Panorama

Gewalt gegen Einsatzkräfte Tausende feiern illegale Party in Frankreich

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An Silvester galt in Frankreich eine Ausgangssperre, doch nicht alle hielten sich daran. (Symbolbild)

In der Silvesternacht brechen in der Bretagne Tausende Partygäste die Corona-Auflagen. Als die Polizei anrückt, eskaliert die Situation. Derweil kommt es auch in anderen europäischen Ländern zu Corona-Verstößen und Krawallen. Zudem sterben bei einer Feier in Bosnien-Herzegowina acht junge Menschen.

Rund 2500 Menschen haben auf einer illegalen Silvesterparty im Westen Frankreichs gefeiert. Bei der versuchten Auflösung der Party in der Stadt Lieuron südlich von Rennes kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Teilnehmer stammten aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland, teilte die Präfektur des Départements Ille-et-Vilaine in der Bretagne mit. In Frankreich galt auch in der Silvesternacht eine Ausgangssperre zwischen 20 und 6 Uhr, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Als die Polizei jedoch auf der Party in einer leerstehenden Lagerhalle erschien, wurde sie mit "gewalttätiger Feindseligkeit" konfrontiert, wie es in einer Mitteilung der Beamten hieß.

Partygäste warfen demnach Steine und Flaschen auf die Polizisten; einige Sicherheitskräfte wurden leicht verletzt. Ein Polizeiauto wurde in Brand gesetzt, drei weitere beschädigt. Noch am Freitagmorgen tanzten sehr viele Raver in der Halle zu Techno-Musik, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Sicherheitskräfte verteilten Desinfektionsgel und Masken. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Auch in Marseille und Seine-et-Marne feierten etwa 300 und 100 Menschen ins neue Jahr. Ordnungskräfte hätten die Feiern aufgelöst. Der Sender Franceinfo berichtete zudem von einer geplanten Neujahrsfete mit 190 Gästen in der Normandie. Innenminister Gérald Darmanin hatte zuvor angekündigt, über die Silvesternacht 132.000 Polizisten im Land einzusetzen, um die Einhaltung der Ausgangssperre zu überwachen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden betrug laut den französischen Behörden am Donnerstag in Frankreich rund 20.000.

Angriff auf Einsatzkräfte in Wien

Auch in anderen europäischen Ländern gab es illegale Silvesterpartys und Ausschreitungen. In Wien sind Polizisten bei einem Großeinsatz mit Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Sie seien wegen Sachbeschädigungen im Stadtteil Favoriten der österreichischen Hauptstadt ausgerückt, wie die Polizei berichtete. Dort hätten mehrere Personen mit Feuerwerkskörpern Mülltonnen, Zeitungsständer, Fensterscheiben und anderes beschädigt oder zerstört und dann auf die Polizisten gezielt.

Täter und Täterinnen seien weggerannt, aber die Polizei habe neun Personen zwischen 14 und 29 Jahren gestellt. Ihnen werde schwere Sachbeschädigung vorgeworfen. Gegen einen 21-Jährigen wurde auch wegen versuchten Einbruchs ermittelt. Er blieb vorläufig in Haft.

Frau stirbt nach Feier in Belgien

In Belgien entdeckten Einsatzkräfte nach einer wegen Corona-Auflagen illegalen Silvesterparty die Leiche einer 59 Jahre alten Frau. Dies meldete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Ostflandern. Mehrere Personen hatten sich demnach zu einer Feier in einer Wohnung in der Gemeinde Lede zwischen Brüssel und Gent getroffen.

Wie viele Teilnehmer es waren, sagte die Staatsanwaltschaft noch nicht. Doch sei die Party ein klarer Verstoß gegen die Corona-Regeln gewesen. Die Tote sei gegen 4 Uhr morgens gefunden worden, hieß es weiter. Die Zeitung "Het Laatste Nieuws" schrieb, die Frau sei bei einem Streit ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich zur Todesursache jedoch noch nicht äußern.

Acht tote Jugendliche in Bosnien-Herzegowina

Derweil kam es in Bosnien-Herzegowina bei einer Silvesterfeier in einem Wochenendhaus zu einer Tragödie, bei der acht junge Menschen starben. Sie kamen offenbar durch ein Gasleck ums Leben. "Die wahrscheinlichste Todesursache ist eine Gasvergiftung", sagte Polizeivertreter Milan Galic dem regionalen Fernsehsender N1. Nach Angaben der Polizei wurden die vier Männer und vier Frauen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren in einem Wochenendhaus im südlichen Dorf Trebistowo gefunden. Berichten lokaler Medien zufolge starben die jungen Leute höchstwahrscheinlich durch Gas, das an einem Generator austrat.

Vergiftungen mit Kohlenmonoxid sind in der Balkanregion nicht selten. Dazu kann es kommen, wenn das hochgiftige, aber vom Menschen schwer wahrnehmbare Gas aus schadhaften Öfen oder Kaminen strömt.

Kleinere Silvesterpartys im privaten Rahmen wurden diesmal in der Region Bosnien in großer Zahl organisiert. Die Menschen umgingen damit den Lockdown, den die Behörden wegen der Corona-Pandemie verhängt hatten. Die Maßnahmen beinhalten unter anderen das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 30 Teilnehmern, die Schließung aller Gastronomiebetriebe um 23 Uhr sowie eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 5 Uhr früh.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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