Politik

Klingbeil bei Lanz "Es war ein Gegackere"

imago0122084633h.jpg

Übers Verlieren will Klingbeil nicht nachdenken, zumindest nicht öffentlich.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Die Lage in Afghanistan ist eigentlich das Thema bei Markus Lanz. Doch zuvor liefert sich der ZDF-Talker einen Schlagabtausch mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Der kritisiert unter anderem die Haltung der CDU in Thüringen bei dem für diesen Freitag geplanten Misstrauensvotum der AfD gegen Ministerpräsident Bodo Ramelow.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" heftige Kritik an CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet geübt. Wo Laschet bei der aktuellen Situation in Thüringen sei, wollte Klingbeil wissen. Dort will AFD-Landeschef Björn Höcke am heutigen Freitag versuchen, mit einem Misstrauensvotum Ministerpräsident Bodo Ramelow von den Linken zu stürzen. Die CDU-Abgeordneten kündigten an, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Das Verhalten der Partei in den letzten Wochen nannte Klingbeil einen "Vertragsbruch". Verärgert zeigte er sich darüber, dass sich die CDU-Fraktion in Thüringen nicht klar gegen AfD-Rechtsaußen Höcke ausspreche.

"In einer solchen Situation gibt es nichts zu lachen"

Heftig kritisierte Klingbeil das Verhalten des Unionskanzlerkandidaten während einer Veranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Erftstadt. Während der Rede des Bundespräsidenten war Laschet dabei gefilmt worden, wie er herzhaft lacht - ein Lachen, das auch deutlich zu hören war. Laschet begründete den Fauxpas später damit, er sei schon den ganzen Tag auf den Beinen gewesen.

"In einer solchen Situation gibt es nichts zu lachen", sagte Klingbeil. Den Hinweis des Moderators, bei der Veranstaltung habe auch Bundespräsident Steinmeier gelacht, wies der SPD-Politiker zurück. Dabei habe es sich um ein Lächeln gehandelt. Bei Laschet sei das anders gewesen: "Es war ein Gegackere, das über einen langen Zeitraum zu hören war." Viele Menschen hätten über Laschets Verhalten Empörung gezeigt, "und die war echt", so Klingbeil.

Ein leises Befremden dürfte sich bei einigen Zuschauerinnen und Zuschauern eingestellt haben, als Markus Lanz das Verhalten von Laschet zu erklären versuchte - und dabei auf den angeblichen Lachdrang einiger Menschen bei Beerdigungen hinwies.

"Wir wollen gewinnen"

Aber wie schlägt sich die Klingbeils Partei, die SPD, im Wahlkampf? Die Behauptung, die SPD habe kein Wahlkampfteam und der gesamte Wahlkampf sei auf Kanzlerkandidat Olaf Scholz zugeschnitten, wies der Generalsekretär zurück. "Am Ende entscheiden die Köpfe", sagte Klingbeil. Aber es werde im Wahlkampf Großveranstaltungen geben, bei denen Scholz nicht alleine auf der Bühne stehen werde. "Alle in der SPD unterstützen Olaf Scholz".

Nach der Wahl wollen die Sozialdemokraten eine Koalition anführen. "Der Anspruch zu gewinnen muss jetzt bei der SPD da sein", so Klingbeil. Immer wieder drängte Lanz mit der Frage, ob die SPD auch als Juniorpartner in einer Koalition zur Verfügung stehen würde. "Wir wollen den Kanzler stellen", wich Klingbeil aus. "Das Verlieren taucht in meiner Vorstellungskraft nicht auf." Am Ende wirkte er auf das ständige Nachhaken des Moderators gar leicht genervt: "Dass ich eine Chance für die SPD bei diesen Wahlen sehe, ist jetzt hoffentlich keine Überraschung für Sie."

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.