Ratgeber

Gammelfleisch, Antibiotika, Keime : Grillfleisch? Meist zum Kotzen!

Die Grillsaison ist eröffnet. Nun landet wieder tonnenweise zum Teil mariniertes Schweinfleisch in den Mägen deutscher Schlemmer. Doch das ist keine gute Idee, wie Öko-Test in einer aktuellen Untersuchung herausfindet. Löbliche Ausnahme: Bio.

(Foto: imago/Westend61)

Nein, dem Leser soll nicht per se der Appetit auf ein saftiges Stück Grillfleisch an einem warmen Sommerabend verdorben werden. Doch leider lässt die Untersuchung des Magazins Öko-Test in der Konsequenz wenig anderes zu als den Verzicht.

Insgesamt 13 Schweinenackensteaks mit und ohne Marinade haben die Tester untersucht und fast alle schneiden schlecht ab. Gleich neun Mal gab es die schlechteste Beurteilung "ungenügend", je einmal "mangelhaft" und "ausreichend" und nur zweimal "gut".

Besonders Ekliges gab es bei zwei von drei Chargen des Grillprodukts von Rewe "Ja! Schweine-Nackensteaks in Paprikamarinade" zu entdecken. Unter der roten Pampe war das Fleisch zum Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist verdorben. Es zeigte stellenweise grau-grünliche Verfärbungen auf. Zudem fanden sich deutlich erhöhte Keimzahlen über dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. Laut Öko-Test sind aus Sicht der Lebensmittelüberwachung solche Proben nicht mehr verkehrsfähig. Selbstverständlich wurden die "Rewe Ja! Schweine-Nackensteaks in Paprikamarinade" mit "ungenügend" bewertet.

Die Gefahr lauert unter der roten Pampe

Elf weitere Produkte waren sensorisch zwar noch in Ordnung, wiesen aber ebenfalls schon zu viele Keime auf. Vier davon enthielten antibiotikaresistente Keime, die dem Menschen gefährlich werden können. Gefunden wurden diese im Fleisch von "Dornseifer Grillsteak Paprika" ("mangelhaft"), "Purland Steak Mexiko Schweinenackenkamm, mariniert " von Kaufland ("ungenügend") und "Schulte+Sohn Bier-Steak, Nackensteaks vom Schwein, mariniert ("ungenügend"). Im "Grill Time Paprika-Steaks" von Aldi Nord fand das mit der Untersuchung beauftragte Labor in einer Charge ein Antibiotikum, das in der Tierhaltung häufig verabreicht wird, aber auch in der Humanmedizin üblich ist – Testurteil: "ungenügend".

Ebenfalls die schlecht möglichste Bewertung erhielten "Gut & Günstig" Grill-Nackensteak vom Schwein mit Paprikamarinade"/Edeka, "Gut Bartenhof Steak Hot Chili mariniert, Schweinenacken"/Norma, "Meister Brauerei-Steaks würzig aus Schweinenacken"/Real, "Mühlenhof Grillparty Schweine-Nackensteaks mariniert Kräuter"/Penny und "Open BBQ Season Schweine Nackensteaks Western Marinade"/Netto.

Testsieger und mit "gut" bewertet wurden die Bio-Produkte "Packlhof, Schweinenackensteak, Bioland" sowie "Schröder's Bio Nackensteak, Bioland". Beide wiesen keine Antibiotika-Rückstände, keine auffällige Keimbelastung oder ähnliche "Sauereien" auf. Und auch die Haltung der Tiere ist im Vergleich zu konventionellen Herstellern weniger unerträglich.

Denn die Haltung der etwa 60 Millionen jährlich in Deutschland geschlachteten Schweine ist von "artgerecht" weit entfernt. In ihrem Leben von sechs Monaten werden den Ferkeln laut Öko-Test der Ringelschwanz kupiert und die Eckzähne abgeschliffen. Den männlichen Tieren schneidet man den Hodensack auf, reißt den Samenstrang heraus, schneidet ihn ab und entfernt beide Hoden – alles ohne Betäubung oder Schmerzmittel. Als Mastschwein steht ihnen im Schnitt 0,75 Quadratmeter Platz zur Verfügung, aufgrund der Vollspaltböden verletzen sie sich an den Klauen und Gelenken und leiden aufgrund der Ammoniakdämpfe unter Atemwegserkrankungen.

Quelle: n-tv.de

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