Unterhaltung

Staatsanwälte zu Suizidgefahr R. Kelly bleibt unter besonderer Beobachtung

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R. Kelly bei einem der Prozesse, die gegen ihn geführt wurden - und es werden wohl noch mehr.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Kurz nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft legen die Anwälte von R. Kelly Klage gegen das Gefängnis ein, in dem der wegen Missbrauchs verurteilte Musiker sitzt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hält die Haftbedingungen für gerechtfertigt - mit Verweis auf Kellys psychischen Zustand.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hält es weiter für gerechtfertigt, dass Sänger R. Kelly im Gefängnis unter besonderer Beobachtung für Selbstmordgefährdete steht. Am Freitag hatten Kellys Anwälte Klage gegen das Gefängnis eingereicht, weil sie in dessen Haftbedingungen eine Gängelung aufgrund von Kellys Bekanntheit sehen. Unter anderem beschwerten sie sich laut dem Magazin "People", dass er wegen der Einstufung als Selbstmordgefährdeter in einer spartanisch eingerichteten Einzelzelle untergebracht sei und Kleidung aus einem besonders rauhen Stoff tragen müsse.

Zwei Tage später veröffentlichte die Staatsanwaltschaft nun eine Stellungnahme, wonach sie Kellys Beurteilung als selbstmordgefährdet weiter für gerechtfertigt hält. Tägliche Gespräche von Haft-Psychologen mit ihm hätten zu dieser Einschätzung geführt, heißt es darin. Der 55 Jahre alte frühere Pop-Superstar war am Mittwoch in einem Missbrauchsprozess zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt worden.

Er ist derzeit in einem Bundesgefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn in Haft, könnte aber wegen eines weiteren Prozesses Anfang August verlegt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Jury den Musiker nach mehrwöchigem Prozess in allen neun Anklagepunkten - darunter sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung - für schuldig befunden. Kelly hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Dokumentation sorgt für Aufmerksamkeit

Erste Anschuldigungen gegen den 1967 in Chicago als Robert Sylvester Kelly geborenen Musiker wurden bereits vor rund 25 Jahren bekannt. 2008 stand er wegen des Besitzes von Bildern schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor Gericht - und wurde freigesprochen. Der Musik-Koloss schien unangreifbar auf seinem Pop-Thron. Mit mehr als 50 Millionen verkauften Alben, mehreren Grammys und anderen Auszeichnungen gehörte er zu den erfolgreichsten Musikern des späten 20. Jahrhunderts.

Aber spätestens als 2019 die aufsehenerregende Dokumentation "Surviving R. Kelly" die Anschuldigungen zusammenfasste, wurde es um den Sänger immer einsamer. Stars distanzierten sich von ihm, zudem Radiosender, Streaming-Dienste und dann auch sein Musiklabel RCA, das zu Sony Music gehört.

Mit der Strafmaßverkündung in New York sind die juristischen Auseinandersetzungen für Kelly noch nicht vorbei: Auch in den US-Bundesstaaten Illinois und Minnesota liegen Anklagen gegen den Musiker vor. Ein Prozess in Chicago soll schon Mitte August beginnen.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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