Technik

Abgefahrene Hover-Schuhe NXT Skates machen richtig Spaß

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Mit den NXT Skates gleitet man wie von selbst über die Piste.

jwa

Hoverboards waren 2015 ein Riesen-Hype. Mit den NXT Skates geht Hersteller IO Hawk einen Schritt weiter: Man kann die Trittbretter als Hoverboard oder auch als einzelne "Hover-Skates" fahren. Klingt riskant, ist es auch - macht aber auch mächtig Laune.

Ein echtes Hoverboard wie das von Marty McFly aus dem Film "Zurück in die Zukunft" wird es so schnell nicht geben. Doch mit den E-Boards, die allein durch Gewichtsverlagerung vorwärts, rückwärts und um die Kurve rollen und die unter dem Begriff Hoverboard schnell populär wurden, kommen die Besitzer dem Traum vom Schweben zumindest ein Stück weit näher. Aber: Hoverboards sind sooo 2015. Jetzt zündet Hersteller IO Hawk, der als einer der ersten ein E-Board auf den Markt brachte, die nächste Stufe: Die NXT Skates lassen sich auch einzeln fahren. n-tv.de hat Kopf und Kragen riskiert und die neuartigen Hover-Shoes ausprobiert.

Verbindungsstück erleichtert den Einstieg

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Für Anfänger und Wiedereinsteiger in die Kunst des Hoverboard-Fahrens kommen die NXT Skates mit einer optionalen Verbindungsstange, die man mit je vier Schrauben an den einzelnen Trittbrettern sicher befestigen kann. Das beruhigt, denn ohne eine feste Verbindung zwischen beiden trauen sich nur die Waghalsigsten auf die NXT Skates. Die Eingewöhnungszeit ist kurz, nach einigen wackligen Aufsteige-Versuchen gelingt es den Testern ganz passabel, das Gleichgewicht zu halten und erste vorsichtige Meter auf dem Skate-Board zurückzulegen.

Der eigentliche Spaß beginnt aber erst mit dem nächsten Schritt: Die Stange wird abgeschraubt, die NXT Skates von ihrer festen Verbindung befreit - und der Nutzer muss ins kalte Wasser springen. Ein vorsichtiger Aufsteige-Versuch, und siehe da: Es gelingt gleich auf Anhieb, die Skates flutschen nicht unter den Füßen weg, Knochenbrüche und fiese Schürfwunden bleiben aus. Das ist vielleicht die größte Überraschung im Test der NXT Skates und zugleich die beruhigendste Nachricht. Wer Hoverboard fahren kann, kann auch Hover-Skates fahren. Trotzdem: Wer sich ohne Schutzkleidung auf die Skates stellt, geht ein Risiko ein. Das Handbuch warnt ausdrücklich davor. 

Tricks erfordern Mut

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Zum Eingewöhnen haben die NXT Skates eine Verbindungsstange zum Anschrauben.

(Foto: jwa)

Hat man einmal die anfängliche Zurückhaltung überwunden, macht es richtig Spaß, mit den Skates über die Piste zu gleiten. Und es ist sogar noch einfacher als auf einem herkömmlichen Hoverboard, das Gleichgewicht zu halten. Weil beide Skates nicht miteinander verbunden sind, kann man flexibler auf Unebenheiten reagieren, den Schwerpunkt leichter verlagern und Hindernissen besser ausweichen. Damit sind auch Tricks möglich, die über das Fahren von Schlangenlinien hinausgehen. Wer genügend Mumm hat, lässt einen Skate stehen und fährt einbeinig weiter oder probiert, mit beiden Füßen auf einem Skate zu balancieren. 

Dass das so gut funktioniert, liegt an der ausgeklügelten Technik im Innern der NXT Skates: Gyroskope und Beschleunigungssensoren kontrollieren Gleichgewicht und Bewegung, ein sogenanntes Trägheitsstabilisierungssystem unterstützt das Gleichgewicht beim Vor- und Rückwärtsfahren. Einmal kalibriert, halten sie so den Träger sicher. Auch beim Aufsteigen helfen die Motoren: Nach dem Einschalten finden sie nach wenigen Sekunden ihre Balance und warten dann mit ebener Trittfläche auf den Fahrer-Fuß.

Eben muss natürlich auch der Untergrund sein, größere Kanten oder Schwellen im Boden können die Skates mit ihren 3,5-Zoll-Vollgummirädern nicht überwinden, das Handbuch warnt vor allen Unebenheiten, die höher als 1,27 Zentimeter sind. Auch Steigungen von mehr als 9 Grad überfordern die Skates. Natürlich gilt: Je leichter der Fahrer, desto besser die Fahreigenschaften und die Reichweite. Das Belastungsgewicht gibt IO Hawk mit 20-100 Kilogramm an. 

ist es den Spaß wert?

Wer gute Bedingungen vorfindet, kann mit einer Akkuladung acht bis zehn Kilometer weit rollen, die Höchstgeschwindigkeit der je 3,3 Kilogramm schweren Skates gibt IO Hawk mit 12 km/h an. Weil man die Skates nur im Privaten und nicht auf öffentlichen Straßen und in der Nähe von Kraftfahrzeugen benutzen darf, ist das eine weite Distanz. Die Akkus mit einer Kapazität von 1900 Milliamperestunden brauchen rund zwei Stunden zum Wiederaufladen. Praktisch: Mit dem mitgeliefertem Netzteil können beide Skates gleichzeitig geladen werden.

Nach dem Test ist klar: Die NXT Skates sind ein ziemlich einzigartiges Gadget und sie können schon nach kurzer Eingewöhnungszeit richtig Spaß machen. Im Handel kosten sie rund 350 Euro. Das ist zwar etwas mehr, als für ein gewöhnliches E-Board fällig wird. Doch wer die Hoverboards mochte, wird die Hover-Skates lieben. 

Quelle: n-tv.de

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