Wirtschaft

Gute Startbedingungen für Busch Siemens streicht Milliardengewinn ein

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Hat Grund zur Freude: Der neue Vorstandsvorsitzende Roland Busch.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool)

Der Umbruch in der Führungsriege von Siemens steht offenbar unter einem guten Stern: Das erste Geschäftsquartal übertrifft die Vorjahreswerte deutlich und lässt die Prognose nach oben klettern. Das verdankt der Konzern vor allem dem florierenden Hauptgeschäft.

Roland Busch startet mit Rückenwind in seine neue Position als Siemens-Chef. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres, für das er bereits die operative Verantwortung trägt, hat der Konzern 1,5 Milliarden Euro Gewinn gemacht, wie er nun mitteilte. Das sind 38 Prozent mehr als im noch nicht von Corona belasteten Vorjahreszeitraum.

Nominell übernimmt Busch die Führung bei Siemens mit der Hauptversammlung, die heute stattfindet. Angesichts des guten Starts erhöht Siemens seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Umsatz soll nun stärker wachsen, der Gewinn auf 5 bis 5,5 Milliarden Euro steigen. Bislang hatte Siemens versprochen, den Umsatz "moderat" um 3 bis 5 Prozent zu steigern und in gleicher Weise auch den Überschuss. Im abgelaufenen Jahr hatte Siemens 4,2 Milliarden Euro verdient.

Deutliches Plus zum Vorjahreswert

Bereinigt um Währungseffekte kletterte der Umsatz von Siemens im ersten Quartal um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro und der Auftragseingang um 15 Prozent auf 15,9 Milliarden. Der operative Gewinn im industriellen Geschäft belief sich auf gut 2,1 Milliarden Euro - fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Neben deutlich geringeren Restrukturierungskosten und operativen Verbesserungen profitierte der Konzern überdies von etwa 170 Millionen Euro geringeren Reisekosten.

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Die Bedingungen hätten sich in einigen Siemens-Geschäften und geografischen Regionen zum Teil deutlich verbessert, erklärte das Unternehmen. Die Prognose unterstellt nun, dass sich diese Bedingungen besonders für die kurzzyklischen Geschäfte fortsetzen werden.

Die positive Entwicklung im vergangenen Quartal, das von Oktober bis Dezember lief, wurde insbesondere von einer starken Entwicklung im Geschäftsfeld Digital Industries getrieben. "Ich bin dankbar, so ein starkes Unternehmen an die neue Führungsriege übergeben zu dürfen", sagte der scheidende Konzernchef Joe Kaeser. Die erhöhte Prognose muss nun sein Nachfolger Busch erfüllen.

Kaeser geht von Bord

Mit der virtuellen Hauptversammlung geht die Ära des Vorstandschefs Kaeser zu Ende. Der 63-Jährige hat den einstigen Elektrokonzern verändert wie vor ihm lange kein anderer. In seinen mehr als sieben Jahren an der Spitze wurde das ausglühende Leuchtengeschäft von Osram ebenso abgespalten wie zuletzt das zunehmend unter Druck stehende Energiegeschäft mit seiner angesichts der Klimakrise in Teilen überkommenen Kraftwerkstechnik. Flügge geworden ist schließlich nach einem Börsengang auch die Medizintechnik. An der will Siemens allerdings dauerhaft eine deutliche Mehrheit behalten.

Ganz zum Schluss wurde unter Kaesers Führung auch noch die Getriebetochter Flender versilbert, die wie so vieles früher unter dem Dach des Industriekonglomerates Platz fand und zum Schluss als ersetzbar galt. Mit Kaesers Abgang ist der Mutterkonzern nun recht schlank aufgestellt: Automatisierung und Digitalisierung von Produktionsprozessen (Digital Industries) sind jetzt das Hauptgeschäft, daneben die Gebäudetechnik und andere Smart Infrastructures sowie die Bahntechnik (Mobility).

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/DJ

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