Politik

Forsa-Umfrage für RTL und ntv Söder würde Union mehr Stimmen bringen

245647698.jpg

24 Prozent der Wähler aller anderen Parteien geben an, sie würden die Union wählen, wenn Söder und nicht Laschet Kandidat der Union wäre.

(Foto: picture alliance/dpa)

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet verliert weiter an Zustimmung. Hätten die Christdemokraten also doch Markus Söder ins Rennen schicken sollen? Laut einer aktuellen Umfrage würden sich fast dreimal so viele Wahlberechtigte für den Bayern entscheiden.

Könnten die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen, würden sich inzwischen noch weniger für CDU-Chef Armin Laschet entscheiden als noch vor seiner Nominierung zum Unionskandidaten. Derzeit würden ihn nur 13 Prozent aller Wahlberechtigten wählen, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv ergab. Damit liegt er 8 Prozentpunkte hinter Olaf Scholz mit 21 Prozent und 3 Punkte hinter Annalena Baerbock mit 16 Prozent.

Für Laschet würden sich bei einer Direktwahl auch nur 42 Prozent derer entscheiden, die aktuell die CDU wählen wollen. Von den derzeitigen CSU-Anhängern würden 34 Prozent Laschet ihre Stimme geben. Von denen, die bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 CDU oder CSU gewählt haben, würden sich nur gut ein Viertel (29 und 27 Prozent) für Laschet entscheiden.

Wäre hingegen der CSU-Vorsitzende Markus Söder Kanzlerkandidat der Union, würden sich fast dreimal so viele Wahlberechtigte (38 Prozent) für ihn entscheiden. Sein Rückhalt sowohl bei den jetzigen Anhängern der CDU und CSU als auch bei den Wählern von 2017 ist der Umfrage zufolge deutlich größer als der von Laschet.

Laschet wird Schuld für Umfragetief gegeben

Manche Beobachter und Medienvertreter machen Söders Sticheleien, also seine Kritik am Wahlkampf der CDU und des Kanzlerkandidaten, für die schwachen Umfragewerte mitverantwortlich. Doch die große Mehrheit (66 Prozent) der Wahlberechtigten sieht das anders und meint, Laschet sei für die schwachen Werte der Union verantwortlich. Nur 11 Prozent der Befragten geben Söder wegen seiner Kritik die Schuld. Dass Laschet und nicht Söder für die schlechten Werte der Union verantwortlich sei, meinen auch 68 Prozent der Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen sowie 69 Prozent der CDU- und 86 Prozent der CSU-Anhänger.

Auch die CDU/CSU-Wähler von 2017, die derzeit nicht wieder die Union wählen würden, geben am häufigsten (43 Prozent) an, sie hielten Laschet für den falschen Kandidaten und würden deshalb der Union nicht ihre Stimme geben. 29 Prozent nennen Kritik an der Politik der Union als Grund, 9 Prozent die Corona-Politik.

Bessere Chancen mit Söder

Wäre Söder der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU, könnte die Union aktuell mit mehr Stimmen rechnen: 24 Prozent der Wähler aller anderen Parteien geben an, sie würden die Union wählen, wenn Söder und nicht Laschet Kandidat wäre. Selbst wenn nicht alle Befragten, die das angeben, auch tatsächlich der CDU oder CSU ihre Stimme geben würden, zeigt das Ergebnis, dass momentan offenbar Söder der attraktivere Kandidat wäre.

Insbesondere würden viele derjenigen, die aktuell die FDP oder gar nicht wählen wollen, die Union mit Söder wählen. Auch knapp die Hälfte (46 Prozent) der CDU/CSU-Abwanderer würde mit Söder doch wieder die Union wählen.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 2. bis zum 4. August 2021 erhoben. Datenbasis: 1503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, chl

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen