Wirtschaft

App-Entwickler im Interview "Die Dynamik um Luca ist wirklich Wahnsinn"

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Entwickelt hat die Luca-App das Berliner Tech-Startup Nexenio.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Restaurants, Einzelhändler und Veranstalter setzen in der Corona-Krise große Hoffnungen in eine App: Luca. Um sie ist ein regelrechter Hype entstanden. Derzeit sei man mit rund 200 Gesundheitsämtern im Gespräch, sagt Mitentwickler Patrick Hennig

Mehrere Städte haben sie getestet, auch zahlreiche Pflegeheime. Mecklenburg-Vorpommern hat die Lizenz erworben: Seit Tagen sorgt die Luca-App für Schlagzeilen. Offenbar weil sie ein großes Problem lösen kann - und weil der Rapper Smudo dahintersteht. "Das ist kein PR-Gag", versichert Mitentwickler Patrick Hennig im Podcast "Die Stunde Null". "Wir haben das wirklich gemeinsam Stück für Stück entwickelt." Der einstige Frontmann der "Fantastischen Vier" habe jedes technische Detail drauf. "Smudo sagt immer: Wir beide haben innerhalb von zwölf Wochen ein Studium in Virologie und Epidemiologie nachgeholt."

Mit der Anwendung lassen sich Kontaktdaten erfassen. Dabei erhalten etwa Besucher von Restaurants oder Kunden im Einzelhandel einen QR-Code, der mit der Handy-App erfasst wird. Bei einer Infektion werden die Daten direkt und verschlüsselt an die kooperierenden Gesundheitsämter übermittelt. Damit soll der bisher häufig betriebenen Zettelwirtschaft ein Ende gemacht werden.

Entwickelt hat die Luca-App das Berliner Tech-Startup Nexenio, dessen Chef Hennig ist. Das Unternehmen, spezialisiert auf hochsichere IT-Lösungen, ist eine Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts. Der Kontakt zu der Hip-Hop-Band kam über einen Freund, die Entwicklung von Luca begann im September.

"Endlich spricht mal jemand mit uns"

"Uns ging es nicht darum, eine App zu entwickeln, sondern das System dahinter", sagt Hennig. "Der eigentliche Zauber von Luca ist, dass es den Prozess mit den Gesundheitsämtern digitalisiert und sie entlastet, sodass die sich um ihre eigentliche Arbeit kümmern können." Den Entwicklern war es wichtig, alle "an einen Tisch zu holen". "Viele Gesundheitsämter haben zu uns gesagt: Endlich spricht mal jemand mit uns. Die waren alle total offen. Bis zum heutigen Tag."

Die digitale Anbindung an die Gesundheitsämter ist der Kern der App, die Nutzerdaten werden verschlüsselt hinterlegt. "Wir verstehen uns als Software, als Verwaltungstool für die Gesundheitsämter, um mit den Akteuren direkt zu kommunizieren und zu interagieren," sagt Hennig. "Ziel ist, dass ein Gesundheitsamt innerhalb von einer Stunde mitmachen kann. Nur dann ist es skalierbar."

Derzeit sei man mit rund 200 Gesundheitsämtern im Gespräch. Neben den Nordseeinseln Sylt und Föhr setzen bereits auch Kiel und Rostock auf die App. Baden-Württemberg hat ein Konzept vorgestellt, das mit Luca arbeitet - und Mecklenburg-Vorpommern hat dieser Tage die Lizenz erworben. Nachdem die App Ende Februar in der Talkshow "Anne Will" vorgestellt wurde, habe es innerhalb von vier Tagen eine Million Downloads gegeben, so das Unternehmen. Nach der Ausweitung der Dokumentationspflicht seien zudem innerhalb von 30 Stunden rund 8000 Standorte registriert worden.

"Wir hatten ganz viele Zusendungen von Leuten, die diese QR-Codes schön designt haben und in die Schaufenster ihrer Läden gestellt haben. Da ist eine Dynamik entstanden, die war wirklich Wahnsinn", sagt Hennig. Als Nächstes werde man sich um die Frage kümmern, wie Testergebnisse und Impfnachweise sinnvoll integriert werden können.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null"

  • Wie die App funktioniert - einfach und anschaulich erklärt
  • Warum Stadion- und Restaurantbesuche mit der App schon bald wieder möglich sein könnten
  • Wie sich das Projekt finanziert "Die Dynamik um Luca ist wirklich Wahnsinn"und welches Geschäftsmodell hinter der App steckt

Alle Folgen finden Sie direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, ddi

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