Unterhaltung

"Let's Dance" - Show 1 "50 Jahre lang war ich nicht sexy"

Jan Hofer geht "sehr lieb mit dem Parkett um", Kim Riekenberg tanzt mit der Anmut einer Elfe und ein Boxer ist nicht nur im Ring "ein Rohdiamant". Doch schon naht der erste Abschied. Gehen muss jemand, der mit der Entscheidung überhaupt nicht gerechnet hat.

"Es gibt hier keinen Homosexualitäts-Bonus!", sagt Daniel Hartwich und weiter: "Fragen Sie mal Kerstin Ott!" Ganz klar: Den braucht Nicolas Puschmann gar nicht, wenn er mit Vadim über die Tanzfläche fegt. Voller Energie, voller Leidenschaft - für unseren Herrn Llambi sogar schon ein bisschen zu viel der Euphorie. Die beiden tanzen einen Cha-Cha-Cha mit Führungswechsel, oder wie Motsi freudig applaudiert: "Ich liebe es, ich liebe es!"

"Let's Dance" startet mit der ersten großen Live-Show. Victoria strahlt schön wie blühender Flieder und Jorge sieht diese Woche auf dem Kopf aus wie ein Parasaurolophus. Alle haben gute Laune, und das, obschon bereits der Erste am Ende des Abends abtanzen muss. Doch jetzt heißt es erstmal: "Klappe halten, zuhören und arbeiten." Okay, so manche/r ist sichtlich nervös, Auma Obama beispielsweise hat so schlimmes Nervenflattern, dass sie, wie Llambi betont, "sehr viel auf Andrzej draufliegt". Frohnatur Mickie Krause hingegen "zerstört" gleich einen ganzen Cha-Cha-Cha durch seine Tapsigkeit.

Dann wieder gibt es Promis, da fragt man sich: Hilfe, haben die eine Woche 24 Stunden lang durchtrainiert? Kim Riekenberg tanzt mit ihrem Pasha den Langsamen Walzer mit einer solchen Hingabe, dass nicht nur die Jury ob ihrer Anmut verzaubert ist. Dass es auf dem Parkett so stark "geknistert" hat, liegt nicht an der "harten Peitsche ihres russischen Tanzlehrers", sondern vielmehr an ihrem Biss. Da soll noch einer sagen, Models können nur auf dem Laufsteg glänzen.

"Wie Fiffi ans Gehackte"

Abgeliefert haben auch Erol Sander und Simon Zachenhuber. Der eine Schauspieler und über fünfzig Jahre alt, der andere, Boxer und Anfang zwanzig. Die Jury lobt vor allem die Authentizität des "Rohdiamanten" Zachenhuber - und da ist er auch endlich wieder: Llambis Lieblingsspruch, der Neu-Tänzer solle nicht wie ein "Bambi" sein, sondern rangehen wie "Fiffi ans Gehackte". Zu fest zupacken darf man aber auch nicht. Der feurige Erol hätte von der armen "Marta Maschine" während des Tangos fast die Hand zerquetscht, aber immerhin: "Sie lebt noch."

Das tun "Gott sei Dank" auch die vielen Zuschauer, denen beim Anblick von Ex-Profi-Fußballspieler Rúrik Gíslason das Herzchen stehenbleibt. Der schöne Isländer tanzt mit seiner Renata außer Konkurrenz, hatte er in der vergangenen Woche doch bereits das goldene Ticket ergattert. Ja, Rúrik ist "hot", ja, er ist "zum Dahinschmelzen", aber er ist vor allem ein sympathischer Tänzer, der beim Training aufpasst, nicht rumdiskutiert und hart an sich arbeitet. So legt er auch eine Salsa aufs Parkett, mit der er nicht nur halb Köln-Ossendorf abfackelt, sondern fast ganz Twitter. Kurzum: das beste Tanzpaar des Abends.

Jan Hofer - mehr als nur "Oberkörper"

"Let' Dance" ist immer auch eine Familienshow gewesen. Bis dato kannte Deutschland vom Ex-Tagesschausprecher Jan Hofer allerdings "nur den Oberkörper. (…) 50 Jahre lang war ich nicht sexy, jetzt soll ich das innerhalb einer halben Stunde werden?" Lieber Jan, du musst gar nicht sexy sein, nur "echt". Nicht nur die Jury hat "Spaß" mit Hofer, der in der Tat eine große "Wärme ausstrahlt" und zudem auch unheimlich "lieb mit dem Parkett umgeht". Es geht auch gar nicht darum, das der 69-Jährige in der Show weit kommt, es geht um die Lebensfreude, die er - und das kann man wirklich sehen - empfindet, wenn er tanzt.

Ein Wort zu Senna Gammour, die in der Kennlernshow von Llambi kritisiert wurde und natürlich auch in den sozialen Medien. Selbstverständlich kann das verletzend sein, denn beleidigende Kommentare im Netz sind keine Seltenheit. Sie selbst sagt, sie habe sich gefühlt, als wäre sie in der Show "nicht willkommen". Vielleicht sollten wir bei all der Kritik und den hässlichen Kommentaren nicht vergessen, dass hinter einer taffen Fassade und einem schlagfertigen Mundwerk auch ein verletzlicher Mensch mit einem weichen Herzen stecken kann.

Kritik, Tränen und ein erster Abschied

Inzwischen gibt es aber leider ein nicht zu verharmlosendes Problem: Viele der neuen TV-Gesichter bringen ihre riesige Social-Media-Reichweite mit. Es gibt Kritiker:innen, die sich aus Angst, vor Followern rechtfertigen zu müssen, lieber zurückhalten. Kritik ist hart, Kritik kann wehtun, aber jedem der Juroren ist, wenn man die Show kennt, nur an einem gelegen: dass man sie annimmt, um an ihr zu wachsen. Erol Sander beispielsweise hat das direkt umgesetzt und erzielte "die größte Steigerung von allen".

Ausgetanzt hat es sich leider schon für Schlagersängerin Vanessa Neigert. Für den einen wirkte sie "wie auf Valium", für den anderen "zu kontrolliert". Tatsächlich schien sie immer ein bisschen entrückt. Sie muss mit den Tränen kämpfen, als das Urteil fällt. Schade, dass sie nun tänzerisch nicht mehr beweisen kann, dass mehr in ihr steckt, als eine junge Frau "mit einer Blockade".

"Let's Dance" ist immer freitags um 20.15 Uhr bei RTL zu sehen. Zudem ist dieSendung jederzeit auch bei TVNOW abrufbar. Weitere Informationen zur
Show gibt es bei RTL.de

Quelle: ntv.de

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