Fußball

Zieler statt Nübel als Ersatz? Ein Gerücht mit Brisanz für den FC Bayern

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Zwei Weltmeister, zwei Torhüter - bald in einem Team?

(Foto: imago images/Fotoarena International)

Die klare Nummer eins beim FC Bayern ist Manuel Neuer. Hinter dem Kapitän muss sich Alexander Nübel indes doch mehr gedulden als er erwartet hatte. Das ist eine durchaus brisante Personalie. Ein spektakuläres Gerücht dürfte die Unruhe nun noch steigern.

Hinter Manuel Neuer ist wenig Platz. Eigentlich ist hinter Manuel Neuer sogar überhaupt kein Platz. Weder in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, was Marc-André ter Stegen extrem frustriert, noch beim FC Bayern, was Alexander Nübels Zufriedenheit spürbar sinken lässt. All das sollte Ron-Robert Zieler wissen, wenn er sich in den kommenden Tagen damit beschäftigt, ob er nach München wechseln will. Tatsächlich steht dieses Thema für den 32-Jährigen wohl an, denn die "Bild"-Zeitung schreibt von einem Interesse aus München.

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Was wird aus Alexander Nübel?

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Nun ist die Lage bei Zieler gänzlich divergent zur Lage der anderen beiden Torhütern. Während ter Stegen als überragende Nummer eins des FC Barcelona seit Jahren daran verzweifelt, dass er im DFB-Team keine faire Chance hat, und Nübel sehnsüchtig darauf wartet, dass er beim Rekordmeister endlich die ihm wohl zugesicherten Einsätze bekommt, ist Zielers Karriere nicht mehr auf die ganz großen Ambitionen ausgerichtet. Beim 1. FC Köln, wo er derzeit unter Vertrag steht, ist er hinter Timo Horn ohnehin nur Ersatzmann. In dieser Saison kommt der sechsmalige DFB-Spieler auf gerade einmal einen Einsatz in der Liga, über auch nur 50 Minuten. Der Gedanke an wenig Spielzeit in München wird den Weltmeister von 2014 (jaja, tatsächlich) folglich kaum abschrecken, Nübel dürften dessen Pläne (und die des Rekordmeisters) hingegen aufschrecken.

Ein Wechsel von Zieler würde beim FC Bayern auch die kleine, aber bewährte Tradition mit einem etablierten Bundesliga-Keeper als klaglosem Ersatz hinter Neuer fortschreiben. Jahrelang funktionierte das Tandem aus dem Titanen und Sven Ulreich prächtig, ehe der im Zuge des Wechsels von Nübel zum Hamburger SV abwanderte - und dort nun verzweifelt um die Erstliga-Rückkehr kämpft. Zuletzt war im Zuge einer neuen Nummer zwei beim FC Bayern auch über Stefan Ortega, die aktuelle Nummer eins von Arminia Bielefeld, spekuliert worden. Der 28-Jährige hat bereits eine Vergangenheit in München, zwischen 2014 bis 2017 stand er bei 1860 in Lohn und Brot.

Nübel-Lager beklagt die aktuelle Situation

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Interessiert?

(Foto: imago images/PanoramiC)

Nun ist dieses Gerücht allerdings nicht nur hochspannend, es ist vor allem hochbrisant. Denn das Thema Nummer zwei ist in München seit dem verkündeten Wechsel von Nübel an die Säbener Straße im Dezember 2019 maximal sensibel. Kaum eine Personalie sorgt seither im Klub für so viel Unruhe, lediglich das Vertragstheater um David Alaba nahm bisweilen noch mehr Raum ein.

Erst in den vergangenen Tagen war die Unzufriedenheit des ehemaligen Schalkers wieder zum ganz großen Unruhe-Thema geworden. Sein Berater hatte über den "Kicker" ausrufen lassen, dass sich die Lage seines Klienten dringend ändern müsse: "Diese Situation ist unbefriedigend. Man muss im Sommer über eine Ausleihe nachdenken, wenn Alex nicht mehr zum Spielen kommt", sagte Stefan Backs. Die Lösung könnte derweil so einfach sein: Die AS Monaco mit dem ehemaligen Münchner Trainer Niko Kovac soll interessiert sein.

Nübel hatte nur kurz nach Bekanntgabe seines Wechsels mit großen Ambitionen für Aufsehen gesorgt: "Wenn ich zu den Bayern wechsle, muss ich mich da durchsetzen wollen. Wenn ich also ein großer Torhüter werden will und dann nicht einen 35- oder 36-jährigen Torwart attackiere, dann habe ich es auch nicht verdient." Zuvor hatte Neuer seine Sicht auf die Dinge im Trainingslager in Doha klargemacht: "Ich bin kein Statist, sondern Protagonist und möchte immer spielen." Von Trainer Hansi Flick bekam er dafür stets die schützende Hand gereicht.

Erst zwei Bayern-Pflichtspiele für Nübel

Lediglich zwei (wenngleich souveräne) Spiele hat Nübel bislang für die Münchner bestritten, im Pokal gegen Düren (3:0) und in der Champions League bei Atlético Madrid (1:1). Dass es noch mehr werden, sogar 10 oder 15 (die sollen ihm versprochen worden sein), das ist im spannenden Saisonfinale in der Bundesliga und der Champions League unwahrscheinlich. Das hat Trainer Hansi Flick nun sogar noch einmal sehr deutlich gemacht.

Zum Gedankenspiel einer möglichen Ausleihe von Nübel wollte er sich vergangene Woche indes nicht öffentlich positionieren. Das tat indes Bayern-Vorstand Oliver Kahn. Und das durchaus vehement: "Alexander Nübel bleibt unsere Nummer zwei. Wir sind von diesem Torwart total überzeugt." Flick hatte zuvor lediglich gesagt: "Das sind Dinge, die wir intern besprechen." Aber Nübel habe natürlich das Recht, die Dinge so zu sehen, allerdings habe er "auch gewusst, auf was er sich einlässt". Seine Aufgabe als Trainer sei es, so sagte Flick, "dass ich die Spieler spielen lasse, die aktuell unseres Erachtens die beste Mannschaft sind. Klare Nummer 1 ist Manuel Neuer."

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Dass sich der Trainer beharrlich weiter weigert, Nübel in weniger wichtigen Spielen - unter anderem im letzten Gruppenspiel der Champions League - auch mal eine Chance einzuräumen, das soll beim FC Bayern übrigens für Verstimmungen sorgen. Auch darüber hatte der "Kicker" gerade erst berichtet. Allen voran bei Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der den Transfer von Nübel mit Leidenschaft vorangetrieben hatte, der in Personalfragen allerdings auch regelmäßig mit dem Trainer in Disput gerät. Bisweilen auch mal auffallend ungut öffentlich.

Was die Gerüchte um Zieler und Ortega nun sind? Vermutlich vor allem wohl eines: brisanter Zündstoff für den FC Bayern.

Quelle: ntv.de

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