Auto

Diesel und Benziner aufgerüstet Mehr Leistung für stattliche Renaults

Tal-Kol-Esp.jpg

Renault peppt seine drei großen Modelle auf: Talisman, Koleos und Espace.

(Foto: Axel F. Busse)

Zum Jahresende offeriert Renault die größten Fahrzeuge in seiner Flotte mit stärkeren Motoren. Betroffen davon sind Talisman und Espace. Beim SUV Koleos wurde an den Triebwerken nichts geändert, dafür entfällt das manuelle Getriebe.

Das Rauten-Logo als Tannenbaum-Schmuck? Mit einer Motorenoffensive zum Jahresende will Renault seine großen Modelle präsentfähig machen. Die Limousine Talisman, der Van Espace und auch das SUV Koleos werden mit neuen Antriebsvarianten angeboten. Dabei gibt es zum Teil einen ordentlichen Leistungsaufschlag.

r151118p.jpg

Der 1,8 Liter Benziner im Renault Talisman leistet jetzt 200 PS.

(Foto: Renault)

Bis zu 225 PS sind jetzt in der Limousine Talisman und analog im Kombi, den die Franzosen Grandtour nennen, zu haben. Sie werden mit vergleichsweise bescheidenem Hubraum erzeugt, denn der Vierzylinder verfügt über exakt 1798 Kubikzentimeter Volumen. Bisher hatte die Spitzenmotorisierung ebenfalls überschaubaren 1,6-Liter-Hubraum und leistete 200 PS. Mit 300 Newtonmeter Drehmoment liegt der Ottomotor exakt auf dem Niveau des gleich großen Diesels, braucht aber 2500 Umdrehungen, um sie frei zu geben.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Stufen, das bei ersten Proberunden allerdings eine überraschende Eigenschaft offenbarte. Zwar war nach plötzlichem Gasgeben kein Zurückschalten in niedrigere Übersetzungen zu spüren, dafür aber die deutliche Zunahme an Drehzahl und Motorgeräusch, was gemeinsam mit einem mäßigem Tempoaufbau eher an ein CVT-Getriebe erinnerte.

Dem komfortablen Reisegefühl einer großen Limousine tat dies freilich keinen Abbruch, wobei man die Tatsache nicht übersehen darf, dass der Talisman als Viertürer in seinem Segment in Deutschland einen schweren Stand hat. Neun von zehn Kunden bevorzugen die fünftürige Grandtour-Variante, die zwar oft als "Vertreterauto" geschmäht, von ihren Nutzern aber sehr geschätzt wird. Freilich bevorzugt diese Kundschaft Reichweite und Wirtschaftlichkeit, was sie wiederum zu Dieselkunden werden lässt. Im vergangenen Jahr waren etwa 40 Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Talisman-Exemplare mit einem Selbstzünder ausgestattet.

Angebot für Gewerbekunden

ESPACE.jpg

Der Espace bekommt zusätzlich einen 200 PS starken Diesel unter die Haube.

(Foto: Axel F. Busse)

Neu im Sortiment ist beim Talisman die so genannte Business-Edition, die speziell auf Gewerbekunden zugeschnitten und nur in der Grandtour-Karosserieform verfügbar ist. Allerdings kann man zwischen dem Benziner mit 225 PS und Diesel mit 150 PS wählen, wobei der Selbstzünder ab 36.900 Euro kostet und der Kombi mit Ottomotor 37.750 Euro. Zusätzlich zu den anderen drei Ausstattungslinien bietet die Business-Edition eine adaptive Temporegelung, Einparkhilfen vorn und hinten, Head-Up-Display, Notbremsassistent und eine Trenn-Netz für den Kofferraum.

Auf mehr Saft und Kraft können sich künftig auch die Käufer des Renault Espace verlassen. Die Großraum-Limousine ist zwar mit jeder Generation etwas geschrumpft, doch die Rauten-Marke tapfer fest am Konzept des geräumigen Fünftürers, auch wenn markenübergreifend immer mehr Kunden zu den verschiedenen SUV-Größen abwandern. Der Attraktivität des Angebots schadet es sicher nicht, hier zusätzlich zum bisher angebotenen 160-PS-Diesel noch ein 200 PS starkes Selbstzünder-Aggregat ins Programm zu nehmen. Der Motor hat zwei Liter Hubraum und bringt enorme 400 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderachse.

Und genau dort offenbart sich auch die kleine Schwäche, die in dieser Konfiguration wohl nur sehr schwer abzustellen sein wird: Die enorme Durchzugskraft bringt die Vorderräder leicht an ihre Haftungsgrenze, die Antriebseinflüsse sind auch in der Lenkung spür- und unverkennbar. Von Kavalierstarts ist also abzuraten, vielmehr sollte der stärkere Diesel im Espace mit der Gelassenheit bewegt werden, mit der er seinen Dienst verrichtet. Dann dürften auch die 5,3 Liter je 100 km, die der Hersteller verspricht, im Bereich des Möglichen liegen.

Eine Schaltstufe weniger

r170754p.jpg

Beim Koleos hat Renault entschieden, dass das manuelle Getriebe entfällt.

(Foto: Renault)

Auf freier Strecke rennt der Van bis 215 km/h, wird aber bei anhaltendem Vollgas auch eher zehn als acht Liter verbrauchen. Leider kann man in Abweichung zum Talisman nicht auf das segensreiche Wirken der 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik vertrauen, denn die ist für das hohe Drehmoment nicht ausgelegt. Man muss sich mit einer Fahrstufe weniger begnügen.

In der Spitzen-Ausstattung und mit dem Spitzen-Diesel ist der Espace eine durchaus kostspielige Anschaffung. 52.200 Euro sind zu veranschlagen, will man mit dem Label "Initiale Paris" herum fahren. Diese Version beinhaltet unter anderem 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Adaptives Fahrwerk, beheizbare Windschutzscheiben, eine Bose-Surround-Soundanlage, Navigationssystem, beheizbare Vordersitze, Rückfahrkamera, diverse Assistenzsysteme und vieles mehr. Analog zum Talisman ist auch für den Espace die Business-Edition erhältlich, und zwar ab 43.950 Euro (für den 160-PS-Diesel).

Verkaufsförderung durch neue oder stärkere Motoren hat der Renault Koleos nicht nötig. Er rangiert in dem Fahrzeugsegment, das gegenwärtig äußerst angesagt ist. Nach wie vor gibt es einen Motor, der mit Front- oder Allradantrieb kombiniert werden kann. Der zwei Liter große Diesel hat 177 PS, für die er mindestens 2000 Umdrehungen braucht. Mit 210 Millimetern Bodenfreiheit ist der Koleos durchaus geländetauglich, auch Böschungs- und Rampenwinkel sind so bemessen, dass er herausfordernde Pistenbedingungen unbeschadet überstehen kann. Neu ist der Entfall des manuellen Getriebes, für beide Antriebsvarianten gibt es eine CVT-Automatik. Diese vor allem in Asien beliebten Schaltboxen kommen ohne festgelegte Übersetzungsstufen aus, können aber elektronisch gesteuert Schaltpausen simulieren.

In der günstigsten Variante kostet der Koleos 35.600 Euro, als "Initiale Paris" werden 45.050 Euro fällig. Die hat dann nicht nur Allradantrieb und 19-Zoll-Felgen, sondern auch Rückfahrkamera, Akustik-Verglasung, beheiz- und belüftbare Vordersitze, LED-Scheinwerfer, elektrische Heckklappe mit Fußsensor sowie ein R-Link-Infotainment-System mit Navigation und Digitalradio.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema