Fußball

Kaiserslautern träumt wiederVerletzungsschock macht Paderborn-Pleite zur Nebensache

18.01.2026, 15:36 Uhr
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Schlimme Bilder überschatten die Partie in Kiel. (Foto: IMAGO/Susanne Hübner)

Für die Klubs an der Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga ist es kein erfolgreiches Wochenende. Niemand kann siegen. Darmstadt erlebt ein torreiches Spiel ohne Sieger in Bochum. Hannover stemmt sich zu zehnt gegen die Niederlage - und scheitert ganz spät, weswegen Kaiserslautern wieder träumt. Paderborns Pleite wird wegen eines Verletzungsschocks zur Nebensache.

1. FC Kaiserslautern - Hannover 96 3:1 (0:0)

Misslungenes Comeback für Jörg Schmadtke: Hannover 96 hat mit zehn Mann im ersten Pflichtspiel seit der Amtsübernahme des alten und neuen Sportchefs eine Last-Minute-Pleite kassiert. Die Niedersachsen verloren trotz Führung 1:3 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern. Der erst in der 64. Minute eingewechselte Waniss Taibi sah in der 76. Minute die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels.

Der lange verletzt fehlende Torjäger Ivan Prtajin (74.) und Semih Sahin (90.+2) trafen beide als Joker für den FCK, der nach einem schwachen Jahresausklang 2025 wieder den Aufstieg ins Visier nehmen darf. Naatan Skyttä sorgte für den Endstand (90.+5). Die Pfälzer überholten die Hannoveraner, die nahtlos an ihren schwachen Dezember (nur zwei Punkte aus drei Spielen) anknüpften und seit fast zehn Jahren auf einen Sieg auf dem Betzenberg warten. Enzo Leopold (67.) hatte Hannover in Führung gebracht.

Hannover war in den ersten 20 Minuten die bessere Mannschaft. Benedikt Pichler vergab per Kopf eine gute Gelegenheit für die Gäste (4.). Danach wurden die Roten Teufel stärker. Der Finne Skyttä konnte zwei Großchancen nicht verwerten (28. und 32.).

Im zweiten Durchgang waren zunächst wieder die Gäste am Drücker. Die erste gute Möglichkeit vergab allerdings FCK-Profi Mika Haas (62.). Besser machte es Leopold bei seinem ersten Saisontreffer. Dabei wurden die aufgerückten Gastgeber ausgekontert. Prtajin sorgte per Kopf für den Ausgleich, Sahin und Skyttä legten nach.

VfL Bochum - SV Darmstadt 98 3:3 (2:2)

Darmstadt 98 hat im Aufstiegsrennen einen Dämpfer kassiert. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt kam beim VfL Bochum nur zu einem 3:3 (2:2) und verpasste es, näher an den Spitzenreiter Schalke 04 heranzurücken. Fraser Hornby (7.), Isac Lidberg (36.) und Bochums Leandro Morgalla mit einem Eigentor (68.) trafen für die Darmstädter, die mit 34 Punkten weiter oben mitmischen. Den Patzer von Schalke bei Hertha BSC am Vortag (0:0) konnten die Lilien allerdings nicht nutzen, um ihren Rückstand von vier Punkten zu verkleinern.

Francis Onyeka (11.), Philipp Hofmann (27.) und Callum Marshall (82.) waren für die Bochumer erfolgreich, deren Blick sich mit 22 Punkten auf dem Konto nach unten richtet. Der Abstand zum Tabellen-16. Arminia Bielefeld beträgt nur drei Zähler.

Darmstadt startete selbstbewusst in die Partie und ging durch Hornby sogleich in Führung. Zwei Abwehrfehler brachten die Bochumer aber wieder ins Spiel. Beim ersten Gegentor verteidigten die Gäste Farid Alfa-Ruprecht nicht konsequent genug. Der Flügelspieler scheiterte zunächst an 98-Keeper Marcel Schuhen, Onyeka staubte ab. Anschließend spielte Marco Richter einen Pass in den eigenen Strafraum, den Hofmann eiskalt nutzte.

Doch auch Bochum zeigte sich defensiv anfällig, Lidberg glich aus. Nach einer munteren ersten Hälfte erwischte Bochum den besseren Start in den zweiten Durchgang, doch unter Mithilfe von Morgalla gingen die Gäste wieder in Führung. Marshall glich in einer unterhaltsamen Schlussphase aus.

Holstein Kiel - SC Paderborn 2:0 (1:0)

Eine schwerwiegende Verletzung überschattete den Sieg von Holstein Kiel gegen den SC Paderborn. Bei einer Flanke nach etwa 88 Minuten kam Paderborns Calvin Brackelmann in einem Luftduell mit dem Nacken denkbar unglücklich auf dem Boden auf und blieb benommen liegen. Der 26-Jährige wurde etwa zehn Minuten von medizinischen Kräften und abgeschirmt von seinen Kollegen behandelt. Stille machte sich im Stadion breit, ehe der Spieler unter Beifall aus dem Stadion abtransportiert wurde.

Später am Abend gab der Klub eine "Teil-Entwarnung" heraus: Brackelmann habe "das Uniklinikum Kiel nach einem CT verlassen und wird am Sonntag noch nach Paderborn zurückkehren können. Am Montag folgen weitere Untersuchungen." Trainer Ralf Kettemann hatte zuvor gesagt, sein Spieler sei "kurz weg" gewesen. "Das Wichtigste ist, dass es Brackel schnell besser geht. Wir hoffen, dass es nicht ganz so schlimm ist."

Der Vorfall drückte auch auf die Stimmung der Kieler, die mit den Neuzugängen Jonas Meffert und Leihgabe Umut Tohumcu und dem glanzlosen 2:0 (1:0) gegen Top-Klub Paderborn in die Rückrunde starteten. Steven Skrzybski (19. Minute) und Lasse Rosenboom (67.) erzielten die Treffer. Nach einer zwischenzeitlichen Durststrecke ist der Kieler Bundesliga-Absteiger mittlerweile seit vier Spielen ungeschlagen und hat dabei acht Punkte gesammelt. Paderborn verpasste es, wieder zu den aktuell drei besten Teams in der Tabelle zu gehören.

Eigentlich war der SCP in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft. Doch die Gastgeber gingen nach guter Kombination in Führung. Phil Harres lenkte den Ball nach einer Flanke per Kopf auf Skrzybski, der ebenfalls per Kopf die Führung erzielte. Die Ostwestfalen besaßen zwar mehr Spielanteile, doch der knapp fünf Minuten zuvor eingewechselte Rosenboom profitierte von einem abgefälschten Schuss im Strafraum und sorgte für die ausgebaute Führung. Der vermeintliche Anschlusstreffer etwa 15 Minuten vor Schlusspfiff durch Sebastian Klaas nach einem haarsträubenden Abwehrfehler zählte nicht. Offenbar, weil beim vorausgegangenen Abstoß bereits ein Paderborner verbotenerweise den Strafraum betreten hatte.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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