Panorama

Pilotprojekt mit Luca im Norden Rostocks OB will Stadien für Fans öffnen

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Wenn Rostock vor Fans spielt, werden es nur sehr wenige sein.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Als erstes Bundesland setzt Mecklenburg-Vorpommern die Luca-App zur Kontaktverfolgung von Corona-Fällen ein. Die Gesundheitsämter des Landes sind bereits digital angedockt. In einem Pilotprojekt könnte Drittligaklub Hansa Rostock schon kommende Woche Fans in seinem Fußballstadion begrüßen.

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen will so schnell wie möglich Zuschauer bei Sportveranstaltungen in Stadien oder Hallen der Hansestadt zulassen. Dies könne bereits beim nächsten Spiel von Hansa Rostock gegen den Halleschen FC am 20. März in der 3. Fußball-Liga der Fall sein. Dies sei das Ergebnis einer Beratung der Stadt mit größeren Vereinen am Donnerstagabend, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. "Die Vereine haben gute Hygienepläne ausgearbeitet. Sie stammen noch aus der ersten Lockdown-Phase und sind qualifiziert auf die heutige Situation angepasst worden."

Diese Pläne sollen den Angaben zufolge vom Gesundheitsamt geprüft werden. Anschließend wolle Madsen mit den Ergebnissen in Gespräche mit der Landesregierung gehen. Der OB hatte Medienvertretern gegenüber von einem Lernprozess gesprochen, der letztlich den Zuschauerbesuch ermöglichen soll. Er sprach beim Hansa-Spiel von einer Größenordnung von bis zu 3000 Zuschauern, die er für vorstellbar halte. Der Klub selbst möchte laut NDR anfangs nur mit 777 Zuschauern starten.

Unterstützung durch Luca

Hintergrund des Vorstoßes ist die niedrige Sieben-Tage-Inzidenz in der Hansestadt. In den vergangenen Wochen lag sie stets deutlich unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. In Gebieten mit niedrigen Inzidenzzahlen will die Schweriner Landesregierung Pilotprojekte zur Öffnung unterstützen. Außerdem setzt Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland die Luca-App ein. Die Gesundheitsämter des Landes sind an diesem Freitag an das System angeschlossen worden.

Die App soll dabei helfen, die Kontakte von Corona-Infizierten schneller ermitteln zu können. Geschäfte, Gaststätten, Kulturbetriebe, Hotels, Behörden, aber auch Stadionbetreiber wie Hansa Rostock können sich anmelden und mit Luca die Daten ihrer Gäste und Kunden erfassen. Im Fall einer Corona-Infektion können die Gesundheitsämter für die Kontaktverfolgung auf die verschlüsselten Daten zurückgreifen. "Wir schaffen damit die Zettelwirtschaft ab", sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Das Land hat für die Lizenzierung des Systems und die technische Anbindung an die Gesundheitsämter 440.000 Euro in die Hand genommen. Für die Betriebe und Nutzer ist die App kostenlos. 3000 Einrichtungen haben sich nach Angaben der Landesregierung bisher angemeldet.

"Entlasten die Gesundheitsämter"

"Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, in dem die Luca-App flächendeckend genutzt werden kann", sagte Schwesig. Diese schnelle Möglichkeit zur Nachverfolgung von Kontakten sei eine wichtige Voraussetzung, um öffentliche Einrichtungen Schritt für Schritt wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen. "Zugleich entlasten wir die Gesundheitsämter, die schnell und sicher Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen können."

Am Luca-System sind drei Seiten beteiligt: Gast, Gastgeber und Gesundheitsämter. Will ein Nutzer einen Betrieb besuchen, muss er bewusst "einchecken" und vor Ort mit seiner Smartphone-Kamera einen QR-Code einlesen. Infiziert sich ein Nutzer, kann er seine die Check-in-Historie mit dem Gesundheitsamt teilen. Das Gesundheitsamt informiert dann die einzelnen Veranstaltungsorte und Events und sendet eine Anfrage zur Datenfreigabe an das Luca-System. Mit dieser Anfrage kann der Gastgeber dem Gesundheitsamt alle zeitgleichen Check-ins seiner Gäste freigeben.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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