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Hyundai macht nächsten Schritt HDC-6 Neptune - Brummi mit Brennstoffzelle

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Mindestens 400 Kilometer wird der HDC-6 Neptune in Zukunft mit einer Tankfüllung Wasserstoff zurücklegen.

(Foto: Hyundai)

Während andere noch mit den Reichweiten ihrer batteriegetriebenen Lkw hadern oder sie nur vollmundig ankündigen, hat Hyundai bereits den nächsten Schritt gemacht. In den USA präsentieren die Koreaner den Brennstoffzellen-Lkw HDC-Neptune.

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Die Studie HDC-6 Neptune stammt aus der Feder von Design-Chef Luc Donckerwolke.

(Foto: Hyundai)

Während Elon Musk noch über den batteriegetriebenen E-Truck aus dem Hause Tesla philosophiert, präsentiert Hyundai auf der North American Commerical Vehicle Show die optisch futuristische und antriebstechnisch in die Zukunft weisende Lkw-Studie HDC-6 Neptune. Der auffällige designte Sattelschlepper wird nämlich ebenfalls elektrisch angetrieben, wobei der Strom für den Vortrieb von einer Brennstoffzelle geliefert wird.

Schön wie die Mercury-Lokomotive

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Werbeschild von 1934 mit der futuristischen Mercury-Lokomotive.

(Foto: Mercury Train Metal Sign)

Beim Design hat sich kein Geringerer als Luc Donckerwolke an der markanten Art-Deco-Optik der erstmalig 1936 in den Dienst gestellten Mercury-Lokomotive orientiert. Auffällig ist beim Hyundai-Laster die optische Trennung des Bereichs um das Fahrerhaus mit schwarz getöntem Glas und dem darunter liegenden Aufleger mit einer Rippenstruktur. Die ist allerdings nicht nur ein bildnerisches Teil, sondern übernimmt gleichsam die Kühlung für den Antrieb.

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Einen Blick in die Zukunft gewährt auch das futuristische Cockpit des HDC-6 Neptune.

(Foto: Hyundai)

Auch das Cockpit des HDC-6 Neptune weist weit in die Zukunft. Statt in einem großen Kombiinstrument werden fahrrelevante Informationen in der Windschutzscheibe und in dessen Rahmen angezeigt. Der dient übrigens zu beiden Seiten als Rückspiegel. Einen Gangwahlhebel gibt es im HDC-6 nicht mehr. Auch der Beifahrer nutzt die Rahmung der Frontscheibe als Projektionsfläche. Hier können zum Beispiel Entertainment-Inhalte abgespielt und angesehen werden. Die Stühle von Fahrer und Beifahrer sind übrigens drehbar, was es der Cockpitbesatzung erlaubt, sich auch quer zur Fahrtrichtung gegenüberzusitzen. Die Fahrzeugführung übernimmt in solchen Fällen die Bordelektronik.

500.000 Fahrzeuge in zehn Jahren

Details zum Antrieb des dreiachsigen HDC-6 Neptune nennt Hyundai nicht. Es ist aber anzunehmen, dass die Studie über die Technik des kürzlich vorgestellten Wasserstoff-Lasters H2 Xcient verfügt. Der wird mit zwei 95 kW leistenden Brennstoffzellen-Stacks und einem 35 Kilogramm fassenden Wasserstoff-Tank betrieben. Damit sollen pro Tankfüllung 400 Kilometer Reichweite möglich sein. Bereits kommendes Jahr will man 50 dieser Wasserstoff-Lkw in der Schweiz in Dienst stellen. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts soll ihre Zahl auf 1600 steigen.In den USA zeigt Hyundai die Studie HDC-6 Neptune zusammen mit einem Anhänger mit klimafreundlicher Kühltechnik.

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In den kommenden zehn Jahren will Hyundai 500.000 Lkw mit Brennstoffzellen verkaufen.

(Foto: Hyundai)

Hyundais angesagtes Ziel ist es, der klimaneutraler Mobilität sowie der Brennstoffzellentechnik zum Durchbruch zu verhelfen. In diesem Bereich haben die Koreaner nicht nur mit dem Brennstoffzellen-getriebenen SUV Nexo eine Vorreiterrolle übernommen. Nach der Fuel Cell Electric Vehicle 2030 Vision plant der Konzern bereits in 10 Jahren, 500.000 Brennstoffzellenfahrzeuge pro Jahr zu produzieren. Vor allem im Schwerlastbereich bieten diese Vorteile, da sie große Reichweiten sowie kurze Tankzeiten erlauben. Mit der Studie HDC-6 Neptun will Hyundai die Marktchancen der Technik ausloten und auch mögliche Kooperationspartner für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur gewinnen.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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