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Rückkehr, aber mit Zweifeln Federer beendet 14-monatige Zwangspause

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Gelöst und fokussiert.

(Foto: imago images/Paul Zimmer)

Von seiner besten Form ist Roger Federer weit entfernt. Kein Wunder, sein letztes Spiel vor der langen Reha ist über ein Jahr her. Nun kehrt der ehemals beste Tennisprofi der Welt zurück, mit 39 Jahren und großer Motivation. Trotzdem bleibt der Zweifel sein Begleiter.

Roger Federer klappte sich einen roten Sitz herunter und nahm auf der fast verwaisten Tribüne des Center Courts in Doha Platz. Die Gegnerbeobachtung am Tag vor seinem mit Spannung erwarteten Comeback übernahm der Grand-Slam-Rekordchampion höchstpersönlich - in Shorts und blauem T-Shirt, und natürlich mit Maske im Gesicht.

Der 39 Jahre alte Schweizer steckt voller Sehnsucht nach Spitzentennis und voller Vorfreude auf seinen ersten Auftritt nach mehr als einem Jahr Zwangspause, bei dem er sich mit dem Briten Daniel Evans messen wird. "Ich fühle, dass ich auf einem guten Level bin", sagte Federer dem "Tagesanzeiger": "Aber ich kann gar nicht in Bestform sein, weil ich keine Matches gespielt habe."

Dass er nach seinen zwei Knie-Operationen noch einmal den Weg zurück auf die Tour finden würde, stand für den Basler schnell fest. Er arbeitete hoch motiviert mit seinen Ärzten und Trainern am Comeback. "Ich weiß, dass sie beeindruckt waren, wie ernst ich die Therapie nahm. Das war für mich aber selbstverständlich", sagte der Tenniskünstler: "Es war eine Herausforderung, ich mag Herausforderungen und freue mich auf das, was kommt."

Er hatte das Gefühl, dass seine erfolgreiche Geschichte "noch nicht zu Ende ist", sagte Federer: "Ich habe die Tour vermisst, sie ist so etwas wie meine zweite Familie." Jetzt findet er sich wieder ein in eine Szene, die bei seinem letzten Auftritt in Melbourne Anfang 2020 eine andere war. Die Wirren der Corona-Zeit im Tenniszirkus hatte er bisher noch nicht selbst miterlebt.

Djokovic zieht vorbei

Nicht nur Federer selbst ist gespannt, was er nach der langen Pause leisten kann, auch die Kollegen schauen genau hin. "Wir sind Rivalen. Aber ich bin auch ein großer Fan von ihm und liebe es noch immer, ihm beim Tennisspielen zuzusehen", sagte US-Open-Champion Dominic Thiem, der in Doha topgesetzt ist.

Das größte Fragezeichen steht hinter Federers Fitness: "Ich bin momentan nicht sicher, dass das Knie hält, aber ich bin zuversichtlich, sonst wäre ich nicht hier", sagte er: "Ich habe alles getan, was ich tun konnte." Künftig wird er genau fühlen müssen, welche Belastung er seinen Gelenken zumuten kann.

"King Roger" will noch einmal in den Dreikampf mit Rafael Nadal und Novak Djokovic eingreifen. Die Topstars konkurrieren weiter um die bedeutenden Einträge in die Geschichtsbücher der Sportart. Einen Bestwert ist Federer seit dem Montag los. Djokovic belegte nun insgesamt 311 Wochen Rang eins der Weltrangliste, eine Woche länger als der Schweizer.

Djokovic wird seinen Fokus damit noch stärker darauf ausrichten, seinen 18 Major-Siegen weitere hinzuzufügen und Nadal und Federer (beide 20) zu übertrumpfen. Nadal hat im vergangenen Jahr bei den French Open bewiesen, dass er noch immer zu den Besten gehört. Der "Maestro" aus der Schweiz musste lange tatenlos zuschauen, will aber nun wieder angreifen - mit Wimbledon und den Olympischen Spielen im Hinterkopf.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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