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Intelligente Geräte: Versiebenfachen Stromzähler die Rechnung?

Eigentlich sollen die neuen digitalen Stromzähler das Ablesen des Verbrauchs verbessern und auch beim Sparen helfen. Eine Untersuchung legt nun nahe, dass das Gegenteil der Fall sein könnte. Mit finanziellen Konsequenzen für Verbraucher?

Die steigenden Strompreise setzten Verbrauchern in den letzten Jahren in Deutschland zu. Seit der Energiewende haben sich diese hierzulande verdoppelt. Jährlich wird rund 300.000 Haushalten der Strom abgestellt, da die Rechnung nicht bezahlt wurde. Nun vermeldet der "Spiegel", dass die bereits millionenfach in Deutschland eingesetzten neuen, digitalen Stromzähler laut einer niederländischen Untersuchung gar nicht zum Stromsparen taugen, sondern vielmehr den Verdacht nahe legten, viel zu hohe Verbrauchswerte zu messen.

Denn bei der von der Universität Twente durchgeführten Studie zeigten mehr als die Hälfte der neun auch in Deutschland handelsüblichen und installierten Geräte deutlich fehlerhafte Daten an. Demnach wird zum Teil das bis zu Siebenfache des eigentlichen Stromverbrauchs gemessen. Als Grund für die Abweichungen wird von den Wissenschaftlern die zunehmende Anzahl von Stromspargeräten in den Haushalten genannt. Denn diese folgen bei der Stromaufnahme nicht mehr der bislang üblichen Wellenbewegung, sondern einem "abrupteren Muster". Was die betroffenen Geräte jedoch vor Probleme stellt, da sie auf diese Art der Stromaufnahme nur unzureichend vorbereitet seien.

In den Niederlanden fordern sowohl Verbraucherschützer als auch Netzbetreiber, dass die Geräte flächendeckend überprüft und gegebenfalls ausgetauscht werden. Die in Deutschland für derartige Fälle zuständige Bundesnetzagentur hält sich nach Angaben des "Spiegel" noch bedeckt. Die Studie sei nur in Grundzügen bekannt. Die Ergebnisse würden geprüft, und dann würde gegebenfalls reagiert werden, heißt es. 

Hintergrund: Die Einführung der digitalen Stromzähler wurde vergangenes Jahr vom Bundestag für Haushalte ab 6000 Kilowattstunden Stromverbrauch beschlossen und soll schrittweise bis 2035 abgeschlossen sein. Die sogenannten Smart Meter sollen dabei helfen, den Energieverbrauch genau zu erfassen und sogar effizienter zu steuern. Beispielsweise derart, dass das Radio ausgeht, wenn sich niemand mehr im Raum befindet. Verbraucherschützer befürchten hingegen die Gefahr eines Datenmissbrauch bei einem "gläsernen Strombürger".       

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Quelle: n-tv.de

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