Sport

Wahnsinnsspiel bei Darts-WM Brillanter Anderson rauscht ins Halbfinale

608481cb962d4da3746293fa0248b246.jpg

Seht her: Gary Anderson spielt gegen Dave Chisnall in weltmeisterlicher Form.

(Foto: dpa)

Was für eine Darts-Show von Gary Anderson: Mit einer phasenweise sensationellen Performance zieht der "Flying Scotsman" souverän ins Halbfinale der Weltmeisterschaft ein. Dort steht völlig überraschend auch Nathan Aspinall - und könnte "the next Rob Cross" werden.

Das Ende dieses überragenden Duells war überraschend unspektakulär: Ein 48er-Checkout reichte Gary Anderson um mit einem 5:2-Erfolg gegen Dave Chisnall ins Halbfinale der Darts-WM einzuziehen. Dort steht auch Nathan Apsinall. Der junge Engländer setzte sich zuvor ähnlich souverän - allerdings deutlich weniger beeindruckend - wie der "Flying Scotsman" gegen seinen Gegner Brendan Dolan (5:1) durch und träumt bei seinem Turnierdebüt von einem vergleichbar überragenden Darts-Märchen wie es Anfang des Jahres Rob Cross geschrieben hatte. Der gelernte Elektriker war bei seinem ersten Auftritt im legendären Alexandra Palace in London sofort Weltmeister geworden - ausgerechnet gegen den mittlerweile zurückgetretenen Rekordchampion Phil Taylor.

*Datenschutz

Dass der überraschende Titel für Cross eher Last denn Lust war, hat er nun nach seinem Achtelfinal-Knockout gegen Luke Humphries bekannt. "Den Ballast bin ich jetzt los", sagte der entthronte Titelverteidiger. Wer am 1. Januar sein Nachfolger wird? Nun, vielleicht Gary Anderson. Mit seiner besten Turnierleistung hatte der Schotte - der in den beiden Runden zuvor gegen den Engländer Chris Dobey (4:3) und den Niederländer Jermaine Wattimena (4:3) gewackelt hatte - im Viertelfinale nun beeindruckend eine Marke gesetzt. Gegen Dave Chisnall spielte der 48-Jährige in den ersten drei Sätzen nahezu perfekt. Nach nicht mal fünf Minuten hatte Anderson das erste Set (Satz) bereits für sich mit 3:0 in den Legs (Durchgängen) entschieden, dabei einen sensationellen Average von 115,62 gespielt. Auch die Sätze zwei (3:1) und drei (3:2) gingen an den wie im Rausch spielenden "Flying Scotsman".

Anderson lässt "Chizzy" nur eine Chance

Eine erste kleine Schwäche leistete sich der Weltmeister der Jahre 2015 und 2016 dann im vierten Satz, als er beim Versuch eines spektakuklären 138er-Checkouts die Doppel-9 verpasste und "Chizzy" den Konter per 47er-Checkout zum 1:3 in den Sets erlaubte. Dabei war der Engländer, die aktuelle Nummer zwölf der Weltrangliste, mit einem Average von "nur" 89,27 Punkten deutlich schwächer als Anderson (101,44), die Nummer fünf der Order of Merit.

Auf seinem Weg ins Viertelfinale hatte "Chizzy" den letztjährigen Halbfinalisten Jamie Lewis (4:0) aus Wales souverän bezwungen und auch gegen den Belgier Kim Huybrechts (4:0) hatte er kaum Mühe. Nur bei seinem ersten Auftritt im "Ally Pally" brauchte er gegen den jungen Engländer Josh Payne eine überragende Comebackleistung und sich von einem Zweisatz-Rückstand noch zu erholen (3:2).

"Chizzys" Comeback macht Anderson nicht nervös

Chisnall war dem ersten Satzgewinn gegen Anderson nunvoll im Spiel. Er steigerte seine Scores deutlich, aber der Schotte, der sich mit Rückenproblemen durchs Turnier plagt, hielt auf allerhöchstem Niveau dagegen: Den fünften Satz gewann er mit einem überragenden 130er-Highfinish in Leg vier. Satz sechs ging dann wieder an Chisnall. Anderson spielte mit 94,46 seinen schlechtesten Set-Average der Partie, "Chizzy" checkte 60 Punkte zum 2:4. Nervosität beim Scotsman? Nö. Obwohl Chisnall einen starken - seinen besten - 106,36er-Average spielt, beendete Anderson das Duell im fünften Leg lässig mit einer unspektakulären 48. Weniger unspektakulären waren seine Zahlen insgesamt: Sein Average lag am Ende bei 103,03, seine Doppelquote bei starken 55,9 Prozent, insgesamt spielte er überragende zwölf 180er-Aufnahmen.

Weniger aufregend war dagegen das erste Spiel der Nachmittagssession verlaufen: "The Asp" hatte gegen den schwachen Brendan Dolan kaum Stress, spielte allerdings auch stark auf. Er beendete das Spiel mit einem 96er-Checkout, einem Average von 99,72 und einer Doppelquote von 40,54 Prozent.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema