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Ein bisschen sparen Erste Fahrt im neuen Hyundai Tucson

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Das Design des neuen Hyundai Tucson fällt im Vergleich zur Konkurrenz schon aus dem Rahmen.

(Foto: Hyundai)

Mit der vierten Generation des Tucson setzt Hyundai nicht nur auf ein extrovertiertes Design, sondern die Koreaner haben ihr Bestseller-SUV auch umfangreich elektrifiziert. Darunter auch eine Vollhybrid-Version, die besonders sparsam sein soll.

Bislang ist Hyundai nicht durch extravagantes Design aufgefallen, zumindest nicht im Volumensegment wie dem der kompakten SUV. Hier stilistisch danebenzuliegen, wäre eine arg teure Angelegenheit, die sich kein Autohersteller leisten will. Beim neuen Tucson, seit vielen Jahren ein Bestseller im Programm des koreanischen Autobauers, hat man dennoch allen Mut zusammengenommen und der - mittlerweile - vierten Generation ein recht markantes Outfit verpasst. Die geometrischen Linien an der Flanke, die Verbindung von Scheinwerfern und Grill und die sehr eigenständige Lichtgrafik am Heck geben dem Tucson einen hohen Wiedererkennungswert. In der Masse der SUV geht der Koreaner jetzt jedenfalls nicht unter.

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Das Zentraldisplay sitzt recht tief und steht zudem sehr steil in der Armatur, was die Bedienung nicht wirklich komfortabel macht.

(Foto: Hyundai)

Auch im Interieur gibt sich der Tucson hochmodern. Was besonders auffällt, wenn man sich für die Automatikversion entscheidet. Auf der Mittelkonsole fehlt der Gangwählhebel. Ihn ersetzen flache Tasten, wie man sie bereits seit 2018 im wasserstoffbetriebenen Hyundai Nexo hat. Eingelegt werden die Fahrstufen elektronisch durch "Shift-by-wire"-Technik. Die klassische mechanische Verbindung hat hier ausgedient.

Touchscreen-Dominanz im Cockpit

Das Cockpit dominiert der über zehn Zoll große Touchscreen in der Armaturenbrettmitte. Über ihn lassen sich so gut wie alle Menüpunkte steuern. Vieles geht natürlich auch über Sprache. Konventionelle Schalter und Knöpfe haben die Designer weitestgehend verbannt. Dadurch wirkt das gesamte Cockpit klar, aufgeräumt, reduziert und sehr wertig. Man fühlt sich sofort wohl im Tucson, der sich in dieser Disziplin selbst vor so mancher Premium-Marke nicht verstecken muss. Ebenso wenig, was die Konnektivität angeht. So läuft beispielsweise die Navigation über eine Hyundai-eigene Cloud, arbeitet damit schneller, präziser und vor allem aktueller.

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Im Vergleich zum Vorgänger ist der Tucson nur um wenige Millimeter auf 4,50 Meter gewachsen.

(Foto: Hyundai)

Gegenüber seinem Vorgänger ist der neue Tucson mit einer Länge von 4,50 Metern nur um wenige Millimeter gewachsen, bietet aber aufgrund seiner komplett neu entwickelten Plattform einen geräumigeren Innenraum. Im Fond sitzen Erwachsene jetzt deutlich bequemer. Das Kofferraumvolumen wuchs um 33 auf 620 Liter. Liegen die Rücksitzlehnen flach, passen bis zu 1799 Liter in den Tucson - ein Niveau, das viele Mittelklasse-Kombis nicht bieten.

Probefahrt im Vollhybrid

Mit der Neuentwicklung der vierten Generation kommen auch modernste Antriebe zum Einsatz. Hier geht es vor allem um das Thema Elektrifizierung. Nie zuvor hatte der Kunde in diesem Fahrzeugsegment eine größere Auswahl an elektrifizierten Antrieben. Bis auf die beiden Einstiegsversionen, dem 1,6-Liter-Benziner mit 150 PS und dem 1,6-Liter-Diesel mit 115 PS, sind alle weiteren Varianten entweder als Mild-Hybrid (48-Volt-System) oder als Vollhybrid konzipiert. Letzterer stand dann auch für eine erste Probefahrt bereit. Im "1.6 T-GDI HEV", wie der Hybrid offiziell heißt, arbeiten ein Vierzylinder-Turbobenziner mit 180 PS und ein Elektromotor mit 60 PS zusammen und erreichen so eine Systemleistung von 230 PS. Damit ist der Hybrid-Tucson, den es ab 34.500 Euro gibt, derzeit die stärkste Version innerhalb der Baureihe und macht das SUV zu einem sehr souveränen Fahrzeug. Leistung ist stets reichlich vorhanden. Zudem gefällt der Tucson durch guten Komfort sowie durch geringe Motor-, Abroll- und Windgeräusche.

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Der Hyundai Tucson bietet 620 bis 1799 Liter Stauraum hinter der Heckklappe.

(Foto: Hyundai)

Am häufigsten im elektrischen Modus fährt man in der Stadt, bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Sobald nur sehr wenig Leistung (Rangieren, langsames Fahren) beansprucht wird, bleibt der Benziner außen vor, den Tucson treibt lediglich der E-Motor an. Auch wenn der Fahrer bei höherem Tempo den Fuß vom Gas nimmt, schaltet das System augenblicklich den Verbrenner ab. Beim Bremsen erzeugt der Elektromotor - er arbeitet dann kurzzeitig als Generator - Strom und leitet diesen in die Batterie. So kann die Energie wieder für die nächste Beschleunigung genutzt werden.

Sparen nur beim Fahren?

Nach der ersten Probefahrt, die neben Stadt und Land auch Autobahnabschnitte enthielt, zeigte der Bordcomputer einen Verbrauch von 6,4 Litern an. Bezogen auf die Größe des Fahrzeugs ist das kein schlechter Wert, lässt aber auch keine Jubelstürme aufkommen. Nach dem offiziellen WLTP-Zyklus gibt Hyundai im Schnitt 5,6 Liter über 100 Kilometer an, was einem CO2-Ausstoß von 127 Gramm pro Kilometer entspricht.

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Die Gangwahl erfolgt im Hyundai Tucson über drei Knöpfe, durch "Shift-by-wire"-Technik.

(Foto: Hyundai)

Hyundai bietet seinen neuen Tucson zunächst in den vier Ausstattungslinien "Pure", "Select", "Trend" und "Prime" an. Im Frühjahr wird die "N Line" mit einer besonders sportlichen Ausprägung hinzukommen. Die Preisspanne zwischen Basis und Topmodell liegt bei über 18.000 Euro und endet bei einem Einstiegspreis von 44.255 Euro.

Die Basis ist zwar recht üppig ausgestattet, und es sind sogar diverse Sicherheits-Assistenzsysteme wie Fahrradfahrer- und Verkehrszeichen-Erkennung serienmäßig an Bord, dennoch fehlt die Möglichkeit, irgendwelche Extras hinzuzubestellen. Zudem ist der "Pure" nur in Rot erhältlich. Das ist pure Absicht: Hyundai möchte mit dieser Preis-Strategie erreichen, dass der Kunde auf höherwertige Linien umsteigt.

Quelle: ntv.de, Michael Specht, sp-x