Technik
Der Sennheiser Momentum Free funkt per Bluetooth zum Smartphone.
Der Sennheiser Momentum Free funkt per Bluetooth zum Smartphone.(Foto: jwa)
Dienstag, 02. Januar 2018

Bluetooth-In-Ear von Sennheiser: Momentum Free bringt kabellose Freiheit

Von Johannes Wallat

Der Sennheiser Momentum Free ist ein klangstarker und hochwertiger Bluetooth-Kopfhörer mit kleinen In-Ear-Steckern. Im Test von n-tv.de zeigt er auch Schwächen, doch mit denen ist er nicht allein.

Sennheiser schickt mit dem Momentum Free seinen ersten Bluetooth-Kopfhörer mit In-Ear-Steckern ins Rennen um die Gunst der mobilen Musikfreunde. Seine Vorteile liegen auf der Hand: Er ist klein, leicht und verbindet sich ohne störendes Kabel mit dem Smartphone. Auch dem guten Ruf Sennheisers wird er gerecht. Die kabellose Freiheit hat zwar nicht nur Vorteile, doch seine Möglichkeiten schöpft er voll aus.

Ausdauernder Begleiter

Im Testzeitraum zeigt sich der Momentum Free meist von seiner besten Seite. Beim Einsatz im Sitzen, bei gemäßigtem Schritttempo und solange der Nutzer keine heftigen Kopfbewegungen macht, ist er ein tadelloser Begleiter. Der Klang ist ausgewogen, detailreich und klar, zumindest solange die kleinen Stöpsel fest im Ohr sitzen. Gummiaufsätze in vier Größen sollen sicherstellen, dass sie das in jedem Ohrentyp auch tun.

Der gute Sitz ist aber nicht nur für den Klang wichtig, sondern hilft auch dabei, Umgebungsgeräusche zumindest zu reduzieren. Eine aktive Geräuschunterdrückung fehlt zwar, das kommt aber wiederum der Akkulaufzeit zugute, und die ist bei Bluetooth-In-Ears immer ein knappes Gut: Wo wenig Platz ist, passt schließlich auch nicht viel Akku rein. Beim Momentum Free scheint Sennheiser sich allergrößte Mühe gegeben haben, möglichst viel Kapazität unterzubringen: Der Kopfhörer spielt mit einer einzigen Ladung bis zu sechs Stunden Musik ab, das ist in seiner Klasse ein sehr guter Wert.

Gut ist auch die Aufteilung der Hardware-Elemente: Bei den meisten Kopfhörern ähnlicher Bauart hängt am Kabel eine Art kleiner Kasten, in dem sich Akku und Bedienelemente befinden. Sennheister teilt beides auf, der Akku hängt unterhalb des linken Ohrhörers an der Strippe, während die Bedientasten und der Bluetooth-Sender unterm rechten Ohr zu finden sind. Hier kann man wie üblich per Tastendruck zwischen Songs vor- und zurückspringen, lauter und leiser machen und Anrufe entgegennehmen oder abweisen.

Die Technik teilt Sennheiser beim Momentum Free in zwei Hälften auf.
Die Technik teilt Sennheiser beim Momentum Free in zwei Hälften auf.(Foto: jwa)

Durch diese Zweiteilung vermeidet Sennheiser, dass das Gewicht der Technik nur an einem Ohrstöpsel hängt und diesen aus dem Ohr zieht. Beim Momentum Free "zieht's" stattdessen an beiden Ohren gleichmäßig - das ist aber nur dann wahrnehmbar und störend, wenn man auf dem Rücken liegt. Dann rutschen die Stöpsel schnell raus, ansonsten sitzen sie angenehm leicht und sicher. 

Nicht immer fester Sitz

Trotzdem kommt man beim Tragen nicht umhin, immer mal wieder nachzujustieren und die Stöpsel tiefer ins Ohr zu drücken, denn nur so kommen auch die tiefen Frequenzen gut zur Geltung. Weil die Kopfhörer per Nackenkabel verbunden sind, reichen kleine Bewegungen aus, um ihren Sitz mit der Zeit etwas zu lockern - das ist bei allen Kopfhörern dieser Art so, ein wenig Abhilfe schafft der Kabelhalter, mit dem man die Länge des Bandes anpassen kann. Manche Hersteller legen noch Silikonbügel bei, die für zusätzlichen Halt im Ohr sorgen sollen. Auf dieses Extra verzichtet Sennheiser. Auch dass man Bewegungen und Reibung am Kabel übers Ohr wahrnimmt, ist von anderen, ähnlichen In-Ear-Modellen bekannt.  

Den Unterschied zur Konkurrenz machen beim Momentum Free der gute Klang und die Details, zum Beispiel das edle Leder-Etui zur Aufbewahrung oder die kleinen Schlaufen, die verhindern sollen, dass das Kabel direkt am Ohrhörerausgang gebogen und geknickt wird. Den hohen Preis von rund 200 Euro (UVP) rechtfertigt das allein zwar noch nicht, aber für das Gesamtpaket aus Sound, Laufzeit und Qualität ist der Preis angemessen. Im Netz findet man den Kopfhörer zudem auch günstiger. 

Noch eine Schwäche teilt sich der Momentum Free allerdings mit vielen seiner Kollegen: Wenn der Akku leer ist, ist Schluss mit Musik. Ein Audio-Kabel für den Notbetrieb gibt's nicht, und eine mobile Aufladestation auch nicht. Für sehr lange Touren ist er deshalb eher nicht geeignet, und wer nicht zwischendurch mal zum Laden kommt, muss damit rechnen, dass dem Momentum Free unterwegs irgendwann mal der Saft ausgeht und die Kopfhörer dann nur noch als teure Ohrenstöpsel herhalten können.

Quelle: n-tv.de