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"Plötzlich Prinz" Japanischer Kaiser befördert Bruder

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Das Kaiserpaar, rechts, und links Fumihito mit Ehefrau Kiko bei der Zeremonie.

(Foto: AP)

Weil Aiko, die 18-jährige Tochter des Kaiserpaares in Japan, nicht die Nachfolgerin ihres Vaters werden kann, ernennt Naruhito seinen jüngeren Bruder zu seinem Nachfolger. Dieser wurde nun mit Corona-Verspätung offiziell ernannt.

Der 60-jährige japanische Kaiser Naruhito hat seinen sechs Jahre jüngeren Bruder Fumihito offiziell zum Kronprinzen ernannt. Er sei sich seiner Verantwortlichkeiten als Kronprinz und seiner Aufgaben für den Chrysanthmenthron aufrichtig bewusst und werde seine Pflichten erfüllen, versicherte Fumihito. Der Thronfolger, der mit vollem Namen Fumihito von Akishino heißt, trug bei der Zeremonie am Sonntag im kaiserlichen Palast eine orangefarbene Robe. 

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Aiko, hier mit ihren Eltern Naruhito und Masako inklusive dem kaiserlichem Hofhund Yuri, darf nicht Kaiserin werden.

(Foto: imago images / Kyodo News)

Seit seiner Heirat im Juni 1990 trägt er den Titel Akishino-no-miya und ist Oberhaupt eines eigenen Zweiges des japanischen Königshauses. Akishino, Sohn von Akihito und Kaiserin Michiko, studierte von Rechtswissenschaft, Biologie und Politikwissenschaft in Tokio und anschließend am an der University of Oxford Ichthyologie, also Fischkunde. 1996 promovierte er dann mit einer Dissertation über Ornithologie.

Der Akt sollte eigentlich bereits im April stattfinden, war aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Aiko, Tochter und einziges Kind des Kaiserpaares, darf die Thronfolge nicht übernehmen, weil dies in Japan nur für Männer vorgesehen ist.

Ereignisreiches Jahr

Naruhito war vor anderthalb Jahren auf seinen Vater Akihito gefolgt. Dieser war der erste Kaiser Japans seit rund 200 Jahren, der noch zu Lebzeiten den Thron für seinen Nachfolger freimachte. Der 86-Jährige leidet seit einigen Jahren unter einer angeschlagenen Gesundheit. Bereits 2008 hatte Akihito stressbedingte Gesundheitsprobleme gehabt, unter anderem Magenbluten. Der Kaiser, der 2003 wegen Prostatakrebs operiert wurde, musste sich auch einer Bypass-Operation unterziehen. Im vergangenen Juli litt er unter zerebraler Anämie.

Zur Erinnerung: Naruhito hatte in seiner diesjährigen Neujahrsansprache, der ersten seit seiner Thronbesteigung, explizit den Wunsch geäußert, dass sein Land im Jahr 2020 von Naturkatastrophen verschont bleibe. Er hoffe, es werde ein "gutes und friedliches Jahr ohne irgendwelche Naturkatastrophen", sagte er in seiner Rede vom Balkon des Kaiserpalastes in Tokio aus. Zu der Ansprache hatten sich Zehntausende Menschen auf dem Palastgelände versammelt.

Quelle: ntv.de, soe/dpa

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