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"Caterina, die Große" feiert 90. Valente: Habe gemacht, was ich wollte

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Die Entertainerin mit den weltweit meisten Fernsehauftritten: Caterina Valente.

(Foto: imago images/UIG)

Sie sang in 13 Sprachen und war berüchtigt für ihr spöttisches Grinsen. Caterina Valente wusste das Publikum zu verzaubern, sowohl in Italien, Deutschland als auch in den USA. Dann zog die Sängerin jedoch plötzlich den Schlussstrich. Nun feiert sie ihren 90. Geburtstag.

Es gibt keine Hommage, nicht mal eine Wiederholung einer ihrer alten Shows: Wenn mit Caterina Valente einer der wenigen deutschsprachigen Weltstars am heutigen Donnerstag 90 Jahre alt wird, müssen sich ihre Fans mit Erinnerungen an die Vergangenheit begnügen. Valentes Rückzug ins Privatleben vor etwa 20 Jahren hat offenbar Früchte getragen - allmählich scheint sie in Vergessenheit zu geraten.

Vor eineinhalb Jahren machte Valente in einem von ihrem Pressesprecher Günther Huber veröffentlichten Gespräch einen kurzen Rückblick auf ihre Weltkarriere. "Ich habe alles gemacht, was ich machen wollte, einiges besser, anderes schlechter, wie jeder, glaube ich - aber im Großen und Ganzen bin ich mit meiner Arbeit sehr zufrieden."

Der andere Teil des Rückblicks klang nicht weniger entspannt: "Natürlich macht sich mein Alter bemerkbar", sagte Valente. Aber sie fasziniere, wie die Ärzte heute solche Wehwehchen beseitigten, sodass auch im Alter ein gutes Leben möglich sei.

Zu ihrem 90. Geburtstag veröffentlichte Valente jetzt ein aktuelles Foto von sich - die Haare grau, aber der Blick so fest wie gewohnt ließ sie sich auf Facebook sehen. Das soziale Netzwerk ist der einzige Ort, auf dem sie Lebenszeichen sendet - dies aber sehr regelmäßig.

"Caterina, die Große"

Menschen, die jünger als 30 Jahre sind, dürfte sich kaum vermitteln lassen, welchen Donnerhall die auch als "Caterina, die Große" verehrte Künstlerin in ihrer Branche hinterließ. In allen Ländern, in allen Weltsprachen, mit fast allen künstlerischen Ausdrucksmitteln trat Valente auf die Bühne.

Zur Welt kam sie am 14. Januar 1931 in Paris als viertes Kind ihrer Eltern Giuseppe und Maria. Die beiden Italiener waren Künstler, der Vater ein gefeierter Akkordeonspieler, die Mutter eine Multiinstrumentalistin, die 33 verschiedene Instrumente spielte und als Entertainerin internationalen Ruhm genoss.

Damit war es für Caterina ein kurzer Weg ins Showgeschäft, noch vor ihrem fünften Geburtstag sang sie das französische Kinderlied "Papa n'a pas voulu" bei einem Auftritt mit ihrer Familie in Stuttgart. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Familie gemeinsam auf, bis Caterina mit ihrem im Jahr 2000 verstorbenen Bruder Silvio allmählich eigene Wege ging und als Sängerin, Schauspielerin und Entertainerin gefeiert wurde.

Der Durchbruch in Deutschland gelang ihr 1954 - das damals veröffentlichte "Ganz Paris träumt von der Liebe" brachte der in erster Ehe mit einem deutschen Jongleur verheirateten Sängerin einen Millionenerfolg. Mit der ersten Personalityshow Deutschlands, "Bonsoir, Kathrin", wurde sie ab 1957 auch im Fernsehen ein Star und bald mit Peter Alexander zum Fernsehtraumpaar.

Das berüchtigte spöttische Lächeln

Die in 13 Sprachen Schlager und Jazz singende Valente, die sechs Sprachen fließend spricht, konnte ihre Karriere auch außerhalb Deutschlands in Schwung bringen. Sie sang in Paris, trat schon 1955 im US-Fernsehen auf und hatte mit "The Breeze and I" einen Welthit.

Valente trat allein neun Mal in der "Dean Martin Show" auf und hatte eine eigene Fernsehshow in den USA. Sie holte riesige Einschaltquoten in Italien und feierte auch in Großbritannien Erfolge. Nach Frank Sinatra gilt sie als Entertainer mit den weltweit meisten Fernsehauftritten.

Doch schon lange hat sie einen Schlussstrich gezogen. 1996 spielte sie in der Leipziger Oper ihr letztes Konzert. Es folgten einzelne kurze Auftritte, seit Jahren nichts mehr. "Ich habe mich nie für eine große Künstlerin gehalten", schrieb Valente in ihrer Autobiografie - ein beispielloses Understatement der im Tessin in der Schweiz mit ihren zwei Söhnen aus ihren zwei gescheiterten Ehen lebenden Künstlerin. Doch vermutlich schrieb sie dies mit einem leicht spöttischen Lächeln im Blick - auch das war eines ihrer Markenzeichen.

Quelle: ntv.de, Ralf Isermann, AFP