Technik
Firefox setzt an zum Quantum-Sprung.
Firefox setzt an zum Quantum-Sprung.(Foto: Mozilla Foundation/dpa)
Donnerstag, 09. November 2017

Ein echter Quantum-Sprung: Der total neue Firefox browst heran

Von Klaus Wedekind

In wenigen Tagen veröffentlicht Mozilla Firefox Quantum. Der generalüberholte Browser soll vor allem mit hoher Geschwindigkeit und großer Effizienz Googles übermächtigem Chrome die Stirn bieten. Was erwartet die Nutzer?

Die weltweiten Firefox-Marktanteile sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Laut Statista surften im Januar 2010 weltweit noch fast 32 Prozent der Nutzer mit Mozillas Browser, jetzt sind es nur noch rund 12 Prozent. Der große Dominator ist Google Chrome, der bereits mehr als 60 Prozent Marktanteil erobert hat - Tendenz steigend. In Deutschland ist Firefox mit knapp 32 Prozent immer noch sehr beliebt, aber auch hierzulande ist er seit sieben Jahren auf dem Sinkflug, hat nahezu die Hälfte seines Marktanteils verloren und wurde von Chrome überholt. Aber Mozilla wirft die Flinte nicht ins Korn und geht mit einem großen Update in die Offensive: Am 14. November kommt Firefox Quantum.

Das wichtigste Argument für den neuen Browser soll seine Geschwindigkeit sein. In dieser Disziplin hechelt der Firefox schon seit längerem Chrome hinterher, was sich mit dem Quantum-Sprung ändern soll. Doppelt so schnell wie Firefox 52 soll der neue Browser im Benchmarkt-Test Speedometer 2.0 sein, schreibt Mozilla - doch ein Vergleich mit seiner eigenen ein Jahr alten Version bedeutet wenig.

Die richtige Balance

Im Kräftemessen mit dem aktuellen Chrome schlägt sich der Browser sehr wacker, kann den Konkurrenten aber nicht überflügeln, weshalb Mozilla diesen Vergleich auf seiner Webseite wohl auch scheut. Im Test auf einem Surface Pro 3 (Intel Core i5, 4 GB RAM, 128 GB SSD) erreichte bei n-tv.de die jüngste Beta des Firefox 57 Quantum rund 41 Punkte, Chrome in seiner aktuellen Version 62 rund 49 Punkte. Der Unterschied ist aber bei weitem nicht mehr so krass wie früher und im Alltag dürften Nutzer den Unterschied zwischen Firefox und Chrome kaum noch spüren.

Was die Genügsamkeit betrifft, soll Quantum aber Chrome schlagen können, das ist unter Umständen wichtiger. Der Browser biete "genau die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit und Speicherverbrauch", schreibt  Mozilla. In Tests mit dem Atsy Project habe der generalüberholte Firefox bis zu 30 Prozent weniger Arbeitsspeicher beansprucht als Googles Browser. Der gezeigten Grafik zufolge ist dies offenbar unter Ubuntu der Fall. Unter Windows 10 hat Firefox einen weniger großen, aber immer noch deutlichen Vorsprung, auf Mac-Rechnern liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Aufgeräumtes Design

Die dritte große Änderung ist das neue "Photon-Design", das Firefox mit dem Update erhält. Optisch erinnert es ein wenig an Microsoft Edge, vor allem die neuen Symbole rechts des Eingabefensters. Unter dem Zeichen der Bibliothek finden sich unter anderem Lesezeichen, die Chronik und die Downloads, die nicht mehr permanent angezeigt werden. Und Mozilla hat den eingekauften Dienst Pocket deutlich sichtbar in seinen Browser eingebaut. Das Symbol befindet sich direkt im Eingabefenster und Nutzer können hier mit einem Klick Artikel, Videos oder Webseiten speichern, um sie später anzusehen. Über die drei Punkte neben dem Pocket-Menü kann man Lesezeichen hinzufügen, Link-Adressen kopieren oder Links mailen, Tabs an andere Geräte schicken oder die neue Screenshot-Funktion öffnen. In neuen Tabs werden neben den eigenen Favoriten bei Pocket im Trend liegende Webseiten angezeigt.

Ab dem 14. November steht das Quantum-Update allen Firefox-Nutzern zur Verfügung. Wer möchte, kann aber schon jetzt die Beta für Desktop-Rechner, iOS und Android herunterladen und installieren.

Quelle: n-tv.de

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