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SEC prüft 100 Hedgefonds US-Aufseher knöpfen sich Bitcoin-Trader vor

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Ist beim Bitcoin-Boom alles mit rechten Dingen zugegangen?

(Foto: picture alliance / Jens Kalaene/)

Die US-Börsenaufsicht will offenbar Hedgefonds unter die Lupe nehmen, die mit Bitcoin und anderen Krypto-Devisen handeln. Die Ermittler interessiert, ob ihr Geld wirklich in Cyberwährungen steckt. Und wie sie über die Risiken aufgeklärt haben.

In der Krypto-Szene steht offenbar eine massive Prüfungswelle bevor: Die US-Börsenaufsicht SEC will laut einem Insider bis zu 100 Hedgefonds untersuchen, die sich auf den Handel mit Cyberwährungen wie Bitcoin spezialisiert haben, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ). Die Untersuchung soll in den nächsten zwei Monaten beginnen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Zeitung.

Die SEC-Ermittler wollten sich mit der Prüfung einerseits ein Bild machen, ob die Fondsmanager das Geld ihrer Investoren wirklich in die Vermögenswerte stecken, die sie den Anlegern versprechen, schreibt das Blatt. Andererseits seien die Aufseher besorgt, dass Gelder von Hackern gestohlen werden könnten. Sie haben in der Vergangenheit schon einige Krypto-Handelsplattformen geknackt.

Zudem wollten die Aufseher sich anschauen, ob die Hedgefonds ihre Anleger ausreichend über ihre hochriskanten Investments und Handelsstrategien aufklären, sagte der Insider dem "WSJ". Gleichzeitig würden sie im Rahmen ihrer regulären Prüfungen von Anlageberatern Informationen einholen, in welchem Umfang sie für ihre Kunden in Digitalwährungen investieren.

Krypto-Trader machen 3000 Prozent Plus

Bei der SEC laufen bereits dutzende Ermittlungen zu sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs), bei denen die Schöpfer neuer Digitalwährungen ihre Tokens erstmals wie bei einem Börsengang an Investoren verkaufen. Mit diesen Untersuchungen hätten die neuen Prüfungen aber nichts zu tun, schreibt das Blatt.

Die SEC habe nun mindestens 100 Fondsmanager ausgemacht, die hauptsächlich in Cybergeld investieren, berichtet der Insider. Es könne aber auch weniger Inspektionen geben, falls sich herausstellen sollte, dass die Investments weniger umfangreich seien. Obwohl sich die Untersuchung bisher auf Hedgefonds konzentriert, könnten auch Private-Equity-Firmen ins Visier der Prüfer geraten, wenn sie über ihre Fonds und Firmenanteile am Krypto-Markt engagiert sind.

Laut Morgan Stanley haben Hedgefonds im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Dollar in Bitcoin und andere Kryptowährungen gepumpt. 2017 wurden laut "WSJ" 84 Krypto-Hedgefonds gegründet. Dank der Kursexplosion von Bitcoin, Ether, Ripple und anderen wichtigen Cyber-Devisen haben die wichtigsten Krypto-Trader laut "WSJ" 2017 fast 3000 Prozent Plus gemacht. Im Vergleich dazu wirkt die Durchschnittsrendite von 8,7 Prozent in der Hedgefondsbranche geradezu mickrig.

Quelle: n-tv.de

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