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30 Jahre Mario und pinke Prinzessin Klempner rettet Pilzreich vor Schildkrötenflut

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Mario (l.) mit Feuerball-Kräften im Endgegnerkampf mit Bowser.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Überschrift stimmt, millionen-, nein, milliardenfach. Seit drei Jahrzehnten findet die Suche des schnauzbärtigen Dickerchens nach der Prinzessin auf den Bildschirmen der Welt statt. Und dann geht es gegen die Riesenschildkröte. Super Mario ist Kult.

Irgendwie klingt es nach einem verzerrten "Oink", wenn er springt. Aber es ist kein rosa Schweinchen, sondern ein rot-blauer Klempner, der durch die 2D-Welt hüpft, mit seinem unverwüstlichen Kopf Münzen aus Steinen klopft, Schildkrötenpanzer wie Fußbälle aus dem Bildschirm schießt und in späteren Auftritten sogar mit einem albernen Eichhörnchenkostüm in Richtung einer Prinzessin wirbelt. Er ist Super Mario. Er kann das. Seit genau drei Jahrzehnten.

Mario konnte schon vorher Frauen retten, oder, nun gut, ein Mädchen. Ein riesiger Gorilla entführte Anfang der 1980er Jahre Pauline. Donkey Kong fürchtete im gleichnamigen Spiel von Shigero Miyamoto um seine menschliche Beute. Also schnappte er sich mit seiner pelzigen Pranke die Blondine und flüchtete nach oben, ins nächste Level - weil der Mario sich auch mit Fässern und allerlei Gegenständen nicht davon abhalten ließ, über Plattformen und Leitern in Richtung des tierischen Entführers zu klettern.

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Machte Nintendo in den USA erfolgreich: Mario-Erfinder Shigero Miyamoto.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mario bekam danach von Nintendo sein eigenes Spiel - und nachdem die Spielkonsole Famicom im heimatlichen Japan auf den Markt kam - am 13. September 1985 noch seinen Bruder Luigi in grün-blau an die Seite gestellt: fortan waren es die Super Mario Brothers. In ihre Heimat verschlug es die Exil-Italiener zwei Jahre später auf die europäische Version der Hardware, des Nintendo Entertainment System (NES). Wieder ging es darum, ein weibliches Wesen zu retten - diesmal war das Klempnerduo für Höheres berufen: Eine Prinzessin musste aus einem Schloss befreit werden, damit sie das Pilzreich ihres Vaters vom Fluch der Eindringlinge erlösen konnte.

Grüner Pilz - 1 UP!

Die Suche nach der Dame mit dem wenig graziösen Namen "Toadstool" (Giftpilz) findet vor himmelblauem Hintergrund statt, vor dem Mario durch die Level hüpfte. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht in den meisten Videospielen der frühen 80er Jahre die bevorzugte Szenerie schwarz gewesen wäre - denn das kostete keinen Speicher und sollte vor zu viel Beanspruchung der Augen schützen. Auch die verschiedenen Bildschirme, durch die sich Mario im Jump'n'Run bewegte, waren außergewöhnlich: Es war Miyamoto zufolge der erste Sidescroller, also das erste Mal, dass die Szenerie sich entsprechend der Bewegungen des Spielers nach links oder rechts rollte.

Nintendo selbst gibt an, insgesamt 310 Millionen Exemplare von Mario-Titeln an den Spieler gebracht zu haben. Super Mario Bros. ist dabei der erfolgreichste, mit mehr als 40 Millionen Einheiten für das NES. Nur Nintendos Wii Sports wurde auf einer einzelnen Plattform häufiger verkauft. Das agile Dickerchen ist aber auch abseits der Zahlen eine Ikone. Die Zahl der Jahre, die Mario Steine abklopft, ist auch die Zahl der Deutschen ab 14 Jahre, die inzwischen Spiele als Zeitvertreib angeben. So gut wie jedem von ihnen dürfte etwa der grün gepunktete Pilz vertraut sein: Ein Leben mehr im Kampf gegen die Invasion der Schildkröten!

Ähnlichen Kultstatus wie Mario erreicht wohl nur Pac-Man. Abgesehen von der gelben Fresskugel wird es schon schwierig, Figuren auf Augenhöhe des schnauzbärtigen Italieners zu benennen. Und das soll an dieser Stelle keine Anspielung auf seine gedrungene Gestalt sein. Interessant ist allerdings, dass es ein Handwerker zu Weltruhm gebracht hat. Ein Mann aus dem Volk, der die Adelige errettet, gefangen gehalten in einer Trutzburg? Das ist ganz klassische europäische Märchenromantik mit realer Inspiration: Schöpfer Miyamoto gibt an, dass sein Latzhosenheld nach Mario Segale benannt wurde, dem ehemaligen Hausmeister von Nintendo of America.

Um in Jahrzehnte alten Erinnerungen zu schwelgen, muss jetzt nicht der alte grau-schwarze Kasten entstaubt werden: Pünktlich zum runden Geburtstag seiner Ikone hat Nintendo den "Super Mario Maker" für Wii U veröffentlicht. Hier kann sich jeder seine Level im klassischen 2D-Stil basteln. Übrigens, Prinzessin Toadstool heißt inzwischen Prinzessin Peach. Das ist eine Alliteration. Vielleicht auch eine Zweideutigkeit. Aber dafür ist Mario wohl doch zu anständig.

Quelle: ntv.de

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