Politik

Keine zehn Millionen pro Woche Spahn kassiert Scholz' Impf-Prognose

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Spahn fordert weiterhin, die Impf-Reihenfolge einzuhalten.

(Foto: imago images/Jürgen Heinrich)

SPD-Spitzenkandidat Scholz ließ mit seiner Ankündigung aufhorchen, dass es im April zehn Millionen Impfungen pro Woche geben könne. Ministerkollege Spahn widerspricht dieser Aussage, macht aber dennoch Hoffnung. Die liegt demnach auf den Hausärzten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat davor gewarnt, unrealistische Erwartungen an die Impfzahlen im April zu schüren. Die Zahlen würden deutlich steigen, sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". "Aber die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf zehn Millionen in der Woche wachsen", fügte Spahn hinzu. Vizekanzler und SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz hatte am Wochenende gesagt, dass es bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben werde.

"Im April wird es deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in der Größenordnung", sagte Spahn weiter. Dann würden zunächst die Hausärzte einbezogen, in einem weiteren Schritt dann die Betriebsärzte. Mit jedem Schritt könne dann angesichts der Verfügbarkeit von mehr Impfdosen auch die Priorisierung flexibler gehandhabt werden.

Regierungssprecher Steffen Seibert hält im Juni rund zehn Millionen Impfungen pro Woche für möglich. "Im April nimmt die Impfkampagne weiter deutlich an Fahrt auf", sagte er. Zehn Millionen Dosen pro Woche seien aber sicherlich noch nicht drin.

"Schutzriegel" in Sachsen

Die Einhaltung der beschlossenen Impfreihenfolge hält Spahn weiterhin für notwendig. "Grundsätzlich ist es noch wichtig, die Priorität einzuhalten", sagte er. Er billigte jedoch den Plan der sächsischen Landesregierung, im Grenz-Landkreis Vogtland von der Impfpriorität abzuweichen.

Er habe mit Ministerpräsident Michael Kretschmer gesprochen und vereinbart, dass dort ein "Schutzriegel" durch Impfungen möglich sei, sagte Spahn. Kretschmer hatte zuvor angekündigt, im Vogtland wegen der Nähe zu Tschechien mit den dort sehr hohen Infektionszahlen möglichst alle Bewohner zu impfen und von der Prioritätenliste abzuweichen. Damit soll verhindert werden, dass sich im Grenzgebiet viele Menschen anstecken.

Spahn verwies zugleich darauf, dass bei den über 80-Jährigen nach den angelaufenen Impfungen bundesweit bereits erste Erfolge zu sehen seien. Die Todesfälle gingen zurück. Der Ärzteschaft sprach der Minister derweil sein Vertrauen bei der Einhaltung der Impfreihenfolge aus. "Ich habe ein sehr hohes Vertrauen in die Ärztinnen und Ärzte, dass sie zuerst diejenigen Patienten impfen werden, die auch am meisten gefährdet sind." Die Impfungen könnten in den Praxen der Hausärzte aber flexibler erfolgen. "Die Ärztinnen und Ärzte kennen ja ihre Patienten und wissen ja, wer zuerst zu impfen ist." Nächster Schritt seien dann Impfungen in Betrieben durch Betriebsärzte.

Quelle: ntv.de, mli/rts/AFP/dpa

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