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Rassismus-Debatte in der NFL Redskins-Coach will schnelle Umbenennung

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Ron Rivera steht vor seiner ersten Saison als Headcoach in Washington. Vorher war er neun Jahre für die Carolina Panthers verantwortlich.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Die Washington Redskins spielen seit vielen Jahrzehnten professionell Football. Nun wird es immer wahrscheinlicher, dass die Redskins bald Geschichte sind - und in Washington künftig unter einem anderen Namen gespielt wird. Dafür gibt es gute Gründe und prominente Fürsprecher.

Ein neuer Name für die Washington Redskins noch vor Beginn der neuen Saison im American Football wäre aus Sicht von Trainer Ron Rivera großartig. Er spreche seit mehr als einem Monat darüber mit Eigentümer Daniel Snyder, sagte Rivera der "Washington Post". Beide hätten mehrere Vorschläge, "zwei davon mag ich wirklich", sagte Rivera, wollte aber keine Details nennen.

Das Team aus der National Football League steht im Zuge der Rassismus-Debatte nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd unter erheblichem Druck, sich von der langjährigen Bezeichnung Redskins (Rothäute) zu trennen. Diese Forderungen gibt es seitens der amerikanischen Ureinwohner schon seit Langem, zuletzt hatte dies aber auch Hauptsponsor FedEx verlangt. Dessen Gründer Fred Smith ist auch Teilhaber des Teams. Auch der Sportartikel-Gigant Nike pocht darauf, den Namen zu ändern. Snyder kündigte daraufhin eine grundlegende Überprüfung an.

Etwas "hat sich verändert"

Laut Coach Rivera spricht der Team-Eigentümer seit zweieinhalb Wochen darüber mit der NFL. Rivera räumte ein, es sei früher schwer zu verstehen gewesen, dass der Name rassistisch sein könnte. "Jetzt, wenn man die Zusammenhänge sieht, hat sich etwas verändert." Rivera sagte, er glaube, dass das wichtigste Kriterium für einen neuen Namen sei, dass er die Kultur und Traditionen der amerikanischen Ureinwohner respektiere und auch eine Hommage an das Militär darstelle. Als Sohn eines Armeeoffiziers sei Rivera auf Militärbasen aufgewachsen. Viele Ureinwohner Amerikas dienten im Militär - und er glaube, dass der neue Name dies widerspiegeln sollte. Teambesitzer Snyder stimme dem zu.

Auch das Baseball-Team der Cleveland Indians denkt darüber nach, den seit 1915 bestehenden Namen zu ändern. In einer Mitteilung hieß es, man wolle das Umfeld und die entsprechenden Beteiligten dazu ermutigen, beim Teamnamen den besten Weg zu finden.

Quelle: ntv.de, ter/dpa