Panorama

656.000 Dosen an einem Tag Deutschland erzielt neuen Impfrekord

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Hausarzt Robin John verabreicht dem 85-jährigen Hans-Joachim Nettelbeck in Sachsen-Anhalt die erste Dosis von Biontech.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Impfkampagne in Deutschland startet schleppend. Bisher reicht die Zahl der täglich verimpften Dosen nur selten an Werte um die 300.000 heran. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel wackelt. Kurz nach Ostern zieht das Tempo plötzlich an.

Die Impfkampagne in Deutschland kommt anscheinend in Schwung. Zuletzt wurden nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn so viele Dosen wie bisher noch nie an einem Tag verimpft. "Neuer Tagesrekord", teilte er auf Twitter mit. "Gestern wurden 656.000 Dosen verimpft, denn Arztpraxen impfen diese Woche erstmalig mit."

Die Daten aus dem RKI-Impfquotenmonitoring bestätigen Spahns Angaben: Die bundesweite Impfkampagne erreichte am Mittwoch nach Ostern einen neuen Spitzenwert bei der Anzahl der täglich verimpften Dosen. Der bisherige Höchstwert wurde innerhalb von nur 24 Stunden beinahe verdoppelt. Einen umfangreichen Beitrag steuerte dabei die Einbindung der Hausärzte in die Impfbemühungen bei: Am Tag davor hatten mobile Impfteams und Impfzentren nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) - noch ohne die Hilfe der niedergelassenen Ärzte - nur gut 366.000 Impfspritzen eingesetzt.

Knapp dreieinhalb Monate nach dem Start der Impfkampagne haben damit insgesamt etwas mehr als 11,5 Millionen Menschen oder 13,8 Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Gut 4,7 Millionen Menschen oder 5,7 Prozent der Bevölkerung sind bereits doppelt geimpft und damit komplett gegen das Coronavirus geschützt.

Länder impfen unterschiedlich

Wie aus den Daten des RKI weiter hervorgeht, konnten alle Bundesländer ihre Impfleistung durch die Unterstützung der Hausärzte deutlich steigern. Mit Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt haben am Mittwoch gleich sechs Länder mehr als doppelt so viele Dosen wie am Vortag verimpft. Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein haben ihre Vortageswerte sogar beinahe verdreifacht.

Die höchste Quote an Erstimpfungen weist den Angaben zufolge Bremen auf. In der Hansestadt haben bereits 16,5 Prozent der Menschen mindestens eine Dosis erhalten. In Mecklenburg-Vorpommern haben mit 12,5 Prozent bisher die wenigsten Menschen eine Erstimpfung erhalten.

Die meisten Zweitimpfungen weist Sachsen mit einer Impfquote von 6,8 Prozent der Einwohner auf. Das sind 2,3 Prozent mehr als beim Schlusslicht Schleswig-Holstein.

Stotterstart beschädigt Vertrauen

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In naher Zukunft sollen auch Fachärzte, Privatärzte und Betriebsärzte mitimpfen und die täglichen Werte damit weiter steigern. Vizekanzler Olaf Scholz hatte Anfang März in den Raum gestellt, dass bis zu zehn Millionen Menschen pro Woche geimpft werden könnten. Das wären 1,4 Millionen Dosen täglich und damit noch einmal doppelt so viele wie der aktuelle Rekord.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat versprochen, dass alle Impfwilligen in Deutschland bis zum 21. September eine Corona-Impfung erhalten sollten. Eine Mehrheit der Deutschen hält dieses Impfversprechen nach dem europäischen Stotterstart allerdings für unrealistisch. Nur knapp ein Viertel rechnet einer Umfrage zufolge damit, dass Deutschland das Impfziel trotz anhaltender Lieferschwierigkeiten und dauerhafter Astrazeneca-Probleme erreichen wird.

Quelle: ntv.de, chr

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