Politik

Vorsitzkandidat im "Frühstart" Röttgen: CDU soll Frauen und Klima können

Norbert Röttgen will als Parteivorsitzender für die CDU eine "neue Mitte" erobern. Was er damit meint, sagt er im "ntv Frühstart": Er vertrete glaubwürdig Kompetenz in der Klimapolitik, um die Grünen zu schlagen. Für den Posten des Generalsekretärs wünscht er sich eine Frau.

Norbert Röttgen will im Fall seiner Wahl zum CDU-Bundesvorsitzenden eine Frau auf dem Posten des Generalsekretärs der Partei. "Mein erstes Versprechen: Die erste Position, die frei wird, wenn ich Vorsitzender bin, wird - und zwar in der vordersten Reihe - mit einer Frau besetzt", sagte Röttgen im "ntv Frühstart". Auf die Frage, ob er damit eine Frau als CDU-Generalsekretärin meine, sagte Röttgen: "Das ist ein hervorgehobenes, herausragendes Amt. Das ist das zweitwichtigste nach dem Vorsitzenden und aus meiner Logik, die ich vorgelegt habe, folgt genau das."

Am Vortag hatte Röttgen unter Anspielung auf die Unterstützung von Jens Spahn für Armin Laschet angekündigt, die zweite Person in seinem Team werde eine Frau sein. Röttgen sagte ntv, er halte es für "problematisch, wenn ein Team antritt, mit einer einhundertprozentigen Männerquote". "Wir brauchen Parität an der Spitze und gute Frauen, die wir haben." Bei den Bundesvorstandswahlen Ende des Jahres würden wieder Ämter frei, sagte Röttgen. "Und dann ist es auch eine Frage des politischen Führungswillens, dass in die vorderste Reihe, und nicht in die zweite Reihe, Frauen kommen, die wir haben, um sichtbar zu machen: Wir sind eine Frauenpartei."

"Weder Stillstand noch Richtungswechsel"

Im Rennen mit Laschet und Friedrich Merz um den CDU-Vorsitz empfahl sich Röttgen seiner Partei als bester Mann für den Wettbewerb mit den Grünen. "Ich sage, wir müssen die Mitte neu erobern", sagte er. "Zum Beispiel glaube ich, dass für diese neue Mitte entscheidend ist,  - mal strategisch für die CDU gesprochen - dass wir die Grünen bezwingen, dass wir auch gegenüber den Grünen wieder Punkte erringen und sie auf Abstand halten. Dazu gehört es, dass der neue CDU-Vorsitzende über klimapolitische Glaubwürdigkeit verfügt", sagte Röttgen.

Klimapolitik sei "eine Frage von Kompetenz, von Technologie, von Innovation, von internationaler Verantwortung", sagte Röttgen. "Das muss ein CDU-Vorsitzender verkörpern. Ich glaube, das tue ich." Die Gesellschaft habe sich verändert. "Wenn wir 'Weiter so' machen dann ist eben 'Weiter so' elf Prozent in Hamburg. Wir müssen auch Großstadtpartei bleiben und nicht nur bei Über-60-Jährigen eine relative Mehrheit haben", sagte Röttgen. Die CDU brauche "weder Stillstand noch Richtungswechsel, sondern neue Mitte".

Die SPD habe in den vergangenen Jahren oft den Bundesvorsitzenden gewechselt aber es verpasst, inhaltliche und strategische Debatten zu führen. "Das wird jetzt anders, dadurch dass es mehrere Kandidaten gibt und das ist ein Vorteil für die CDU", sagte Röttgen. "Wir sollten eine Wahl nicht zum demokratischen Ausnahmefall erklären", sagte Röttgen und forderte mehr inhaltliche Auseinandersetzungen: "Wir haben versäumt, die Türen aufzumachen und die Politik in die Partei reinzulassen und das ist das, was wir ändern müssen."

Quelle: ntv.de, shu