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Der muss elektrisieren VW startet ID.3-Produktion in Zwickau

Der ID.3 ist für Volkswagen nach eigenen Aussagen das wichtigste Auto der Zukunft. Heute startet in Zwickau die Produktion des Stromers. 1,2 Milliarden Euro haben die Wolfsburger in die Transformation des Standorts in Sachsen investiert.

Mit dem Produktionsstart des ID.3 in Zwickau will VW eine neue Ära in der Automobilproduktion einläuten. Für den Konzern in Wolfsburg ist dieser Schritt ebenso wichtig wie seinerzeit der Bau von Käfer und Golf, heißt es. In Zwickau hat Volkswagen erstmals von der Produktion von Verbrennungsmotoren komplett auf die Herstellung von Elektroautos umgestellt. Dazu entstehen 12 neue Gebäude sowie Hallenteile. Allein das bestehende Presswerk musste für rund 75 Millionen Euro erweitert werden. Damit kann Zwickau ab 2021 alle zentralen Karosserieteile des Modularen Elektrobaukastens (EMB) selbst produzieren.

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8000 Mitarbeiter am Standort Zwickau wurden umgeschult.

(Foto: VW)

Die zweite Montagelinie in Zwickau will VW ab Sommer 2020 umstellen und noch im selben Jahr in Betrieb nehmen. In der finalen Ausbaustufe werden in Zwickau ab 2021 sechs Modelle auf MEB-Basis für drei Konzernmarken gebaut. Die Produktionskapazität wird von 300.000 auf 330.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen, so VW. Zwickau wird damit zum größten und leistungsfähigsten E-Auto-Werk Europas.

Insgesamt investiert Volkswagen rund 1,2 Milliarden Euro in die Transformation des Standorts. Rund 800 Millionen Euro wurden davon bereits eingesetzt. VW will in Zwickau perspektivisch 1500 Autos am Tag herstellen. Das sind 150 Fahrzeuge mehr als vor dem Umbau. Insgesamt bereiten sich 8000 Mitarbeiter am Standort auf den Start in das E-Zeitalter vor. Im Rahmen spezieller Hochvolt-Schulungen lernen sie derzeit den sicheren und richtigen Umgang mit modernen Batteriesystemen und Starkstromleitungen.

ID.3 wird zum wichtigsten Auto im Konzern

Mit der klaren Ausrichtung auf die E-Mobilität wird der ID.3 für VW zum wichtigsten Auto im Gesamtangebot des Konzerns. Der breiten Masse wurde der Stromer erstmals auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2019 in Frankfurt am Main vorgestellt. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist für Sommer 2020 geplant. Dabei werden zunächst jene Kunden zum Zuge kommen, die sich im Rahmen des Pre-Bookings einen frühen Produktionsslot für die "First-Edition" des ID.3 gesichert haben. Bereits jetzt sind mehr als 30.000 Reservierungen eingegangen.

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Insgesamt werden in den Standort Zwickau 1,2 Milliarden Euro investiert.

(Foto: VW)

Spannend wird sein, ob weitere Kunden den Optimismus der Führungsriege in Wolfsburg zur E-Mobilität teilen. Zumindest am Anfang könnte das schwierig sein. Bereits jetzt wird gemunkelt, es gäbe Probleme bei der Bereitstellung der Akkumulatoren, die zu gleichen Teilen aus China und der VW-eigenen Produktion stammen sollen. Zudem müssen Käufer auch beim ID.3 mit den Nachteilen der Elektromotorisierung leben: geringere Reichweite zu höherem Preis, eingeschränkte Langstreckentauglichkeit durch lange Ladedauer. Einfacher gesagt: Mit einem Golf kann man prima in den Urlaub fahren, mit einem ID.3 dauert es zumindest mal länger - oder man kann sich den Urlaub erst gar nicht leisten, weil man so viel für den ID.3 bezahlt hat. Unter 29.900 Euro wird das Basismodell mit 330 Kilometern Norm-Reichweite nicht zu haben sein. Wer die größere Batterievariante wählt, mit einer Reichweite bis zu 550 Kilometer, der muss über 40.000 Euro zahlen.

Quelle: n-tv.de, hpr

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