Fußball

PSG patzt bei Tuchels Rückkehr Doppelter Haaland schießt BVB zum Sieg

82cb2358a88a6dab3dcf271178866cd0.jpg

Jubel, Trubel, Haalandkeit.

(Foto: REUTERS)

Nicht Neymar, nicht Kylian Mbappé, nein, Erling Haaland wird beim Duell BVB gegen PSG zum Mann des Spiels. Dank der Tore des Norwegers siegt Dortmund, Ex-Trainer Tuchel ist geschlagen. Eine Niederlage, die ihm besonders weh tut.

Erling Haaland hat Thomas Tuchel und Paris Saint-Germain - zumindest gemessen an seinen Toren - im Alleingang besiegt und Borussia Dortmund den Weg ins Viertelfinale der Champions League geebnet. Der 19 Jahre alte Norweger schoss beim 2:1 (0:0)-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain mit dem 2017 im Unfrieden aus Dortmund geschiedenen Tuchel in einer rasanten Schlussphase in der 69. und 77. Minute beide Tore für den BVB. Es waren seine ersten Treffer in der Königsklasse für die Borussia. In der Vorrunde hatte Haaland bei sechs Einsätzen acht Mal für RB Salzburg getroffen. In der Fußball-Bundesliga hat er nach fünf Spielen für den BVB acht Tore auf dem Konto.

BVB - PSG 2:1 (0:0)

Tore: 1:0 Haaland (69.), 1:1 Neymar (75.), 2:1 Haaland (77.)
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Zagadou - Hakimi, Can, Witsel, Guerreiro - Sancho (90. Schmelzer), Hazard (67. Reyna) - Haaland. - Trainer: Favre
Paris St. Germain: Navas - Marquinhos, Kimpembe, Thiago Silva - Meunier, Gueye, Verratti, Kurzawa - Di Maria (77. Sarabia), Mbappe, Neymar. - Trainer: Tuchel
Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien)
Zuschauer: 66.099 (ausverkauft)

Der BVB fährt nun mit einer zumindest ordentlichen Ausgangsposition zum Rückspiel am 11. März in Paris. Tuchel, dessen Team nach 23 Spielen trotz des Treffers von Neymar (75.) erstmals wieder verlor, dürfte im Falle eines erneuten Ausscheidens im Achtelfinale trotz eines bis 2021 laufenden Vertrages bei PSG vor einer offenen beruflichen Zukunft stehen. Tuchel, der Dortmund nach einem zerrütteten Verhältnis mit der Vereinsführung verlassen hatte, wählte wie sein Dortmunder Kollege Lucien Favre eine Taktik, die auch von Respekt vor der Qualität des Gegners zeugte. Bei Ballbesitz der anderen war vor allem kompakte Defensive angesagt.

Beide Teams zogen sich meist weit in die eigene Hälfte zurück und versuchten so, die Offensivreihen des Kontrahenten erst gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Mitreißend war das erst einmal nicht. Zu mehr als einer Chance durch einen Freistoß (11.) durch den wie auch Weltmeister Kylian Mbappé enttäuschenden Neymar reichte es bei den Gästen nicht. Tuchel wirkte alles andere als zufrieden, dirigierte seine Mannschaft immer wieder von der Seitenlinie aus. Für die überraschende PSG-Dreierkette in der Abwehr brauchten die Dortmunder nur in der Anfangsphase ein wenig Eingewöhnungszeit.

Can in der Defensive sehr präsent

Allerdings bleib auch vonseiten der Borussen ein echtes Feuerwerk erstmal aus. In den ersten 45 Minuten entwickelte sich allenfalls ein leichtes Plus für die Dortmunder, die vor allem von Jadon Sancho angetrieben wurden. Der Engländer vergab aber auch zwei Chancen, als er nach einem Konter selbst abzog, anstatt noch mal abzuspielen (14.) und als er mit einem Rechtsschlenzer PSG-Keeper Keylor Navas zu einer Parade zwang (27.). Ans Außennetz klatschte der Ball in der 35. Minute bei einem Schuss von Haaland.

Er bekam durch die zurückhaltendere BVB-Spielweise nicht so viele Bälle, seine Stärken konnte Haaland so zunächst nicht ausspielen. Insgesamt zeigte sich der BVB auch dank des sehr präsenten Nationalspielers Emre Can aber die deutlich bessere Leistung in Hälfte eins. Fand auch DFB-Manager Oliver Bierhoff, der sich die Partie mit Bundestrainer Joachim Löw anschaute. "Bis jetzt macht es Dortmund ganz gut", sagte Bierhoff in der Pause. Zu PSG nur so viel: "Die spielen das hier so ein bisschen gelangweilt runter."

Bis zur 65. Minute. Da ließen Mbappé, Neymar und Angel di Maria ihr Können kurz aufblitzen. Roman Bürki war aber zur Stelle. Die BVB-Fans atmeten durch. Und jubelten kurze Zeit später. Flanke von der rechten Seite durch Achraf Hakimi, Direktabnahme von Sancho, die aber geblockt und abgefälscht wurde. Den Abstauber ließ sich Haaland aus kürzester Distanz nicht nehmen. Im Schneidersitz wie ein Buddha im BVB-Trikot ließ sich der Norweger feiern. Was unspektakulär begann, wurde doch noch packend vor 66.099 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion. Denn auf der Gegenseite brillierte in seiner besten Szene Mbappé mit seiner Geschwindigkeit und Ballkontrolle und legte den Ball auf Neymar auf. Doch dann passierten diese besonderen Dinge im BVB-Stadion, die auch Tuchel vorher schon gefürchtet hatte. Aus 20 Meter katapultierte Haaland den Ball unhaltbar ins PSG-Tor.

Und wie geht's weiter im Achtelfinale der Königsklasse? Da die Uefa diese erste K.-o.-Runde weit auseinandergezogen hat, müssen die interessierte Fußballfreundin und der interessierte Fußballfreund bis zum 18. März warten, dass die acht Teams feststehen, die dann am 7./8. sowie 14./15. April das Viertelfinale ausspielen. Erst einmal stehen an diesem Mittwoch (ab 21 Uhr im Liveticker bei ntv.de) zwei Partien an: Atalanta Bergamo gegen den FC Valencia und Tottenham Hotspur gegen den Bundesligisten RB Leipzig.

Quelle: ntv.de, Holger Schmidt, Heinz Büse und Jens Marx, dpa