Fußball

Platzsturm, Pyros und Raketen Nach Abstieg dreht Mob durch, verletzt Spieler

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Der Mob jagt die Spieler.

(Foto: IMAGO/PanoramiC)

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Rekordmeister AS St. Etienne muss nach einer Niederlage in den Relegationsspielen gegen AJ Auxerre den bitteren Gang in die zweite Liga antreten. Nach dem Abstieg drehen die Zuschauer komplett durch, stürmen den Platz und werfen mit allerhand Feuerwerkstechnik um sich.

Schwarzes Wochenende für den französischen Fußball. Nur einen Tag nach den chaotischen Zuständen rund um das Finale der Champions League zwischen Real Madrid und Liverpool überschatten schwere Krawalle den Abstieg des Rekordmeisters AS St. Etienne. Nach der Niederlage der Gastgeber im Elfmeterschießen im Relegationsspiel gegen AJ Auxerre stürmten zahlreiche Zuschauer den Platz und jagten die Spieler des eigenen Vereins.

Die aufgebrachte Menge warf wild mit Böllern und Pyro um sich und zielte mit Raketen auf den Spielertunnel, in den die Spieler beider Mannschaften und die Schiedsrichter zu flüchten versuchten. Andere landeten auf den Rängen des Stadions. Chaos und Angst machten sich breit.

Nicht allen gelang es, sich in Sicherheit zu bringen. Am nächsten Morgen folgte die traurige Gewissheit: Bei den Ausschreitungen ging es nicht ohne Verletzte ab. Insgesamt vermeldeten offizielle Stellen 33 - 17 davon Fans, 14 Polizisten und auch zwei Spieler des Aufsteigers AJ Auxerre, der nach zehn Jahren Abwesenheit in die Ligue 1 zurückkehrte.

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits in der regulären Saison hatten die Fans des Rekordmeisters mit Krawallen für Aufsehen gesorgt. Nach einer halbstündigen Unterbrechung des Spiels gegen den AS Monaco, Grund dafür war der massive Einsatz von Pyrotechnik, hatte die französische Liga den Klub bereits zu einem Geisterspiel verurteilt. Doch nicht nur ASSE hatte in dieser Saison mit den Fans zu kämpfen, mehrfach war es zu Ausschreitungen und Unterbrechungen bei Spielen der Ligue 1 gekommen.

Mehr Ungemach droht

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Der Spielertunnel (v.) nach dem Platzsturm.

(Foto: IMAGO/PanoramiC)

Nach dem ersten Abstieg seit 18 Jahren ließen die Inhaber des ehemaligen Klubs von Pierre-Emerick Aubameyang in einem Statement durchblicken, dass sie den Verein in den kommenden Wochen veräußern werden. Sie übernahmen die volle Verantwortung für den Niedergang des Traditionsvereins und kündigten an, "die Institution ASSE in den Vordergrund" zu stellen. Eins ist gewiss: Die nun folgenden Besitzer werden den Verein unter denkbar schlechten Startvoraussetzungen übernehmen.

St. Etienne, die mit 4:5 im Elfmeterschießen verloren, haben bislang zehn französische Meistertitel gewonnen, genau so viele wie der Katar-Klub Paris St. Germain, der in der nächsten Saison zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen dürfte.

Quelle: ntv.de, sue

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