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Missbrauchsskandal in Frankreich Ministerin fordert Rücktritt von Eislauf-Chef

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Didier Gailhaguet soll wegen der Missbrauchs-Vorwürfe seinen Posten räumen.

(Foto: imago sportfotodienst)

Die ehemalige französische Eiskunstläuferin Sarah Abitbol beschuldigt ihren Trainer der Vergewaltigung. Immer mehr Opfer und Taten kommen ans Licht. Die französische Sportministerin fordert daher nun Konsequenzen vom Präsidenten des Eissportverbands.

Nach Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsvorwürfe im Eiskunstlauf hat Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu den Präsidenten des Eissportverbands zum Rücktritt aufgefordert. Didier Gailhaguet könne sich seiner persönlichen und moralischen Verantwortung nicht entziehen und müsse sich dieser stellen, sagte Maracineanu. "Die Anzahl der Tatbestände und ihre zeitliche Verteilung verdeutlichen, dass über die genannten Personen hinaus eine allgemeine Dysfunktion innerhalb des französischen Eissportverbandes besteht", sagte sie.

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Die ehemalige französische Eiskunstläuferin Sarah Abitbol geht mit schweren Vorwürfen an die Öffentlichkeit.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Der 66-jährige Gailhaguet ist seit 1998 mit einer Unterbrechung Präsident des französischen Eissportverbandes. Er habe Fehler gemacht, sich aber nichts zu Schulden kommen lassen, verteidigte er sich nach der Rede der Ministerin. Zu einem möglichen Rücktritt wollte er zunächst keine Stellung nehmen, er wolle sich bei einer Pressekonferenz am Mittwoch äußern. Er habe von den meisten der Taten erst vergangene Woche etwa durch die Medien erfahren. "Einige von ihnen liegen 30 Jahre zurück, lange bevor ich Präsident des Verbandes wurde." Gailhaguet war in den 1970ern selbst Eiskunstläufer und zwei Mal französischer Meister.

In der vergangenen Woche hatte die ehemalige französische Eiskunstläuferin Sarah Abitbol schwere Missbrauchsvorwürfe gegen ihren damaligen Trainer erhoben. "Er fing an, schreckliche Dinge zu tun, bis hin zu sexuellem Missbrauch. Ich wurde vergewaltigt als ich 15 war. Es war das erste Mal, dass mich ein Mann berührt hat", sagte die frühere Paarläuferin Abitbol, gemeinsam mit Stephane Bernadis Olympiasechste in Nagano 1998, in einem Video auf der Homepage von L'Obs über Gilles Beyer.

Zahlreiche Opfer meldeten Fälle - ohne Erfolg

Ihr ehemaliger Trainer Beyer hat gestanden, eine "intime und unangemessene Beziehung" zur ehemaligen WM-Dritten Abitbol gehabt zu haben. In dem Statement erklärte Beyer weiter, dass es ihm "zutiefst leidtue. Ich entschuldige mich bei Sarah Abitbol dafür." Beyer führte aus: "Ich gebe zu, eine enge Beziehung zu ihr gehabt zu haben. Wenn sich meine Erinnerungen an ihre genauen Umstände von ihren unterscheiden, bin ich mir bewusst, dass diese Beziehungen angesichts meiner Pflichten und ihres Alters in jedem Fall unangemessen waren."

Im Zuge der Recherchen der Zeitung "L'Obs" kam zutage, dass auch andere Läuferinnen mutmaßlich Opfer des Trainers gewesen waren. Auch in der Sportzeitung "L'Équipe" berichteten ehemalige Eiskunstläuferinnen und Schwimmerinnen von Übergriffen. In Frankreich lösten die Anschuldigungen großes Entsetzen aus. Den Recherchen zufolge haben zahlreiche Opfer die Fälle den Verantwortlichen gemeldet - passiert ist demnach aber nichts. Vertuschungsvorwürfe wurden laut.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa