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"Das ist doch normal" Weltmeisterin verstört mit Doping-Ausrede

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Naser bei der WM im Oktober 2019.

(Foto: REUTERS)

Bei der Leichtathletik-WM 2019 läuft Salwa Eid Naser überraschend auf Platz drei der ewigen Weltbestenliste. Nun kommt heraus: Die 22-Jährige aus Bahrain verpasst davor drei Dopingtests, deshalb wird sie gesperrt. Sie wehrt sich mit einem Video, das eine fragwürdige Haltung zeigt.

Die wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien vorläufig suspendierte 400-Meter-Weltmeisterin Salwa Eid Naser aus Bahrain hat mit einer verstörenden Verteidigungsrede auf die gegen sie erhobenen Vorwürfe reagiert. "Ich bin niemals eine Betrügerin gewesen und werde es auch niemals sein", sagte die 22-Jährige in einem über die sozialen Netzwerke verbreiteten Video: "Ich habe lediglich drei Dopingtests verpasst, das ist doch normal und kann jedem passieren."

Die unabhängige Integritätskommission AIU des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics hatte Naser am Donnerstag vorläufig gesperrt, da diese sich dreimal einem Dopingtest nicht unterzogen hatte. Dies würde nach den Vorgaben der AIU eine Sperre von zwei Jahren nach sich ziehen, die unter Umständen auf ein Jahr verkürzt werden kann. Alle drei verpassten Tests datieren laut Naser aus dem Jahr 2019 im Vorfeld der WM in Doha, bei der Naser in beeindruckender Manier Gold geholt hatte.

"Dieses Jahr bin ich noch gar nicht getestet worden", sagte Naser. Laut ihrem Management hingegen habe sie zwei Tests im Vorjahr verpasst und hatte zudem im Frühjahr 2020 bei einem Urlaub in ihrem Geburtsland Nigeria wegen eines verpassten Fluges nicht getestet werden können. Naser jedenfalls macht sich nun Sorgen um ihren guten Ruf: "Hoffentlich klärt sich alles, denn dieses Image gefällt mir gar nicht. Es ist sehr hart, diesen kleinen Fleck auf meinem Namen zu haben."

Naser war am 3. Oktober 2019 im WM-Finale von Doha mit 48,14 Sekunden die schnellste Stadionrunde weltweit seit 34 Jahren und damit auf Platz drei der "ewigen" Bestenliste gelaufen, ihre persönliche Bestzeit steigerte sie gegenüber dem vorangegangenen Jahr um knapp eine Sekunde - eine gewaltige Steigerung im Langsprint. Schon unmittelbar nach dem Rennen wunderten sich fachkundige Beobachter über den Leistungssprung von Naser, da nur Weltrekordlerin Marita Koch (DDR/47,60 Sekunden) und 800-Meter-Weltrekordlerin Jarmila Kratochvílová (Tschechoslowakei/47,99 Sekunden) jemals schneller waren - allerdings Mitte der 1980er Jahre, die heute als Hochzeit des Dopings gelten.

Quelle: ntv.de, tsi/sid