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Deutscher Kinderunfallatlas Mit Rad und zu Fuß wird es sicherer, im Auto nicht

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Kinder auf dem Weg zur Schule: Unter radfahrenden Kindern sind die Unfallzahlen gesunken.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Kinder, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, sind in den letzten Jahren auf deutschen Straßen sicherer unterwegs als zuvor. Das zeigt der Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen. Doch im Auto sind mehr unter 15-Jährige verunglückt - möglicherweise wegen der vielen "Elterntaxis".

Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle von Kindern sinkt. Dem nun veröffentlichten Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zufolge gilt das aber nicht für alle Verkehrsmittel und nicht in allen Regionen gleichermaßen.

Laut der Studie verunglückten zwischen 2015 und 2019 pro Jahr und je 100.000 Kinder durchschnittlich 38,3 unter 15-Jährige schwer. In der Periode zwischen 2006 und 2010 waren es noch 46,1 von 100.000 Kindern.

Gesunken sind vor allem die Opferzahlen unter den Fußgängern und Radlern. Zu Fuß kamen in der ersten Untersuchungsperiode 19,5 Kinder zu Schaden, in der zweiten 14,7. Bei den Radfahrern lagen die Werte bei 14,1 und 10,4. In beiden Fällen entspricht das einer deutlichen Reduktion um circa ein Viertel.

Mehr Kinder im Auto zu Schaden gekommen

Gestiegen hingegen ist die Zahl der im Auto zu Schaden gekommenen Kinder: In der ersten Untersuchungsperiode waren es 10,2, in der zweiten 11,6 pro 100.000 Kinder- ein Plus von knapp 14 Prozent. Ein möglicher Grund ist nach Ansicht der Experten, dass Kinder immer häufiger mit dem Auto zum Ziel gebracht wurden. Vor allem jüngere Kinder seien erkennbar weniger zu Fuß unterwegs gewesen. Im Bundesdurchschnitt ging jedes Kind pro Tag einen Kilometer zu Fuß und legte einen Kilometer auf dem Fahrrad zurück. Als Pkw-Mitfahrer wurden täglich etwa 17 Kilometer absolviert.

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Unterschiede beim Unfallrisiko gibt es auch regional. In dicht besiedelten Gebieten ist es der Studie zufolge relativ hoch. Radfahrende Kinder sind demnach in zentralen Städten ländlicher Regionen besonders gefährdet, für Pkw-Mitfahrer ist das Risiko in ländlichen Gegenden und in kleinstädtischen Räumen besonders hoch. Unfälle mit zu Fuß gehenden Kindern gibt es besonders häufig in den Stadtstaaten und in kreisfreien Städten, wo sie häufiger unterwegs sind als in den meisten Flächenländern oder in Landkreisen.

Mit dem Fahrrad werden sowohl in der nördlichen Hälfte als auch im äußersten Süden der Bundesrepublik mehr Kilometer zurückgelegt. Im Norden und Nordosten Deutschlands sowie in Baden-Württemberg und Hessen werden Kinder als Mitfahrer im Pkw besonders viele Kilometer pro Tag gefahren.

Quelle: ntv.de, Holger Holzer, sp-x

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