Politik

Der Kriegstag im Überblick USA sehen Kreml-Armee hinter Zeitplan - Moskau meldet Angriff mit U-Boot

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Russische Versorgungsfahrzeuge in der Ukraine.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Moskaus Offensive im Donbass kommt nach Einschätzung des Pentagon nicht so zügig voran, wie geplant. Auch das britische Verteidigungsministerium spricht von hohen russischen Verlusten und geringen Geländegewinnen. Währenddessen meldet der Kreml erstmals den Einsatz eines russischen U-Bootes gegen ukrainische Stellungen. Der 65. Kriegstag im Überblick:

Ukraine räumt schwere Verluste ein

Im Donbass liefern sich ukrainische und russische Truppen weiterhin schwere Kämpfe. Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch räumte schwere Verluste ein. Allerdings seien sie auf russischer Seite sehr viel schwerer. "Ihre Verluste sind kolossal." Details zur Höhe der Verluste teilte Arestowytsch nicht mit. Westliche Experten erklärten, die russischen Verluste seien zurückgegangen, jedoch "immer noch ziemlich hoch".

Auch das britische Verteidigungsministerium berichtete von hohen russischen Verlusten und begrenzter Geländegewinne angesichts heftiger ukrainischer Gegenwehr. Besonders schwere Gefechte gebe es aktuell um die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk im Donbass. "Die russischen Gebietsgewinne sind begrenzt und wurden unter erheblichen Kosten für die russischen Streitkräfte erzielt", heißt es im aktuellen Lagebericht.

Pentagon sieht russische Armee hinter Zeitplan

Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums liegt Russland bei seiner Militäroffensive derzeit hinter den eigenen Planungen. "Wir glauben (...), dass sie bei dem, was sie im Donbass erreichen wollten, hinter dem Zeitplan zurückliegen", sagte ein Pentagon-Beamter in Washington. Die russischen Truppen seien demnach mehrere Tage in Verzug gegenüber den ursprünglichen Plänen. "Wir glauben, dass sie bei der völligen Einkreisung der ukrainischen Truppen im Osten schon viel weiter hätten sein sollen."

Deutschland prüft Lieferung von Haubitzen

Derweil prüft die Bundesregierung laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" die Lieferung von Panzerhaubitzen 2000 aus Beständen der Bundeswehr an die Ukraine. Dabei gehe es um ein Materialpaket, zu dem neben den Niederlanden auch Deutschland und Italien beitragen könnten. Die Niederlande haben die Lieferung von Panzerhaubitzen dieses Typs bereits zugesagt. Die Panzerhaubitze 2000 ist die stärkste Artilleriewaffe der Bundeswehr und kann Granaten über eine Entfernung von bis zu 40 Kilometern verschießen.

Ein Problem ist laut dem Blatt, dass von den 119 Panzerhaubitzen 2000 der Bundeswehr derzeit nur rund 40 einsatzbereit seien. Die Bundeswehr stehe der Lieferung selbst einer einstelligen Zahl von Haubitzen deshalb kritisch gegenüber.

Einem anderen Bericht zufolge hat Polen der Ukraine bereits mehr als 200 Kampfpanzer geliefert. Dem Nachbarland seien T-72 für insgesamt zwei Brigaden übergeben worden, meldet die Radiostation Radio Polskie 24. Hinzu kämen Dutzende weitere gepanzerte und bewaffnete Militärfahrzeuge. Beim T-72 handelt es sich um einen Kampfpanzer aus sowjetischer Produktion, bei den gelieferten sonstigen Fahrzeugen um Schützenpanzer vom Typ BMP-1.

Ukraine wirft Russland Getreide-Raub vor

Unterdessen wirft Kiew Russland den Raub von Getreide aus besetzten Gebieten in der Südukraine vor. "Der Diebstahl von Getreide im Gebiet Cherson gefährdet genauso wie die Blockade der ukrainischen Häfen und die Verminung von Schiffsrouten die globale Lebensmittelsicherheit", heißt es in einer Mitteilung des ukrainischen Außenministeriums. Mit ukrainischem Getreide würden rund 400 Millionen Menschen versorgt - vor allem in Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien. Russische Behörden hingegen bezeichneten die Nachricht als Falschinformation.

Moskau meldet Angriff mit U-Boot

Erstmals seit Beginn des Krieges hat Russlands Militär vom Einsatz eines U-Bootes bei Raketenangriffen auf ukrainische Ziele berichtet. Im Schwarzen Meer seien von dem Boot aus militärische Einrichtungen der Ukraine mit Raketen des Typs Kalibr beschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Genauere Informationen - etwa zu dem vermeintlich getroffenen Ziel - wurden nicht genannt. Das U-Boot sei Teil der russischen Schwarzmeerflotte. Insgesamt hat die Flotte sechs U-Boote dieser Bauart, die mit Kalibr-Marschflugkörpern bestückt werden können.

Bislang 1200 Leichen im Raum Kiew entdeckt

Im Gebiet rund um Kiew ist die Zahl der Toten nach dem russischen Abzug offiziellen Angaben zufolge auf fast 1200 gestiegen. "Zum heutigen Tag sind bereits 1187 unserer Mitbürger (gefunden worden), unserer friedlichen Bürger, die durch die Hände der russischen Armee umkamen", sagte der Polizeichef des Kiewer Gebiets, Andrij Njebytow, im Fernsehen. Rund 200 Menschen gelten demnach noch als vermisst.

Russland hatte Ende Februar die Gebiete nördlich der ukrainischen Hauptstadt mehr als einen Monat lang besetzt. Nach dem Abzug wurden Hunderte getötete Zivilisten gefunden, viele von ihnen in der Kleinstadt Butscha.

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Alle weiteren Entwicklungen können Sie in unserem Liveticker zum Ukraine-Krieg nachlesen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts

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