Politik

Kühnert im "ntv Frühstart" Ziel ist, "dass die Linken nicht gebraucht werden"

Beflügelt vom Aufstieg in den Wahlumfragen sieht SPD-Parteivize Kühnert eine mögliche Mehrheit für Rot-Grün. "Das ist etwas, was alle in der SPD motiviert", sagt er und möchte auf dritte Parteien verzichten.

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl lässt sich SPD-Parteivize Kevin Kühnert von einer Rote-Socken-Kampagne nicht irritieren. Zu einer möglichen rot-rot-grünen Regierungskoalition verwies er auf die wachsende Chance eines erneuten rot-grünen Regierungsbündnisses. "Wir sind in den Umfragen sehr nahe an einer möglichen rot-grünen Mehrheit dran. Das ist etwas, was alle in der SPD motiviert", sagte Kühnert im "Frühstart" von ntv.

Es gelte Rot-Grün anzustreben, auf dritte Parteien könne man da verzichten, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten. Beide Parteien stünden sich inhaltlich sehr nah. Das beträfe vorrangig den Ausbau der erneuerbaren Energien, bezahlbares Wohnen und den Mindestlohn. "Eine Drei-Parteien-Koalition ist da eine, die uns sicherlich Zeit kosten würde." Als stellvertretender SPD-Chef wolle er nicht Wahlwerbung für eine andere Partei machen. Kühnert weiter: "Mein Ziel ist, dass die Linken gar nicht gebraucht werden in der nächsten Bundesregierung."

Er fordere alle auf, die sich links der Mitte positionieren, sich hinter der SPD zu versammeln, um eine klare Mitte-Links-Regierung zu ermöglichen. Eine Regierung, die "ohne FDP, ohne CDU/CSU auskommt. Und dann gegebenenfalls ohne Linke", so Kühnert.

Zur jüngsten Warnung von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, unter einem Bundeskanzler Scholz werde die Europäische Union auseinanderbrechen, bemerkte SPD-Parteivize Kevin Kühnert im "Frühstart", es sei "atemberaubend", wie sehr der Union dieser Wahlkampf im Moment entgleite. "Das ist so ein bisschen wie das alte Prinzip im Amateurfußball: Wenn wir schon nicht gewinnen können, dann treten wir dem Gegner wenigstens den Rasen kaputt."

Er rufe daher alle Kolleginnen und Kollegen bei CDU und CSU dazu auf, sich so zu verhalten, "dass man auch nach dem 26. September noch in den Spiegel gucken kann. Bei manchen wird das langsam wirklich schwierig".

Quelle: ntv.de, ako

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