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Kostenlos und ohne Werbung Die besten Open-Source-Programme

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Open-Source-Software kann viele kostenpflichtige Programme ersetzen.

(Foto: kwe)

Für Windows-Rechner muss man eigentlich nur dann Software kaufen, wenn man spezielle Wünsche hat. Denn es gibt hervorragende Open-Source-Programme, die kostenlos und werbefrei sind. n-tv.de stellt die besten vor.

Auf Windows-Computern oder Mac-Rechnern ist nicht nur das nackte Betriebssystem installiert. Nutzer finden auf ihnen bereits viele zusätzliche Programme, mit denen sie die meisten Alltagsaufgaben erledigen können, ohne zusätzliche Software zu installieren. Eine besonders gute Basisversorgung haben Mac-Nutzer, die mit Pages, Numbers und Keynote auch schon mächtige Office-Programme gratis nutzen können. Doch auch Windows-Nutzer müssen für Text-, Tabellen- oder Präsentations-Software nichts bezahlen, denn dafür gibt's hervorragende Open-Source-Alternativen. Sie werden häufig von Idealisten in ihrer Freizeit geschrieben und betreut, die Finanzierung erfolgt über Spenden. Oft sind aber auch Unternehmen beteiligt, die Geld und Personal beisteuern und im Gegenzug die Programme kommerziell verwerten dürfen.

Sicher durch Offenheit

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LibreOffice ist eine komplette Office-Suite, nur ein E-Mail-Programm fehlt.

(Foto: kwe)

Open-Source-Software ist Bezahlt-Programmen gewöhnlich nicht nur ebenbürtig, sondern auch besonders sicher, da sie einen offenen Quellcode hat. Er ist für jeden einsehbar, nachvollziehbar und damit kontrollierbar. Hintertüren, über die Nutzerdaten abgegriffen werden können, sind daher bei Open-Source-Programmen sehr unwahrscheinlich.

Es gibt also mehrere gute Gründe, Software aus offenen Quellen zu installieren. Hier eine Auswahl der besten Open-Source-Programme für Windows, die es oft auch für macOS gibt:

LibreOffice und Apache OpenOffice

Vor sieben Jahren spaltete sich LibreOffice von OpenOffice ab und hat sich seitdem als erfolgreichste Alternative zu Microsofts Office-Suite etabliert. OpenOffice existiert aber auch noch, jetzt verbreitet und betreut durch die Apache Software Foundation. Beide Versionen bieten praktisch identische Funktionen und ähneln sich auch optisch. LibreOffice ist allerdings grundsätzlich etwas moderner und wird häufiger aktualisiert. Egal, für welche Suite man sich entscheidet, man macht nichts falsch. Wer möchte, kann auch beide parallel nutzen und testen, welche am besten gefällt.

Achtung: Die Programme können auch Microsoft-Office-Dateien öffnen und im entsprechenden Format speichern. Je komplexer ein Dokument ist, desto wahrscheinlicher wird es allerdings, dass nicht alle Details 1:1 dargestellt werden.

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Audacityist nicht schön, aber gut.

(Foto: kwe)

Die Pakete von LibreOffice und Apache OpenOffice beinhalten ein Schreib-Programm, eine Tabellenkalkulation, Software für Präsentationen, ein Grafik-Programm, ein Mathe-Tool und eine Benutzeroberfläche für Datenbanken. Bei OpenOffice kann man während der Installation auch einzelne Komponenten weglassen. Aber man spart damit so gut wie keinen Speicherplatz, da man sie dann lediglich nicht mehr sieht. Wer Platzmangel auf der Festplatte hat, liegt mit der Apache-Software aber trotzdem besser, da sie laut Systemanforderungen nur 400 (Mac) und 650 Megabyte (Windows) belegt. LibreOffice verlangt dagegen mindestens 800 beziehungsweise 1,5 Gigabyte freien Speicherplatz.

Audacity

Ein mächtig umfangreiches Gratis-Programm ist auch Audacity. Das betrifft weniger seinen Platzbedarf (unter 50 Megabyte) als seine Funktionsvielfalt. Die Software ist ein Schweizer Messer für die Aufnahme und Bearbeitung von Musik und anderen Audio-Dateien. Die Herausforderung ist hier, erstmal herauszufinden, wie man das Programm für seine Zwecke einsetzt. Möchte man Musik aufnehmen, schneiden und bearbeiten? Möchte man Audacity für Podcasts verwenden oder einfach nur Formate umwandeln? Es gibt wenig, was die Software nicht kann, viele Plugins erweitern ihre Möglichkeiten zusätzlich, Amateure und Profis werden bedient.

