Politik

"Ströme von Blut und Tränen" Papst schickt zwei Kardinäle in die Ukraine

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Viele Gläubige auf dem Petersplatz schwenkten ukrainische Flaggen bei der Ansprache des Papstes.

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Einen Tag nach der Einladung der Klitschko-Brüder an den Papst sendet Franziskus zwei Kardinäle in die Ukraine. Sie sollen bei der vom Krieg heimgesuchten Bevölkerung bleiben. Den Angreifer Russland nennt der Heilige Vater bei seiner Ansprache auf dem Petersplatz nicht explizit.

Papst Franziskus hat angesichts des Krieges in der Ukraine ein Ende der Angriffe gefordert. "Ich danke allen, die gerade Flüchtlinge aufnehmen, und ich flehe vor allem darum, dass die bewaffneten Angriffe aufhören und die Verhandlungen und der gesunde Menschenverstand obsiegen", sagte das 85 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

Der Papst gab bekannt, dass zwei Kardinäle in die Ukraine gereist seien, um der Bevölkerung dort zu helfen. "Der Heilige Stuhl ist bereit, alles zu tun und sich in den Dienst dieses Friedens zu stellen", sagte Franziskus. Die Präsenz der Kardinäle Michael Czerny und Konrad Krajewski stehe nicht nur für die Präsenz des Papstes, sondern auch für die derjenigen Christen, die sagen wollten: Der Krieg ist ein Irrsinn. "Hört bitte auf", rief Franziskus. Der kanadische Kardinal Czerny wurde 1946 in der Tschechoslowakei geboren und ist seit 2019 Kurienkardinal im Vatikan. Der polnische Geistliche Krajewski wurde 1963 im polnischen Lodz geboren und gehört seit 2018 zum Kardinalskollegium.

Zu einem Appell der Klitschko-Brüder vom Vortag äußerte sich der Papst nicht explizit. Vitali und Wladimir Klitschko hatten den Papst und weitere geistliche Oberhäupter der Welt aufgerufen, ihr schwer heimgesuchtes Land zu unterstützen. Die Weltreligionen seien für den Frieden auf der Welt verantwortlich. "Kommen Sie nach Kiew und zeigen Ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk", erklären die ukrainischen Brüder auf Instagram. Kiew solle zur "Hauptstadt der Menschlichkeit" werden.

Gläubige schwenken ukrainische Fahnen

"In der Ukraine fließen Ströme von Blut und Tränen", klagte der Papst. "Es handelt sich nicht nur um eine militärische Operation, sondern um Krieg, der Tod, Zerstörung und Leid säht", sagte Franziskus. Russland erwähnte er in seiner Ansprache nicht. Er dankte den Journalisten für ihren Dienst. Diese riskierten ihr Leben, um Informationen zu garantieren. "Ein Dienst, der es uns erlaubt, nah am Drama der Bevölkerung zu sein und die Grausamkeit eines Krieges zu beurteilen", sagte der Pontifex.

Franziskus forderte die Schaffung von humanitären Korridoren für Zivilisten und Zugang für Hilfslieferungen zu den belagerten Gebieten. Viele der auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen hielten zum Zeichen der Solidarität mit der Ukraine blau-gelbe Flaggen in die Höhe.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

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