Wirtschaft

Ratingnote fällt weiter Russlands Bonität nur noch knapp über Zahlungsunfähigkeit

277132048.jpg

Russlands Bonität - nur noch auf Ramschniveau und es geht weiter runter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Unter dem Einfluss der neuen Sanktionen gegen Russland sinkt die Kreditwürdigkeit des Landes weiter - auf nun "CCC-". Die Ratingagentur Standard & Poor's sieht ein erhöhtes Risiko für einen Zahlungsausfall und erwartet, dass Russlands Bonität sogar noch weiter abfällt.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Russlands Kreditwürdigkeit aufgrund neuer westlicher Sanktionen wegen des Krieges gegen die Ukraine weiter herabgestuft. Die Bonitätsnote sei angesichts gestiegener Ausfallrisiken der Anleihen von "BB+" auf "CCC-" gesenkt worden, teilte S&P am Donnerstag (Ortszeit) in New York mit.

Erst am vergangenen Freitag hatten die Kreditwächter die Bewertung in den sogenannten Ramschbereich für spekulative Anlagen abgestuft. Nun ging es weitere acht Stufen nach unten - das Rating liegt nur noch knapp über der Kategorie für Zahlungsunfähigkeit.

Risiko eines Zahlungsausfalls erhöht

"Die Abstufung folgt auf Maßnahmen, von denen wir glauben, dass sie das Risiko eines Zahlungsausfalls wahrscheinlich wesentlich erhöhen werden", begründete die Ratingagentur ihre Entscheidung mit Blick auf die jüngste Sanktionsrunde. Dazu gehörten die von den Behörden eingeführten Kapitalverkehrskontrollen, die den Rubel vor den Auswirkungen der strengen Wirtschaftssanktionen schützen und gleichzeitig die verbleibenden verwendbaren Reservepuffer erhalten sollten.

Mehr zum Thema

S&P geht davon aus, dass Russlands Kreditwürdigkeit stark unter Druck bleibt und in den kommenden Wochen weiter gesenkt werden könnte. Auch die zwei anderen großen Ratingagenturen Fitch und Moody's hatten Russlands Bonität diese Woche auf Ramschniveau abgestuft. Als kritisch gilt besonders der durch die Sanktionen beschränkte Zugriff auf Währungsreserven. Die internationalen Sanktionen hätten die verfügbaren Fremdwährungsreserven um bis zur Hälfte verringert, so S&P.

Russland muss noch in diesem Monat Staatsanleihen im Wert von über 700 Millionen Dollar an seine Gläubiger zurückzahlen. Seine reichlichen Devisenreserven würden es eigentlich ermöglichen, diese Zahlungen zu decken. Der Westen hat allerdings viele Vermögenswerte eingefroren, sodass etwa die Zentralbank nicht herankommt.

Quelle: ntv.de, abe/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen