Wirtschaft

"Für zwei Wochen Produktion" Porsche stockt Lager gegen Lieferausfälle auf

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Die erneuten Lieferkettenprobleme kommen für die gesamte Branche ungelegen, da die Autonachfrage gerade erst wieder in Fahrt gekommen ist.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise droht die Lieferketten der Autohersteller ein zweites Mal zu strapazieren. Um diesmal besser vor Ausfällen und Produktionsstopps geschützt zu sein, sorgt Porsche vor. Die erneuten Probleme kommen für die Autoindustrie zur Unzeit.

Die Autobranche stellt sich in der Corona-Krise auf erneute Enpässe bei Zuliefererteilen ein. Wie viele in der Branche musste Porsche in der ersten Phase des Corona-Lockdowns im Frühjahr die Produktion herunterfahren, weil Teile am Montageband fehlten. Deshalb ändert der Sportwagenhersteller nun seine Zuliefererstrategie und wappnet sich mit eigenen Lagern gegen coronabedingte Ausfälle bei seinen Lieferanten.

Porsche SE
Porsche SE 76,10

"Wir sind dabei einen Lager-Bestand von allen Teilen für unsere Baureihen aufzubauen. Perspektivisch geht es darum, über ausreichend Teile zu verfügen - für bis zu mindestens zwei Wochen Produktion. Das verschafft uns Luft zum Atmen", sagte Porsche-Einkaufsvorstand Uwe-Karsten Städter im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche". 

"Wo aber sekundengenau direkt ans Band geliefert wird, ist es schwierig. Ich hoffe, dass es nicht nochmals zu einem harten Lockdown wie im Frühjahr kommt. Das hat uns alle viel Kraft gekostet und an unsere Grenzen gebracht", so Städter weiter.

Die Zulieferer Continental und Bosch hatten erst kürzlich berichtet, dass weltweit Engpässe bei der Versorgung mit elektronischen Bauteilen drohten. Volkswagen fürchtet bereits Produktionsunterbrechungen. Die erneuten Lieferkettenprobleme kommen für die gesamte Branche ungelegen, da die Autonachfrage gerade erst wieder in Fahrt gekommen ist.

Zulieferern zur Not unter die Arme greifen

Zugleich machte Produktionsvorstand Städter auch deutlich, dass Porsche angeschlagenen Zulieferern finanziell unter die Arme greifen werde, wo nötig. "Porsche hat beispielsweise bei Lieferanten Entwicklungskosten und Werkzeuge früher als vertraglich vereinbart angezahlt. Generell geht es darum, den Finanzierungsdruck der Lieferanten zu reduzieren, mehr Luft zum Atmen zu lassen", unterstrich der Vorstand.

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In besonderen Fällen habe sich Porsche auch über das normale Maß hinaus engagiert, so Städter. "Einen Partner lässt man in der Krise nicht alleine. Zum Beispiel das Rosenheimer Unternehmen Serva: Die Firma entwickelt und unterstützt uns mit fahrerlosen Transportsystemen (FTS) bei der Produktion unseres vollelektrischen Sportwagen Taycan."

Porsche hatte Serva im Juli übernommen, um die Entwicklungskompetenz weiterhin zu nutzen und qualifizierte Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. 

Quelle: ntv.de, ddi