Damit man sich zurechtfindet, bietet Audacity Einsteigertipps auf Deutsch und auf einer Übersichtsseite viele zusätzliche Tutorials auf Englisch. Und wenn man ein bisschen sucht, findet man im Internet zahlreiche weitere Texte und Videos mit Anleitungen zu verschiedenen Anwendungsgebieten. Außerdem sind schon einige Bücher zu Audacity erschienen, man sollte aber darauf achten, dass sie möglichst aktuell sind.

GIMP

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Bei Gimp kann man die einzelnen Module in der Größe verändern und verschieben.

(Foto: kwe)

Jede Menge Bücher, Texte und Videos gibt es auch zu GIMP. Dabei handelt es sich um eine Alternative zu Adobe Photoshop. Vom Umfang her kann es fast schon mit der teuren CC-Version von Adobes Bildbearbeitung mithalten, was für Anfänger allerdings auch ein Problem sein kann. Wenn man sich die modular aufgebaute Oberfläche aber mal zurecht gelegt und die grundsätzlichen Funktionen verstanden hat, kann man relativ komfortabel mit zahlreichen verschiedenen Werkzeugen Fotos optimieren, bearbeiten, Montagen erstellen und vieles mehr.

Auch für GIMP gibt es etliche Erweiterungen und Plugins, die die Möglichkeiten des Programms noch deutlich vergrößern können - beispielsweise um RAW-Dateien zu verarbeiten, was GIMP alleine nicht kann. Dazu muss man sich noch einen zusätzlichen Converter installieren, falls der Kamera-Hersteller nicht bereits eine entsprechende Software zur Verfügung stellt. Oder man nutzt die Open-Source-Software UFRaw als Plugin.

Shotcut

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Mit Shotcut kann man recht unkompliziert Videos bearbeiten, sobald man den Dreh heraus hat.

(Foto: kwe)

Für die Videobearbeitung gibt's Shotcut. Für diese Open-Source-Software gilt das Gleiche wie für GIMP: Sie ist nicht so übersichtlich wie beispielsweise ein Elements-Programm von Adobe und einen schnellen Einstieg darf man nicht erwarten. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit weiß man aber auch bei Shortcut, wo alles zu finden ist. Und manche Dinge wie Überblendungen sind sogar verblüffend einfach umgesetzt. Anfängern ist die deutschsprachige Anleitung im PDF-Format zu empfehlen. Sie ist zwar nicht mehr ganz aktuell, aber die grundsätzlichen Schritte sind weitgehend gleich geblieben.

VLC Media Player

Das Programm mit dem berühmten Leitkegel als Symbol ist aus gutem Grund so beliebt: Es spielt fast jedes Audio- oder Videoformat ab und lässt die vorinstallierten Media Player in dieser Hinsicht ziemlich alt aussehen. Außerdem bietet die sonst schnörkellose Software viele Anpassungsmöglichkeiten. In den meisten Fällen genügt es, einfach eine Datei mit dem Programm zu starten. Möchte man alle Möglichkeiten kennenlernen, nutzt man einfach die hervorragende deutsche Anleitung.

KeePass

Vom Metzinger Entwickler Dominik Reichl stammt der erstklassige Passwort-Manager KeePass. Verschlüsselung und Code sind sicher, Passwörter, PINs und andere vertrauliche Informationen sind in ihm gut aufgehoben. Außerdem kann das Tool auch sichere Passwörter generieren. Nach der Installation ist die Sprache zunächst Englisch. Deutsch muss zusätzlich heruntergeladen werden.

Firefox und Thunderbird

E-Mail-Programm und Browser bringt das Betriebssystem zwar bereits mit, aber viele Computerbesitzer nutzen lieber die Mozilla-Anwendungen Firefox und Thunderbird. Empfehlenswert ist vor allem der Open-Source-Browser. Nachdem sich die Entwickler etwas verzettelt und Firefox überladen hatten, ist Firefox nach dem Quantum-Update auch wieder eine flotte Alternative zu Google Chrome.

Der E-Mail-Client Thunderbird ist zwar nicht mehr die unangefochtene Alternative zur Windows-10-App Mail und optisch nicht unbedingt ein Leckerbissen. Aber kostenlos bietet kein anderes Programm mehr Möglichkeiten als die Mozilla-Software. Das gilt vor allem dann, wenn man viele Adressen verwalten muss - Beschränkungen kennt Thunderbird hier nicht.

Quelle: n-tv.de

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