Wirtschaft

Ethiker über Moral von Maschinen Wie gefährlich ist dumme KI?

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Der Ethiker und Theologe Alexander Filipovic hält Maschinen nicht für besonders intelligent.

(Foto: Universität Wien)

Künstliche Intelligenz ist so dumm wie Knäckebrot - mit dieser Aussage bringt Sozialethiker Filipovic KI-Experten gegen sich auf. In der neuen Folge "So techt Deutschland" begründet er seine provokante These: "Zur Intelligenz gehört wesentlich mehr, als eine Maschine darstellen kann."

In den Augen von Alexander Filipovic ist künstliche Intelligenz nicht besonders intelligent. Im Gegenteil, der Sozial- und Medienethiker vertritt die These, dass KI dumm wie Knäckebrot ist. Ein wenig, um zu provozieren, erzählt er in der neuen Folge des ntv-Podcasts "So techt Deutschland". Eine Aussage, an der sich nichts geändert hat.

"Ich glaube, zur Intelligenz gehört wesentlich mehr, als eine Maschine darstellen kann", begründet der Ethiker seine provokante Annahme. Smartphones könnten super Schach spielen, seien aber trotzdem dumm. Zum Beispiel könne es während einer Partie nicht abwägen, ob man seinen Gegner gewinnen lassen sollte, damit man nächste Woche noch befreundet ist. Der Mensch sei es gewohnt, Maschinen eine gewisse Intelligenz zuzusprechen. Das halte er für einen Fehler.

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Zwei Jahre lang saß der Ethiker und Theologe in der Enquetekommission des Bundestages, um gemeinsam mit anderen Experten und Politikern einen Fahrplan für das Thema zu entwickeln. In dieser Runde ging es nicht immer harmonisch zu, die Auffassungen seien sehr unterschiedlich: "Zwischen der Linken und der FDP sind in Fragen der Wirtschaftsförderung und der Regulierung der Technik große Meinungsverschiedenheiten", erzählt Filipovic. Schon bei den Begrifflichkeiten gäbe es viele Missverständnisse.

Am Ende der zweijährigen Kommissionsarbeit liegen 700 Seiten Abschlussbericht auf dem Tisch, die dazu beitragen sollen, dass künstliche Intelligenz in die richtige Richtung laufe und "den Menschen auch tatsächlich hilft", sagt Filipovic. Für den Wissenschaftler ist klar, dass Europa und Deutschland eine wertorientierte Gestaltung von KI vorantreiben sollten. "Wenn wir das nicht machen, werden wir die ganzen Wertvorstellungen von anderen importieren und einkaufen", erläutert er.

"Moralische Perspektive entwickeln"

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Eine große Rolle bei der Entwicklung der künstlichen Intelligenz spielen vor allem Unternehmen. Firmen seien sehr gut darin, festzustellen, was die Menschen wollen, sagt der Sozialethiker. Den Unterschied könne es dann machen, wie die Unternehmen mit den Daten umgehen. "Die sollen sich eben nicht nur an das Recht halten, sondern auch eine moralische Perspektive entwickeln", fordert Filipovic. Sinn und Moral spielten bei Unternehmen mittlerweile eine wichtige Rolle.

In den Nachwuchs setzt Filipovic große Hoffnung. Nicht nur die neuen Technologien pauschal zu verurteilen und die Ethik ins Feld zu führen, sondern "die Technik ein klein wenig von innen heraus zu begreifen und zu verändern und damit auch die Welt zu verändern", formuliert Filipovic seine Vision für die Zukunft. Die Chancen stünden gut, da inzwischen an den Schulen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer "Digital Natives" seien.

Was der Theologe Filipovic über künstliche Intelligenz denkt und was der Konfuzianismus damit zu tun hat, erklärt Alexander Filipovic in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de

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