drei wichtige Punkte.

Vincent Vermeij brachte Dynamo in der 30. Minute in Führung. Thomas Dähne, der im Heidenheimer Tor den Vorzug vor Frank Feller erhalten hatte, kam an den Kopfball des Niederländers nicht mehr heran. Nach der Pause steigerte sich der Bundesliga-Absteiger und glich durch Jan Schöppner aus (67.).

Dann wurde es wild: Dresdens Thomas Keller (69.) sah für ein Foul Gelb-Rot, nur kurze Zeit später stellte Robert Wagner auf 2:1 für die Sachsen (73.). Heidenheim schlug in Überzahl aber zurück. Dresdens Friedrich Müller bugsierte den Ball im hohen Bogen ins eigene Tor (77.). In der Schlussphase trafen schließlich Oualid Mhamdi (87.), Julian Niehues (89.) und Maximilian Breunig (90.+1) innerhalb weniger Minuten für den FCH. Dann setzte Dresdens Jonas Sterner (90.+7) den Schlusspunkt.

Die Heidenheimer hatten zuletzt mit 1:4 bei Hertha BSC und dann in der ersten DFB-Pokalrunde mit 2:5 beim Viertligisten SSV Jeddeloh II verloren. Gegen Dresden zeigte das Team von Trainer Frank Schmidt nun aber Moral.

Energie Cottbus - Greuther Fürth 3:4 (1:1)

Aufsteiger Energie Cottbus hat seinen zweiten Saisonsieg leichtfertig aus der Hand gegeben. Trotz starker erster Halbzeit und 1:0-Führung verloren die Lausitzer 3:4 (1:1) gegen die SpVgg Greuther Fürth. Während das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz nach kapitalen Abwehrfehlern seine dritte Pflichtspielpleite in Folge kassierte, gelang dem Beinahe-Absteiger aus Franken der erste Dreier.

Lucas Copado brachte die Gastgeber nach Kopfballvorlage von Leonardo Bittencourt früh in Führung (6.). Felix Klaus glich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Foulelfmeter aus (45.+3). Ein Eigentor von Fousseny Doumbia (46.) stellte gleich nach Wiederbeginn das Spiel auf den Kopf. Nur zwei Minuten nach dem 2:2 durch Tolcay Cigerci (70.) sicherte Ole Pohlmann den Fürther Sieg (72.). Für die Entscheidung sorgte Klaus mit seinem fünften Saisontreffer (80.). Dmytro Bohdanow gelang nur noch der Anschluss (90.+4).

Der Aufsteiger dominierte von Beginn an, setzte Fürth früh unter Druck. Copado scheiterte an U19-Nationaltorhüter Florian Hellstern (18.), Luca Erlein traf mit einer missglückten Flanke die Latte (28.), dazwischen lag der Ball im Tor, doch Copado stand im Abseits (23.).

Erst nach einer halben Stunde nahm auch die Fürther Offensive am Spiel teil, doch Marcel Lotka im Energie-Tor behielt die Übersicht. Beim Elfmeter von Klaus nach Foul von King Manu an Shinta Appelkamp war der Keeper allerdings machtlos, der Ausgleich war extrem glücklich für die Gäste.

Noch glücklicher kam die Fürther Führung 45 Sekunden nach Wiederanpfiff zustande: Appelkamp eroberte an der Seitenlinie den Ball, Klaus wollte in die Mitte passen, und Doumbia lenkte den Ball ins eigene Tor. Beim dritten Gegentreffer servierte der eingewechselte Tim Campulka Pohlmann den Ball auf dem Silbertablett.

Karlsruher SC - VfL Wolfsburg 2:5 (2:3)

Zweimal zurückgelegen, dennoch gewonnen: Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg kommt immer besser in Fahrt. Angeführt vom Doppeltorschützen Fabian Reese feierte der Absteiger mit dem 5:2 (3:2) im Topspiel beim Karlsruher SC den zweiten Sieg hintereinander. Mit nun sieben Punkten bleiben die Wölfe Spitzenreiter Hertha BSC auf den Fersen, Karlsruhe kassierte am dritten Spieltag dagegen die erste Niederlage.

Der KSC begann stark und legte durch Shio Fukuda (7.) und Marvin Wanitzek (12.) gleich zweimal vor. Doch der VfL ließ sich in einer flotten Partie nicht beirren und kam dank Reese zweimal zurück. Den Kopfballtreffer von Alexander Bernhardsson (10.) bereitete der Neuzugang vor, dann traf er mit einem Schuss aus rund 25 Metern selbst (28.). Vinicius Souza (45.+2) sorgte mit dem Treffer zum 3:2 für den Schlusspunkt einer fulminanten ersten Halbzeit. VfL-Kapitän Hauke Wahl nach einem Reese-Eckball (88.) und Reese per Abstauber (90.+5) entschieden das Spiel in der Schlussphase.

Vor 28.143 Fans im Karlsruher Wildpark lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Nach unterhaltsamen ersten 45 Minuten verflachte das Niveau in der zweiten Hälfte etwas. Ausschlaggebend für den Wölfe-Sieg war auch KSC-Torhüter Hans Christian Bernat, der sowohl bei Reeses zweitem Saisontor als auch beim Fernschuss von Vini Souza aus fast 30 Metern nicht gut aussah.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter/sid/dpa