Fußball

Grindel in zwei Top-Gremien DFB-Präsident steigt im Weltfußball auf

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Reinhard Grindel (l.) ist in den Machtzirkel um Uefa-Präsident Aleksander Ceferin gewählt worden.

(Foto: dpa)

Innerhalb von zwei Minuten in zwei Top-Gremien des internationalen Fußballs gewählt: Bei DFB-Präsident Reinhard Grindel läuft's. Der 55-Jährige vollendet damit seinen rasanten Aufstieg als Funktionär. Geht es nach Fifa-Präsident Infantino bekommt der Neue viel zu tun.

Reinhard Grindels wundersamer Aufstieg in die höchsten Machtzirkel des Weltfußballs ist perfekt: Der DFB-Präsident wurde am Mittwoch beim Uefa-Kongress in Helsinki sowohl ins Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union als auch ins Council des Weltverbandes Fifa gewählt - der Weltmeister-Verband ist wieder wer in den krisengeplagten Verbänden.
Der 55-Jährige ersetzt Wolfgang Niersbach (66), der im vergangenen Sommer wegen des Sommermärchen-Skandals gesperrt worden und infolgedessen im Dezember von seinen internationalen Ämtern zurückgetreten war. Grindels Amtszeit in der Uefa läuft vier, in der Fifa noch zwei Jahre.

"Es ist wichtig, dass wir als DFB die Möglichkeit bekommen, bei sportpolitischen Entscheidungen in der Uefa und Fifa unsere Position am Beratungstisch deutlich machen zu können", sagte Grindel, der erst knapp vor einem Jahr an die DFB-Spitze gewählt worden war. Im September 2018 vergibt das Uefa-Exko die EM 2024, um die sich Deutschland und die Türkei bewerben.

"Wir werden Sie in voller Stärke brauchen"

Die erste offizielle Dienstreise führt Grindel Anfang Mai zum Fifa-Kongress nach Bahrain. Erstmals nimmt dann ein deutscher Vertreter an einer Sitzung des neu formierten Council teil. "Es gibt eine Menge Arbeit zu leisten, und wir werden Sie in voller Stärke brauchen", sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino in Richtung der "Neuen".

Neben Grindel, der bei der gesonderten Wahl für Niersbachs Mandat keinen Gegenkandidaten hatte, wurden drei weitere Uefa-Funktionäre jeweils für vier Jahre in die Fifa entsandt. "Ich habe sehr gute Kontakte nach Asien, auch nach Afrika und ich bin innerhalb Europas ganz gut vernetzt", sagte Grindel im ZDF-Interview: "Ich glaube schon, dass das Wort des DFB im Fifa-Council Gewicht hat."

Grindel hatte die Favoritenrolle inne

Die Fifa überweist nun jährlich mindestens 300.000 Euro an Grindel. "Ich werde den Verdienstausfall, den ich als DFB-Präsident erhalte (80.000 Euro pro Jahr, d. Red.), mit meinen internationalen Vergütungen verrechnen", kündigte Grindel an. Zudem werde er sich "noch Gedanken" darüber machen, das Geld eventuell für wohltätige Zwecke zu spenden.

Bei der Wahl ins Uefa-Exko war Grindel einer von insgesamt acht Gewinnern aus elf Bewerbern. Der "Weltmeister-Präsident" hatte sich seine Favoriten-Rolle erarbeitet - Grindel war in den vergangenen Wochen um die halbe Welt gereist, um Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Der Uefa-Kongress segnete außerdem eine Reihe von Reformen ab, die der neue Verbands-Präsident Aleksander Ceferin auf den Weg gebracht hatte. Unter anderem greift nun eine Amtszeitbeschränkung (dreimal vier Jahre) für die Exko-Mitglieder und den Präsidenten. Zudem dürfen nur noch "aktive" Funktionäre, also (Vize-)Präsidenten und Generalsekretäre der Nationalverbände, ins Exko gewählt werden. Die mächtige Klub-Vereinigung ECA bekommt im Exekutivkomitee zwei Sitze (mit Stimmrecht) - einen davon wird wahrscheinlich Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge besetzen, der wie Andrea Agnelli (Juventus Turin) bislang nur kooptiertes Mitglied war.

Alle 55 Uefa-Verbände dürfen sich zudem jeweils auf eine zusätzliche Million Euro freuen, die sofort ausgeschüttet wird. "Die Uefa ist nicht dazu da, um Reichtümer anzuhäufen", sagte Ceferin. Insgesamt setzte die Uefa im Finanzjahr 2015/16 (1. Juli bis 30. Juni) 4,58 Milliarden Euro um und machte 102,1 Millionen Euro Gewinn.

Quelle: ntv.de, Jan Mies, sid