Fußball

Bayern braucht nur drei Minuten Doppelter Gnabry schockt London erneut

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Mr. London: Serge Gnabry traf doppelt gegen den FC Chelsea und hatte in der Gruppenphase der Champions League schon vier Treffer gegen Tottenham erzielt.

(Foto: imago images/Sportimage)

Serge Gnabry stößt für den FC Bayern München die Tür zum Viertelfinale der Champions League weit auf: Der Stürmer brilliert beim Sieg im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea. Sein kongenialer Partner Robert Lewandowski beendet derweil seine K.-o.-Spiel-Torflaute.

Serge Gnabry hat einem extrem reifen FC Bayern mit seiner nächsten Tor-Show in London den Weg ins Viertelfinale der Champions League geebnet. Der ehemalige Arsenal-Profi versetzte dem FC Chelsea bei der grandios geglückten Revanche des deutschen Rekordmeisters für das 2012 verlorene "Finale dahoam" mit seinem Doppelschlag (51./54. Minute) praktisch schon den K.o., zumal Robert Lewandowski (76.) sogar noch sein elftes Königsklassen-Saisontor zum Endstand von 3:0 (0:0) nachlegen konnte.

In der Gruppenphase hatte Nationalspieler Gnabry bereits beim 7:2 gegen Tottenham als vierfacher Torschütze phänomenal aufgespielt. "Wir haben viel Druck gemacht und die Umschaltmomente genutzt. Wir freuen uns einfach", sagte Gnabry, der zum Spieler des Spiels gekürt wurde, bei Sky. Der Nationalspieler lobte explizit Lewandowski: "Robert hat mir zwei Tore aufgelegt, die er auch selbst machen kann." Der Pole hatte vor dem Spiel seit sieben K.-o.-Spielen in der Champions League nicht getroffen. Auch Trainer Hansi Flick lobte im Anschluss: "Robert Lewandowski hat sensationell gut vorbereitet, das zeigt ein gutes Füreinander in der Mannschaft. Wir haben den ersten Schritt gemacht, den zweiten wollen wir genauso gehen."

In der Schlussphase sah Chelseas Marcos Alonso noch Rot nach einer Tätlichkeit gegen Lewandowski (84.). Das Achtelfinal-Rückspiel am 18. März in München sollte nur noch Formsache sein für die Bayern, die unter Trainer Flick auch in Europa wieder zu einem Titelanwärter zu reifen scheint. Die Bayern komplettierten den Siegeszug der Bundesliga in der ersten K.-o.-Runde des Europapokals, nachdem in der Vorwoche schon Borussia Dortmund und Leipzig in der Königsklasse sowie Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Wolfsburg in der Europa League ihre jeweiligen Hinspiele gewonnen hatten.

Stabilisator Boateng

Der deutsche Fußball meldet sich in dieser Saison augenscheinlich international zurück. "Es ist wichtig, dass wir unser Spiel durchziehen, den Gegner unter Druck setzen und das Heft in die Hand nehmen", hatte der seit Montag 55 Jahre alte Flick unmittelbar vor der Partie bei Sky gesagt. Seine Profis setzten die Vorgabe ihres Chefs von Beginn an um. Nach 40 Sekunden gab Thomas Müller einen ersten Warnschuss ab, den Chelsea-Torwart Willy Caballero aber problemlos parierte. "Über 90 Minuten haben wir eine sehr konzentrierte und eine sensationelle, geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt", sagte Flick nach der Partie. "Wir sind sehr happy und sehr zufrieden."

Der Bayern-Coach setzte wieder auf die zuletzt bewährte Formation - in der Offensive mit dem extrem umtriebigen und torgefährlichen Müller als Aktivposten auf der Zehn und Kingsley Coman. Die beim 3:2 gegen den SC Paderborn gesperrten Jérôme Boateng und Benjamin Pavard bildeten neben David Alaba und Alphonso Davies erwartungsgemäß die Abwehr. Vor allem Boateng tat sich als Stabilisator und Sicherheitsfaktor hervor und war einer der Garanten für das so wichtige Zu-Null-Spiel. Wenige Minuten vor Schluss rettete der ehemalige Nationalspieler mit einer perfekten Grätsche im eigenen Strafraum gegen Tammy Abraham.

Die Zuschauer sahen in der ersten Hälfte eine kontrollierte Partie beider Teams, die darauf aus waren, Fehler zu vermeiden. Chelsea setzte auf eine starke Defensive mit Dreier- bzw. Fünferkette und lange Bälle auf den französischen Weltmeister Olivier Giroud, der aber nahezu wirkungslos blieb und nach einer Stunde ausgewechselt wurde. Die Gäste aus München trugen ihre Angriffe durchdacht und kontrolliert vor und schon da dem Treffer näher - es fehlte jedoch bei deutlichem Chancenplus zunächst die Effektivität im Abschluss. Coman scheiterte am Außennetz (11.). Lewandowski prüfte den Londoner Schlussmann Caballero aus spitzem Winkel (15.). Reaktionsschnell per Fuß rettete der Argentinier auch zehn Minuten später gegen Lewandowski. Müllers Schuss aus der Distanz ging knapp vorbei (29.), sein Kopfball landete an der Latte (35.).

Gnabry-Doppelschlag

Der 38 Jahre alte Caballero rechtfertigte gleich in mehreren Situationen seinen Vorzug vor 80-Millionen-Mann Kepa. Auf der anderen Seite war Bayern-Torhüter Manuel Neuer kurz vor der Pause erstmals gefordert: Einen Flachschuss von Marcos Alonso lenkte er zur Seite (43.). Nach dem Wechsel belohnten sich die Bayern dann endlich für ihren Aufwand mit dem bemerkenswerten Gnabry-Lewandowski-Doppelschlag.

Der für den offenbar am Oberschenkel verletzten Coman eingewechselte Philippe Coutinho hätte per Seitfallzieher erhöhen können (68.). Dies übernahm dann Lewandowski, der beim 3:0 von einer wunderbaren Vorarbeit und einem überlegten Zuspiel von Davies profitierte und erstmals nach zuvor sieben torlosen K.-o.-Spielen wieder traf. Die Chelsea-Profis wirkten nun endgültig frustriert - Alonso ließ sich zu einem Griff ins Gesicht von Lewandowski hinreißen und sah Rot (84.).

Quelle: ntv.de, dbe/dpa/sid