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Daten, Karten, Infografiken Die Coronavirus-Lage in China

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Quarantäne-Maßnahmen in nie dagewesenen Ausmaßen: China wehrt sich mit aller Macht gegen das Coronavirus.

(Foto: REUTERS)

Im Reich der Mitte springt das Coronavirus inmitten der Millionenmetropole Wuhan erstmals auf den Menschen über, die Epidemie nimmt ihren Lauf. Drei Monate später ebbt die Infektionswelle ab. Die Zahl der Neuansteckungen im Land sinkt auf Null. Ein Überblick.

Am zweiten Tag in Folge ist im Inneren der Volksrepublik China den offiziellen Angaben zufolge kein einziger neuer Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 registriert worden. Die amtliche Statistik in Peking weist lediglich 39 neue Coronavirus-Fälle aus. Die Menschen sollen sich jedoch allesamt im Ausland angesteckt haben.

Die Nationale Gesundheitskommission meldete am heutigen Freitag zudem lediglich drei neue Todesfälle - der geringste Anstieg innerhalb eines Tages seit Januar. Die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen gehen in China - dem Ausgangspunkt der Pandemie - schon seit Wochen deutlich zurück. In Festlandchina haben sich insgesamt 80.967 Einwohner mit dem Virus infiziert. Aktuell erkrankt sind nach Behördenangaben derzeit noch 6569 Personen. 3248 Menschen starben an dem Virus.

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China fürchtet jedoch eine zweite Welle von Infektionsfällen durch aus dem Ausland einreisende Chinesen. Der rückläufigen Corona-Entwicklung in China steht die drastische Zunahme der Krankheitsfälle und Totenzahlen in Europa gegenüber.

Italien, das in Europa am stärksten von der Pandemie betroffene Land, überholte China bei der Zahl der Todesopfer. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Coronavirus-Toten dort bis Donnerstagabend auf 3405. Selbst in Deutschland gibt es derzeit mehr als doppelt so viel aktive Coronavirus-Infektionen wie in China.

Drakonische Maßnahmen Ende Januar ergriffen

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Das bis Ende 2019 noch unbekannte Virus war erstmals im Dezember in der Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei bei Menschen festgestellt worden. Es soll auf einem Markt mit Wildtieren übertragen worden sein. Experten vermuten, dass dies womöglich schon im November geschehen sein könnte.

Die Behörden ergriffen dann Ende Januar drakonische Maßnahmen und stellten faktisch die gesamte Provinz mit ihren 56 Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Hubei und weitere betroffene Regionen wurden von der Außenwelt abgeriegelt. Alle Verkehrsverbindungen auf dem Landweg, per Schiff oder mit dem Flugzeug unterlagen strikten Kontrollen. Ohne Sondergenehmigung durfte die Masse der Einwohner über Wochen hinweg nicht einmal ihr unmittelbares Wohngebiet verlassen.

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Niemals zuvor wurde eine solche Menge an Menschen solch strikten Maßnahmen zum Seuchenschutz unterworfen. Am 10. März, fast zweieinhalb Monate nach dem Beginn des Coronavirus-Ausbruchs, reiste Chinas Staatschef Xi Jinping nach Wuhan, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Die lokalen Behördenvertreter konnten ihm dort erste Erfolge präsentieren. Diese gigantische Quarantäne wurde aber zuletzt bereits etwas gelockert.

Die drakonischen Eingriffe in das Wirtschaftsleben und die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung zeigen offenbar Erfolg: Die Zahl der Neuinfektionen entwickelt sich seit Anfang März rückläufig. Bereits Ende Februar überstieg die Zahl der genesenen Coronavirus-Patienten die Masse der noch aktiven Infektionen.

Wissen über das Virus wächst

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Im Kampf gegen die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 erzielten Ärzte, Pflegepersonal und Gesundheitsbehörden Schritt für Schritt, so scheint es, Fortschritte bei der Eindämmung des Erregers. Seit dem 13. März 2020 war China zudem nicht mehr das Land, das weltweit die meisten aktuellen Infizierten aufweist. Durch den Anstieg der Fallzahlen in der Lombardei liegen die Zahlen in Italien inzwischen sehr viel höher.

Das Wissen über das Virus wächst. In beispielloser internationaler Zusammenarbeit teilen Forscher der Volksrepublik ihre Erkenntnisse mit Wissenschaftlern in aller Welt. Besiegt ist das Coronavirus damit jedoch noch lange nicht. Noch ist zum Beispiel unklar, wann genau alle Einschränkungen in China wieder restlos aufgehoben werden können und das öffentliche Leben - und die schwer getroffene Wirtschaft des Landes - wieder in den Normalzustand zurückkehren können.

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Ebenso offen sind jedoch auch noch die Fragen, wie genau das bevölkerungsreichste Land der Erde aus der großen Virus-Krise hervorgehen wird. Kann die autoritär regierte Volksrepublik mit ihrer zentralistischen Planwirtschaft die durch die Epidemie ausgelösten Verwerfungen tatsächlich stabil und unverändert überstehen? Und wie stark wird sich die Weltwirtschaft mit ihrer bisher sehr starken Ausrichtung auf Produktionsstätten in China durch die Pandemie-Erfahrungen langfristig verändern?

Quelle: ntv.de, mit AFP