Unterhaltung

"Mir wird mehr als übel" Ruth Moschner stoppt "Penis-Theater"

imago0134914899h.jpg

Hat ein paar Tränen der Rührung verdrückt: Ruth Moschner.

(Foto: imago images/Future Image)

Sachen gibt's! Das denkt sich Ruth Moschner, als sie auf ein Buch namens "Penis-Theater" stößt und sich darüber öffentlich amüsiert. Dann aber bleibt ihr das Lachen im Halse stecken. Und nicht nur ihr, sondern auch dem Verlag, der das Buch nun vom Markt nimmt.

"Penis-Theater - Die große Show für den kleinen Freund" - so lautet der Titel eines Buchs, das auf den ersten Blick wie ein dämliches, aber harmloses Accessoire für grenzdebile Altherren-Runden, Junggesellenabschiede auf Mallorca oder sternhagelvolle Party-Abende daherkommt. Schließlich geht es in dem zwölfseitigen Werk darum, Karikaturen mit einem Loch in der Mitte mit dem "kleinen Freund" auszufüllen. So würden etwa der Elefant, das Chamäleon oder der Zauberzylinder in diesem "bezaubernden Bilderbuch" erst vervollständigt, heißt es im ursprünglichen Werbetext für das Produkt.

"Marke Wichtel-Geschenk", habe auch sie sich zunächst gedacht, gibt Moderatorin Ruth Moschner zu. "Ich fand's irre komisch", erklärt sie, weshalb sie das Buch vor einigen Wochen zu einer Art Fundstück der Woche auserkor und sich darüber öffentlich in den sozialen Netzwerken amüsierte.

Dass der Schuss nach hinten losging, machte ihr dann aber der Kommentar einer Nutzerin deutlich. "Dieses Buch ist kein bisschen lustig. Es wird gerne von Pädophilen für ihre Opfer genutzt, und wenn sich dann noch eine öffentliche Person wie Ruth Moschner darüber lustig macht, sind die Grenzen weit überschritten", weckte die Beobachterin bei der Moderatorin das Problembewusstsein.

"Mir wird mehr als übel", räumte die Moderatorin angesichts dieser neuen Erkenntnis vor einigen Tagen auf ihrer Instagram-Seite ein. Zugleich startete sie ihren Einsatz dafür, das Buch aus dem Handel zu verbannen. Mit schnellem und durchschlagendem Erfolg, wie sie nun bekannt gab. Der Riva-Verlag, in dem das Buch erschienen war, habe sie darüber informiert, dass er den Vertrieb umgehend stoppen werde, so Moschner.

"Ich muss gestehen, dass ich auch ein paar Tränen der Rührung verdrückt habe", erklärt die 46-Jährige. "Ich weiß das sehr zu schätzen. Denn auch wenn die Intention des Buches eine humorige war, der Verlag nimmt das Thema ernst, bagatellisiert nicht und hat umgehend gehandelt. Ein großes Danke dafür", führt sie weiter aus. Zwar werde es noch etwas dauern, bis das Buch komplett aus dem Handel verschwunden sei. "Aber es passiert", ist sich Moschner sicher.

Dass es inzwischen auch Kritik gibt, mit dem Einstampfen des Buches werde womöglich über das Ziel hinausgeschossen, verschweigt die Moderatorin ebenfalls nicht. So postete sie auf ihrer Instagram-Seite auch noch eine weitere Zuschrift. "Ich habe dieses 'Penis-Buch' vor 13 Jahren von Freunden zum damaligen 25. Geburtstag bekommen. Hätte nie gedacht, dass das solche Wellen schlägt nach all den Jahren auf dem Markt", heißt es darin. Und weiter: "Das Thema ist generell natürlich megawichtig, aber fangen wir dann bald auch an, Kuscheltiere zu verbieten, weil Pädo-Arschlöcher den Kindern damit Sexszenen vorspielen?"

Moschner will das jedoch nicht gelten lassen. "Ein Kuscheltier (…) 'verkleidet' oder verniedlicht keine Geschlechtsteile. Die Hauptzielgruppe von Teddy und Co. (…) sind Kinder. Das 'Penis-Theater' zielt aber eindeutig auf Menschen mit ausgewachsenen Geschlechtsteilen ab", stellt sie fest. Sicher hätten viele in der Vergangenheit unbedarft über das Buch geschmunzelt. "Aber es gibt eben offensichtlich noch eine andere Zielgruppe, und diese Bilder bekommt man nicht aus dem Kopf, wenn man die eigene Naivität abstreift", erklärt sie, weshalb es aus ihrer Sicht richtig sei, dass mit dem "Penis-Theater" nun Schluss ist.

Quelle: ntv.de, vpr

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen